Unser Rübenach, Donnerstag, 22. Juni 2017

Wird Bahnstrecke doch noch zum Radweg?

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Seit Jahre kämpft Rüdiger Neitzel für die Umwandlung der seit 1982 stillgelegten Bahnstrecke Lützel – Bassenheim in einen Radweg. Zunächst mit Hilfe der FDP unter der  Parole „Gleise weg für Fahrradweg“ und im Oktober letzten Jahres in einem Schreiben an den Landesrechnungshof, in dem u. a. auf die Situation hingewiesen wird. Wie es scheint kommt jetzt Bewegung in die Angelegenheit. Dem Koblenzer Stadtrat liegt folgende Beschlussvorlage vor.

Redaktion unser-ruebenach.de – 14.06.2017

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7 Kommentare

  1. Johannes Fuck am

    Jeder hat seinen eigenen Erfahrungshorizont. Schön ist es, wenn man sich als Betroffener über den Verkehr auf der Aachener Straße aufregen kann und gleichzeitig die Alternative „Öffentlicher Schienen Personen Nahverkehr“ (ÖSPNV) Bahnstrecke Koblenz-Bassenheim-Ochtendung ablehnt. Mal was zum Knobeln:
    Stuttgart: 7 S-Bahn-Linien rund 720 gefahrene Züge pro Tag
    147 S-Bahn-Züge
    etwa 279 Kilometer Linienlänge
    215 Kilometer Streckennetz
    rund 400.000 Fahrgäste pro Tag (Mo.-Fr.)
    83 Haltestellen
    Das ist nur die S-Bahn, Stuttgart hat noch die Straßenbahnen und Busse!

    Aufgabe: Durchschnittlich Anzahl Züge, pro Stunde, pro Linie und Richtung?
    Wieviele Busse benötigt man, wenn ein Bus 50 Plätze hat?
    Wieviele PKWs mit durchschnittlich 2 Personen?
    Sind Stuttgarter dumm? Warum fahren die S-Bahn?
    Wohnen Stuttgarter dichter an den Haltestellen als Koblenzer?
    Warum gibt es Park&Ride Parkplätze an den Haltestellen?
    Allgemein:
    Warum gibt es so ein großes Angebot an Klappräder? Mieträder?
    Warum baut man selbstfahrende Kleinbusse mit niedriger Geschwindigkeit, 25km/h ?

    Und, man glaubt es kaum, für die Auto-Stadt von Mercedes und Porsche: Schnell-Radwege parallel zu den Hauptstraßen mit Vorfahrtsrecht. Das ist nicht nur in Stuttgart, sondern in vielen kleinen Städten und größeren Städten auf der ganzen Welt, nur nicht in Koblenz. Leipzig, Hannover, Karlsruhe, in der Schweiz, in Italien, in Frankreich – überall wo ich beruflich oder privat mal länger aufgehalten habe baut man Ö-Schienen-PNV und Fahrradwege aus. In Dänemark und in Holland baut man Kreuzungsfreie Fahrradwege und Kreisverkehr getrennt vom PKW-Verkehr. Davon habe ich leider nur gelesen.
    In Koblenz enden Fahrradwege im nichts! Schienen und Züge sind eine Technik aus dem 18. Jahrhundert und der Bus ist schon längst erfunden.
    Ich wohne verkehrsberuhigt, mich betrifft es nicht, ich bin aber todtraurig, dass ich mit meinen regelmäßigen Denkanstößen nicht eine Entlastung für die Anwohner an den Hauptstraßen von Metternich und Rübenach erreicht habe. Auch die Mitglieder der BiKo sind nicht direkt vom Verkehrslärm belastet – das sind Überzeugungstäter um in Ochtendung die Situation zu verbessern. Ochtendung lebenswert machen ohne Mehrbelastung der Anwohner der Hauptstraßen.
    Meine Wunsch: Regelmäßiger S-Bahnverkehr Vallendar-Koblenz-Bassenheim-Ochtendung-Mayen. 30 min-Takt in jede Richtung, von 7:00 Uhr bis 20:00 Uhr, in der Nacht stündlich und abgestimmt zu den Schichtzeiten
    Die Gewerbegebiete entlang der Strecke haben noch viel freie Fläche, wo ein Angebot da entsteht Nachfrage und wo ein Wille (Bedarf) da ist auch ein Weg noch weitere Flächen als Baugebie auszuzeichnen. Von den kleinen Flächen kann kein Bauer leben. Metternich bis Rübenach und Bubenheim wird ein großes Industriegebiet. Güls bis Wolken, Bassenheim und Rübenach wird langfristig ein Industriegebiet – sorgen wir als erstes für die Infrastruktur. Nicht individuell sondern öffentlicher Personennahverkehr, leistungsfähig mit hohe Verfügbarkeit der wird dann angenommen.
    Der Erfolg, den Herr Neitzel für sich reklamiert, ist eine Niederlage für die ganze Region und er wird es sträflich zu spüren bekommen. Mehr Verkehr auf der Aachener Straße.

    • Volker Schmitz am

      Lieber Herr Fuck ,dem ist nichts hinzuzufügen,Sie sprechen mir aus der Seele
      Liebe Grüße
      Volker Schmitz

  2. Volker Schmitz am

    Wann immer ich die Rübenacher Seite besuche,irgendwo taucht immer der Name Neitzel auf.Das die Bahnstrecke Koblenz- Bassenheim dem Herr Neitzel ein Dorn im Auge ist (wie so vieles andere) wissen wir.Kann es sein das Herr Neitzel einfach zuviel Zeit hat ???

    Mit freundlichen Grüßen
    Volker Schmitz

    • Norbert Zell am

      Vielleicht (sondern tut) liegt es daran, daß sich Herr Neitzel um den Stadtteil und seine Infrastruktur bemüht!
      Wenn Andere ihn unterstützen oder gar entlasten, würde er gerne verzichten ,daß sein Name präsent ist!

  3. Volker Schmitz am

    Lieber Herr Zell,ich habe nichts gegen den Herrn Neitzel und auch ich finde den ganzen Verkehr nicht toll der täglich durch unseren Ort rollt,und wenn ich daran was ändern könnte würde ich das tun.Wir wohnen aber hier nunmal in einem Vorort von Koblenz und die meisten Leute die täglich mit Ihrem Kfz durch Rübenach fahren müssen dorthin zur Arbeit.Ich würde Herr Neitzel auch unterstützen wenn es Sinn machen würde.Herr Neitzel hätte gerne eine heile Welt,mit wenig Verkehr durch unseren Ort,vielen Radwegen,breiten Gehwegen und alles ohne Lärm.Das alles ist halt nicht realisierbar.Es wird ja auch noch überall gearbeitet und irgendwie müssen die Leute ja an Ihren Arbeitsplatz. Was ist denn bisher passiert ??? Geschwindigkeitsanzeigen an den Ortseingängen um die sich niemand kümmert. Verkehrsinseln, an denen die Autos jetzt umständlich anhalten müssen und wieder anfahren was noch mehr Krach und Abgase verursacht wie vorher ! Sowas macht für mich keinen Sinn ! ich bin der gleichen Meinung wie Herr Fuck das langfristig von Bubenheim über Rübenach bis Wolken und Bassenheim ein großes Industriegebiet entsteht und die Verkehrsbelastung für Rübenach steigt.Wie auch Herr Fuck bin ich der Meinung das die Bahnstrecke die Herr Neitzel leider seit Jahren bekämpft eine echte Alternative wäre.aber diese Gelegenheit das wird ja scheinbar verschlafen.
    Liebe Grüße
    Volker Schmitz

  4. Johannes Fuck am

    Offner, spontaner Brief an die Stadtratsfraktionen und Bürgermeisterkandidaten.

    Sehr geehrte Stadtratsmitglieder,
    Sehr geehrte Damen und Herrn,

    im „Unser Rübenach“ konnte ich die Beschlussvorlage, Nummer BV/0277/2017 nachlesen. Der Beschlußentwurf sieht eine Entwidmung der Bahnstrecke Koblenz-Bassenheim vor.

    Ich halten diesen Entwurf für grundlegend falsch. Entlang dieser Bahn-Strecke sind mehrere Gewerbe-/Industriegebiete (Koblenz Zentrum, Lützel, Dienstleistungszentrum B9, Gewerbegebiet Metternich I und II, Bundeswehrzentralkrankenhaus, GVZ, Industriegebiet A61), Schulen ( IGS Koblenz Pollenfeld, weiterführende Schulen in Koblenz am Haltepunkt Mitte) und mehrere Wohngebiete (Lützel, Neuendorf, Pollenfeldsiedlung, Neubaugebiet Pollenfeldweg-Bubenheimer Weg, Metternich, Rübenach, Bassenheim). Eine Nutzung der Bahnstrecke als ÖSPNV würden die Hauptstraßen Mayener Straße, Trierer Straße und Aachener Straße entlasten. Ich bin davon überzeugt, diese Strecke zusammen mit einem Bahnbetreiber wirtschaftlich betreiben zu können.

    Sicherlich kenne Sie die europäischen Entwicklungen im Transport- und Speditionswesen besser als der „kleine“ Drucker in Metternich. Auf europäischer und bundes Ebene, über alle Fraktionen hinweg, möchte man mehr Güter von der Straße auf die Schiene bzw. Schiff verlagern. Das ist ein lang, weit in die Zukunft gestecktes Ziel. Der jetzige Trend, die im Moment zu beobachtende Entwicklung ist eine Fehlentwicklung. Das hat man schon seit langem erkannt und man steuert dagegen. Stadt Koblenz hat schon vor vielen Jahren entsprechend Fördergelder bekommen. Die Rückzahlung der Fördergelder zuzüglich Zinsen ist nichts im Verhältnis zu dem Wertverlust der Gewerbe-/Industrieanlagen bei fehlender Infrastruktur. In dem Zusammenhang möchte ich Sie, auf die umfangreichen Baumaßnahmen entlang der Bahnverbindung Rotterdam-Genua hinweisen. Der Gotthard Basistunnel ist nach 17jähriger Bauzeit soweit abgeschlossen. Die Rheintrasse von Basel bis Karlsruhe wird zum Teil vierspurig ausgebaut – Fertigstellung 2021. Es liegt ein Gesetzentwurf für die „Flüster“bremsen vor, die dann bis 2020 eingebaut sein sollen – zwangsläufig – da laute Züge nicht durch die Schweiz fahren dürfen. Sicherlich ist Ihnen die Situation auf den Autobahnen bekannt. Einige Rheinbrücken sind für Fahrzeuge über 3,5 to. gesperrt andere sind Sanierungsbedürftig. Es wäre ein Treppenwitz, wenn Koblenz ein GVZ hatte und die Züge dann wegen fehlender Anbindung an Koblenz vorbeifahren.

    Ich möchte sie bitten, gegen die Entwidmung zu stimmen. Eine Entwidmung dauert lang ist aber möglich – die Bahntrasse wäre dann aber unwiederbringbar verloren.

    Die Zeit bringt Rat. Erwartet’s in Geduld. Man muß dem Augenblick auch was vertrauen. Schiller.

    Mit freundlichen Grüßen
    Johannes F u c k

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