Unser Rübenach, Samstag, 20. Januar 2018

„Kein Plan wird verfolgt“

2

Da lese ich mit Erstaunen in der Rhein-Zeitung vom 21. Dezember, dass die Stadt nun an einem „Green City Plan“ arbeitet, in dem die Maßnahmen zur Verbesserung des Stadtklimas erfasst werden sollen. Na toll … Nur: Wir haben schon einen Masterplan für Koblenz, Stadtteilentwicklungspläne für die meisten Stadtteile, wir haben einen Lärmaktionsplan, einen Nahverkehrsplan, einen Verkehrsentwicklungsplan und auch einen Luftreinhalteplan, der heißt jetzt Luftqualitätsplan. Wir haben jede Menge Pläne – nur keiner davon wird verfolgt. Logisch wäre es doch zum Beispiel, den Luftreinhalteplan zu nehmen und die darin beschlossenen Projekte einfach durchzuführen – statt neue Pläne zu machen! Toll finde ich das elektronische Fahrgastinformationssystem an allen Haltestellen (Maßnahme M 10 aus dem Luftreinhalteplan), welches es ja in vielen Städten bereits gibt. Nur: Woran soll das eigentlich befestigt werden? Von den zehn Bushaltestellen in Rübenach ist zum Beispiel nur eine überdacht, bei allen anderen steht man völlig im Regen. Fangt doch erst mal damit an, die Haltestellen einladend zu gestalten, dann fahren auch mehr Leute mit dem Bus. Oder die Maßnahme M 12 aus besagtem Plan: Da stehen einige geplante Straßenbauprojekte, darunter die Nordtangente. Ja, kommt die noch? Irgendwie habe ich das Gefühl, dass hier in Koblenz viel geplant, aber wenig durchgeführt wird …

Rüdiger Neitzel

Rhein Zeitung – 30.12.2017

Teilen:

2 Kommentare

  1. Johannes Fuck am

    Sehr geehrter Herr Neitzel,
    stimmt. Hier einige aktuelle Beispiele, von bestehenden Planungen und geänderter Ausführung, die die Lebensqualität in Metternich negativ beeinflussen werden. Wir steuern auf eine Verkehrskatastrophe zu. Das Industriegebiet Mühlheim-Kärlich ist im Vergleich zum Gewerbegebiet Metternich gut erschlossen.

    Wir haben in der „Rübenacher Straße“ den Bebauungsplan 242 mit einer Bebauungshöhe von 10 m. Der bestehende Plan ist gut ausgearbeitet, Größe der Parzellen, Art der Nutzung usw.. Ergebnis: homogen und optimal genutzt, Metternich hat dadurch Qualitäten. Jetzt wo fast alles bebaut ist möchte man, wahrscheinlich auf Wunsch eines Investors, die Bebauung auf 16,5m bis max. fast 19m verdoppeln. Die Art der Nutzung wird „erweitert“ damit das Gebiet aufgewertet wird. So entsteht Konfliktpotential. Zu hoch. Zu eng. Laut neben Leise. Aufgrund von Platzmangel steht Müll an der Haustür des Nachbarn (Beispiel: Froesch-Gelände). Who cares?

    Thema ist zur Zeit der mögliche Konflikt ein geplantes Gesundheitszentrum neben Castell. Castell muss dann sein Betriebsgelände wegen fehlender Genehmigung der Nutzungsänderung räumen! Who cares?

    Warum diese Ghettobebauung auf dem Froeschgelände? Bauhöhe stimmt nicht.
    Beispiel CIM – Bauhöhe und Bebaungslinie war im Bebaungsplan gut geplant, „Thönnissen“ und Appartmenthäuser halten sich daran, wird aber beim CIM nicht eingehalten. Dadurch fehlt unter anderem Kurzhalteparkpältze für Taxi, Paketdienste und Apothekenkunden vor der Tür zu Lasten der Allgemeinheit. Who cares?

    Ich hatte mich angeboten die Kosten für ein Bushaltehäuschen „88“ zu übernehmen, hatte mehrere angeschrieben und angesproche. Entweder war man nicht zuständig oder ich bekam keine Antwort. Who cares?

    Das GVZ A61 ist mit einem Bahnanschluss geplant, man zahlt jährlich um die Strecke zu erhalten, hat Fördergelder bekommen aber man denkt noch nicht mal ansatzweise die Bahnstrecke für einen ÖPNV zu nutzen. Damit wäre Green City, Luftreinhaltung, effektive Fahrradnutzung möglich. Die bestehende Bahnlinie könnte eine wichtige Rolle im ÖPNV spielen. Das würde mit Sicherheit genutzt – man kennt die Akzeptanz bei anderen großen Städten mit Stadtbahnen oder S-Bahnen. Who cares?

    Die Umgehungsstraße Metternich wird seit ca. 1960 geplant, es wurden sogar schon Behelfsstraßen gebaut (Eifelstraße) und die Abfahrt B9 „Am Sender“. Aber irgendwie verliert man total die Orientierung oder liegt es an dem Investor König das eine Verbindung zur Bubenheimer Flur nicht mehr möglich ist. Who cares?

    Planung ist wichtig. Wenn man Industriegebiet von B9 bis Rübenach und zwischen Bubenheim und Metternich plant sollte man auf die Infrastruktur achten. Wenn man in dem Bebaungsgebiet 242 kleine Parzellen, schmale Straßen plant sollte man nicht durch eine Verdopplung der vertikalen die Nutzungsfläche vergrößern.
    Landesentwicklungsprogramm Rheinland-Pfalz (LEP IV Z 31) und Regionaler Raumordnungsplan Mittelrhein-Westerwald 2006 (RROP 2006) sind noch zwei Pläne die in die nähre Zukunft schauen. Was ist aber die Planungsgrundlage. Kennt man überhaupt die Ströme der Berufstätigen über die Kreis- und Stadtgrenzen? Es ist bekann, dass die Jugend z.T. keinen Führerschein macht! Kennt man die Belastung der Anlieger? Wie kann man bestehende Probleme durch alternative Maßnahmen beheben und wer nimmt darauf Rücksicht? Who cares?

    Die oben genannten Gewerbegebiete haben vier mittelmäßige Zufahrten, laut eigener Einschätzung der Planer „befriedigend“, für mich sind das bessere Mauselöcher. Mehr Straßen sind nicht die Lösung. Man kann gar nicht so viele Straßen bauen dass alles problemlos läuft. Man muß alternativen schaffen, damit das Erreichen der Arbeitsplätze auch ohne Auto möglich ist! Der IKEA-Kreisel hätte kreuzungsfrei gebaut werden müssen. Dann hätte man auch einen Radweg und Bürgersteig berücksichtigen können. Zwischen Metternich und Bubenheim gehört ein Schnell-Radweg mit Bürgersteig. In dem Gebiet entstehen viele Arbeitsplätze die wären dann ohne Auto erreichbar! Der Radweg in der „Rübenacher Straße“ endet (von Rübenach kommend) auf der Höhe vom NORMA. Bei den letzten Ausbaumaßnahmen hat man auf eine Verlängerung des Radweges verzichtet – man könnte übers „Dorf“ und Trierer Straße das Zenrum erreichen. Das ist ein Umweg. Wie kann man das Industriegebiet, Briefzentrum und das Hafengelände mit dem Fahrrad von Rübenach oder Metternich erreichen. Alle Wege führen nach Rom! Who cares?

    Hätte. Wäre. Könnte. Würde. Planung ist wichtig, die genannten Beispiele sind keine spontanen Ideen von einem „Wut“bürger. Hat der „richtige“ Investor einen Wunsch, ist alles geplante Makulatur. Das ist Arnachie.

  2. Ich teile die Befürchtungen von Herrn Fuck weitestgehend. Insbesondere kann ich nicht verstehen, dass die Stadt sein Angebot ein Bushäuschen zu stiften nicht begeistert annimmt. Ich habe unseren Baudezernenten gebeten, der Sache nachzugehen. Vielleicht wird ja wenigstens daraus noch was !

Hinterlasse einen Kommentar