28.01.2012 -
Verkehr: Kein Lärmschutz, sondern Zweckproduktion.
Von RZ Mitarbeiterin Katharina Demleitner.
Rübenach. Der „Wunderwald“ von Rübenach hat einen ganz profanen Hintergrund: Die Baumschule Fischer aus Mülheim-Kärlich hat unmittelbar an der A 48 eine Anpflanzung vorgenommen. Mit den Bemühungen der Bürgerinitiative „Lebenswertes Rübenach“ um Lärmschutz, über die die Rhein-Zeitung berichtete, haben die Bäume nichts zu tun.
Um den Lärm der Autobahn nicht ungehindert bis zu Rübenacher Häusern vordringen zu lassen, hatte die Bürgerinitiative unter anderem eine Bepflanzung unmittelbar an der Fahrbahn vorgeschlagen – bislang ohne Erfolg. Umso größer war das Erstaunen, aber auch die Freude über den „Wald“. „Wir haben unsere Produktionsflächen erweitert und auf dem Gelände an der A 48 überwiegend heimische Bäume angepflanzt, die für den Verkauf bestimmt sind“, erklärt Johannes Fischer von der Baumschule Fischer in Mülheim-Kärlich. Schon länger sei geplant gewesen, Ahorn, Linden, Eschen, Hainbuchen, aber auch Kirsch- und Apfelbäume auf Rübenacher Grund, den die Baumschule gekauft beziehungsweise gepachtet hat, zu pflanzen. „Mit Lärmschutz hat das eigentlich nichts zu tun“, versichert der Ingenieur. Allerdings böten die Bäume, die an der dünnsten Stelle noch in Viererreihen stehen, bereits ab diesem Jahr durchaus einen gewissen Schallschutz: „Wenn im April die Blätter kommen, macht sich das bemerkbar, und im Herbst, wenn die Bäume rund drei Meter hoch und etwa 70 Zentimeter breit sind, ist das ein deutlicher Schallschutz“, betont Johannes Fischer.
Noch sind die Bäumchen dünn, doch wenn sie erst mal gewachsen sind, werden sie etwas Autobahnlärm von Rübenach fernhalten – auch wenn sie dafür gar nicht gepflanzt wurden.
Rüdiger Neitzel, Vorsitzender der Bürgerinitiative (BI) „Lebenswertes Rübenach“, freut sich: „Dieser kleine Wald ist eine positive Entwicklung, ein kleiner, aber hilfreicher Beitrag eines Privatunternehmens zum Lärmschutz.“ Abgesehen vom tatsächlichen Schallschutz sei auch der psychologische Effekt nicht zu vernachlässigen, der dadurch entstünde, dass die Fahrzeuge durch den „Wald“ nicht mehr zu sehen seien.
Zwar werden die Bäume zunächst nur vier Jahre am oberen Bassenheimer Weg stehen. „Jetzt wachsen sie erst mal zwei Jahre und werden dann zwei Jahre aus dem Bestand heraus verkauft“, so Fischer. Danach braucht das Land eine zweijährige Ruhephase, in der die Fläche landwirtschaftlich genutzt wird. „Aber in der Folge wird es wieder einen Standzyklus von vier Jahren geben“, bestätigt der Baumschul-Inhaber.
Quelle Rhein Zeitung 28.01.2012

