Unser Rübenach, Donnerstag, 24. Mai 2018

„Fahrradwege und Gleisnutzung sind möglich“

5

Diskussion Soll die seit Langem stillgelegte Bahntrasse von Lützel nach Bassenheim zum Radweg werden?

In letzter Zeit liest man sehr oft in der regionalen Presse die Forderung der Bürgerinitiative „Lebenswertes Rübenach“: Gleise weg für Fahrradweg. Solche Forderungen waren schon vor zehn Jahren ein Fehler. Die Zeiten haben sich doch geändert: Klimaziele, dicke Luft in Koblenz, Verkehrsaufkommen et cetera. Es geht nicht darum, die Fehler von früher zu wiederholen. Wir sollten aus diesen lernen.

Liegen die Gleise erst einmal unter Beton, sind sie verloren. Es gilt, Werbung für die Gleise zu machen. Die anliegenden Firmen für eine Nutzung zu gewinnen. Einen Personennahverkehr in Erwägung zu ziehen. Einen Investoren zu suchen. Es sollte geprüft werden, ob dafür eventuell Fördermittel aus einem der reichhaltigen Fördertöpfe Europa, Bund oder Land zur Verfügung stehen. Warum nicht auch für den Tourismus einsetzen?

Ein Fahrradweg, wie er von der BI „Lebenswertes Rübenach“ gefordert wird, kann doch unabhängig von den Gleisen eingerichtet werden. Es gibt genügend Wirtschaftswege, die die Stadt Koblenz mit relativ geringem Aufwand für den Radverkehr ziemlich schnell herrichten könnte. So ist sowohl ein Fahrradweg als auch die Nutzung der Gleise für den öffentlichen Personennahverkehr ein guter Einstieg in eine Verkehrswende, um die innerstädtischen Straßen zu entlasten. Mit dem Rad in die Stadt oder mit der Bahn von Bassenheim über Rübenach, Metternich, Lützel zur Stadtmitte oder sogar zum Hauptbahnhof wäre in Anbetracht von Klimazielen und Verkehrsdichte eine super Ergänzung. Vielleicht würde dann der eine oder andere sein Auto lieber stehen lassen. Bei vernünftiger Fahrpreisgestaltung wäre das eine zukunftsweisende Investition für Koblenz. Fahrradweg und Nutzung der Gleise sollten das Ziel sein.

Andreas Klein, Koblenz

Rhein Zeitung – 25.04.2018

Teilen:

5 Kommentare

  1. Volker Schmitz am

    Das ist ja mal ein interessanter Beitrag,Scheinbar gibt es außer mir und dem Herrn Fuck noch mehrere Leute die dieser Meinung sind. Es wäre an der Zeit das diese wichtige Sache mal ins rollen kommt. Übrigens die einzige Möglichkeit eine Entlastung der Verkehrssituation herbeizuführen.

    Volker Schmitz,Rübenach

  2. juergen mueller am

    Interessant mag ja mal der Beitrag für manch einen sein, ohne jedoch fehlende Detail- und Informationsdefizite zu berücksichtigen, mit denen zumindest Herr FUCK seine Vorstellungen und Wünsche untermauert hat.
    Diese angeblich „einzige“ Möglichkeit einer Entlastung des Verkehrsaufkommens bei uns lässt diese vermissen.
    „Genügend vorhandene Wirtschaftswege“ mit relativ geringem Aufwand als Radwege herzurichten, das hat Ratsmitglied Frau Mehlbreuer (und nicht nur sie alleine) bereits aufgegriffen und thematisiert.
    Passiert ist bisher nichts.
    Was so manch einer unter einem „relativ geringen Aufwand“ versteht, erschließt sich mir nicht (die STADT hat andere Sorgen).
    Die Anwohner des RÜBENACHER WIRTSCHAFTSWEGES werden (und sind) nicht begeistert von der Annahme sein, dass eines Tages wieder Güterzüge die ihren Häusern nur wenige Meter entfernt liegende Bahntrasse befahren (und das womöglich Tag und Nacht).
    Was Befürworter (mit oder ohne Detailkenntnis) anscheinend überhaupt nicht berücksichtigen ist, dass sich die Bahntrasse einige Meter „überhöht“ gegenüber dem Wirtschaftsweg und den Liegenschaften unmittelbar angrenzender Anwohner befindet, was den Lärmpegel vorbeifahrender Güterzüge erheblich verstärkt und in unseren Ort weiterträgt (haben wir bis in die 80er alles gehabt).
    Und was den Wirtschaftsweg/Radweg betrifft, so ist es hier alleine mit einem Ausbau nicht getan, da bei einer Verbindung erforderlicher Wirtschaftswege verkehrsrechtliche Vorschriften zu beachten sind.
    Der Wirtschaftsweg/Radweg würde ja in der Folge NICHT nur von Radfahrerern genutzt, sondern weiterhin von landwirtschaftlichem Verkehr, Fußgänger (mit Kinderwagen, mit Hund), Wanderer, Jogger etc..
    Bevor man auf einen Zug aufspringt, sollte man daher schon Risiken und ihre Details berücksichtigen.

    • Volker Schmitz am

      Wenn Sie mich damit meinen,ich habe weder fehlende Detail-und Informationsdefizite noch muss ich irgendwas untermauern da die Sache doch klar auf der Hand liegt und jedem einleuchten müsste.Ausserdem fehlt mir einfach die Zeit hier große Romane zu schreiben.
      Ich bin jederzeit in der Lage mit dem Fahrrad auf bequemen Wirtschafts oder schon vorhandenen Radwegen von Koblenz nach Mayen und zurück zu fahren ohne dabei in Lebensgefahr zu geraten.Und ist es nicht maßlos übertrieben es so hinzustellen als würden auf der Bahnstrecke Koblenz-Bassenheim Tag und Nacht Güterzüge rollen…???? Wo sollen denn diese Güter alle herkommen ??? Das ist Schwarzmalerei von ewig Gestrigen und mag fürs Rheintal zutreffen (obwohl auch dort die modernen Züge kaum noch zu hören sind).Und welchen Lärmpegel hatten wir denn in den 80ern ??? War es nicht so das von Mo-FR vormittags11.30 eine Rangierlok zur Fa.Dr.Clement
      (Ochtendung Karmelenberg ) fuhr um maximal 8 Schüttgutwagen mit Schotter abzuholen ?
      Da kann man doch kaum von Güterzügen reden.:-))) kann es nicht sein das die Menschen heute etwas empfindlich sind ? Fahren sie mal nach Kottenheim oder zum Bahnhof Mayen/West, dort
      fährt die Stadtbahn mitten durchs Wohngebiet und wenige Meter an den Gärten und Häusern vorbei ohne das sich dort irgendjemand aufregt.Es gibt in Rübenach sehr viele Leute die lieber gerne mit der bequemen Bahn morgens zur Arbeit nach Koblenz fahren würden als eine Stunde und mehr im Stau zu stehen und deshalb werde ich für diese Sache werben und das ganze unterstützen.
      Ich wünsche allen einen schönen Vatertag und ein langes sonniges Wochenende.

      Mit freundlichen Grüßen
      Volker Schmitz

  3. Johannes Fuck am

    Aufruf an alle Investoren, Betriebsräte, Arbeitnehmer, Besucher, und Anwohner
    in den Gewerbe- und Wohngebieten Metternich, DLZ B9, Bundeswehr Zentral Krankenhaus, Gesundheitszentrum, Rübenach usw. Es wird Zeit das wir unsern Bedarf kundtun. Wir brauchen einen schnellen, komfortabeln ÖPNV – das geht nur mit einer Stadtbahn.
    Der vcd und BUND ermittelt den Bedarf mittels Anschreiben bei den Anliegern. Durch eine Stadtbahn werden die Anfahrtskosten für Arbeitnehmer langfristig günstiger. Die Attraktivität von Büro- und Wohnraum steigt gleichermaßen. Gute Erreichbarkeit. Weniger Staus. Weniger Parkplatzflächen. Vorteile ergeben sich auch für Kunden: IKEA-Kunden die mit der Bahn zum Shoppen kommen und die Möbel dann liefern lassen. (Wird in anderen Städten schon so praktiziert. IKEA Neubauten nur nach an Bahnhaltepunkten (FAZ). Karlsruhe und Köln sind ältere Beispiele.). Freizeitangebot PinUp: Für kleines Geld aus der VRM-Region mit Gruppen-Tagesfahrschein zum Bowlen!
    Start-Ziel-Beispiel: Boppard (Wohnort) nach Dienstleistungszentrum B9 Metternich (Arbeitsplatz)
    Mit Stadtbahn Ko-Bassenheim langfristig ganz klar ÖPNV.
    Ohne Stadtbahn sehr wahrscheinlich mit dem Auto.
    Weitere Start-Ziel-Orte: Rhein-Strecke: Andernach, Neuwied, Boppard, Rhens, Wiesbaden, Mainz, Köln Lahn-Strecke: Lahnstein, Bad Ems, Limburg Mosel-Strecke: Cochem-Zell, Kobern-Gondorf, Treis-Karden, Trier

    Das gilt auch für die Fernverbindung von Metternich/Rübenach nach Frankfurt oder Düsseldorf.
    Umsteigen zwischen gleichenTransportmittel ist einfacher und schneller.

    Wir müssen unser Interesse kundtun. Es ist keine Utopie. Die Bahnstrecke Koblenz-Bassenheim ist nicht in einem Randgebiet und ist mit geringen Mittel in Betrieb zu nehmen. Wer was anderes behauptet, macht es aus Unkenntnis oder wider besseren Wissens.

    Sehr geehrter Herr Müller,
    in der Diskussion mit allen Beteiligten fällt mir auf, man hat ganz falsche Vorstellungen was heute möglich ist und zukünftig gebraucht wird.
    – „Bahn“ heutiger Technik ist mit Bahn vor 1980 nicht vergleichbar. Nicht im Komfort. Nicht in der Geschwindigkeit. Nicht im Lärm.
    – Fahrplan! „Rheinland-Pfalz-Takt“ bietet aufeinander abgestimmte RE- und IC-Verbindungen. Wer hat’s erfunden: Die Schweiz
    – trotz Digitalisierung haben wir weiterhin eine Zentralisierung und es gibt immer mehr Arbeitnehmer die immer längere Wege zur Arbeit zurücklegen. Ohne „Bahn“ geht das nicht. Es gibt immer mehr Züge die den Ballungsraum Koblenz/Neuwied mit Frankfurt und Köln/Düsseldorf verbinden. Das Maifeld und Ochtendung ist da schon abgehängt.
    – die Bahnlärm Diskussion betrifft Züge die gefühlt schon im 1. Weltkrieg eingesetzt waren. Die müssen bis 2021 nachgerüstet werden. Das Ergebnis kann sich schon jetzt hören lassen. Eine Stadtbahn ist vergleichbar mit einem Stadt-Bus.
    – laut FAZ fehlen bundesweit 45.000 LKW-Fahrer. Wir sollten die bestehende Strecke nicht so leichtfertig aufgeben. Bahn ist die bessere Alternative für den Gütertransport.
    – Kosten: die Stadt haut mit der Behauptung „seriöser erster Schätzung 40 Mio“ den ganz großen Totschlagknüppel raus. Fachleute schätzen 1 Mio Euro/km = 10 Millionen Euro. Wenn man im Internet recherchiert werden vergleichbare Neben-Strecken mit 3 Weichen und neuen Signalanlagen 10km für 9,2 Mio. angegeben.
    – Mainzelbahn, Mainz-Wiesbaden-Taunus, Zweibrücken-Homburg alles aktuelle neue Bahnstrecken, die können sich doch nicht alle irren.
    – eine Stadtbahn kann entsprechend dem Bedarf angepasst werden Kurz-/Mittel-/Lang-Zug. Kleine Zubringerbusse – zukünftig autonom fahrend – die kleinen Orte wie Wolken oder Arbeitsstätten RZ, Amazon, usw. anbinden.
    – Warenströme: Genua-Rotterdam; Transsiebirische bzw Seidenstraße
    Alles keine Utopie – wann und wie es kommt, wer weiß?

    Freizeitangebot:
    Die Forst- und Wirtschaftswege in Metternich und Rübenach sind schon jetzt zum Teil super gut ausgebaut. In Metternich und Rübenach fehlen nur kleine Stücke. Da fährt man zum Teil auf wenig befahrenen Seitenstraßen. Ich lade Sie auf eine kleine Spritztour von Metternich zur Lingerhand auf ein „Bier“ ein und dann eine schöne Abfahrt nach Kobern-Gondorf und mit dem Zug zurück nach Koblenz – und zukünftig mit dem Zug nach Rübenach dann sparen wir uns die „paar“ Höhenmeter. Fahrradmitnahme ist bei einer Stadtbahn möglich!

    Bevor man einen Zug kleinredet, sollte man die Details berücksichtigen – es ergeben sich so viele Vorteile.
    Unsere Stadtpolitiker können noch auf den Zug aufspringen – als ersten Schritt kann man ein Gutachten erstellen lassen, der den Bedarf ermittelt. Anzahl Arbeitnehmer bzw. Anwohner, Ein- und Auspendler, Pendler-/Kunden-Ströme, Start-/Ziel-Orte für oben genannte Personengruppen, geplante Büro-/Hallenfläche mit möglicher Nutzung.
    Auch wenn die Stadtverwaltung einen Zusammenhang der im Bau befindlichen Gewerbegebiete und die Nachverdichtung von Metternich in Abrede stellt, werden wir eine große Verkehrskonzentration bekommen. Da brauch man keine Glaskugel. Infrastruktur muss geplant werden. „Fehlende Detail- und Informationsdefizite“ haben alle Beteiligten – aber die Stadtbahn hat viele Vorteile und das kann kein anderes Verkehrsmittel bieten.

    Mit einer Entwidmung der Bahnstrecke gibt es kein zurück. Dann wird die Bahnstrecke parziell anderweitig genutzt und ist unwiederbringbar nicht mehr mit einer Stadtbahn oder einem Güterzug zu nutzen – nie mehr!

    Jetzt gilt’s: Teilen Sie dem vcd Ihren „Bedarf“ mit.
    Anzahl Arbeitnehmer/Mieter/Kunden :: von :: nach.
    Fragen Sie BITTE nach, wie sie die Aktion unterstützen können. Danke.

  4. Rudolf Kowalski am

    Es ist inzwischen erschreckend, mit ansehen zu müssen, mit welcher Egozentrik manche Menschen andere zu überzeugen versuchen. Da ziehen Leute aufs Land und wollen dann den Bauern die Arbeit verbieten. Andere ziehen in die bebende, lebendige Altstadt und beschweren sich dann, dass dort wohl doch zuviel „Leben“ stattfindet und machen den ansässigen Wirtsleuten das Leben schwer. Wieder andere wohnen an einer Bahnlinie oder schlimmer: Sie ziehen explizit an die Bahngleise (z.B. weil dort die Häuser und Grundstücke preiswert sind?) und ziehen dann ausschließlich ihre eigenen Interessen ins Kalkül. Umwelt? Egal.! Stau in der Rush-Hour? Egal.! Weniger Autos auf den Straßen? Egal.! Eine gesündere Hinterlassenschaft für unsere Kinder und Enkel? Egal.! „Früher war angeblich immer ALLES besser“…Ach… meist aber nur das, was manchen Egozentrikern in den Kram passt. Sobald diese Medaille dann auch eine andere Seite hat (wie nahezu Alles) wird man bigott. Es wird immer unerträglicher, aber eine gesunde Demokratie sollte auch solche Menschen aushalten können. Ob Diesel-, Benziner-, Brennstoffzellen- oder Elekto-Autos – da können wir soviel hin und herschieben wie wir wollen. Das Ende der automobilen Hysterie ist eingeläutet. Da ich sehr Autoafin bin, gefällt mir das persönlich ganz und gar nicht. Man sollte den Tatsachen jedoch so langsam ins Auge sehen, anstatt ständig zu versuchen, mit irgendwelchen „Nebelkerzen“ vom eigentlichen Problem abzulenken. Wir brauchen künftig diese Bahnstrecke – Punkt. Genauso brauchen wir dringend ordentliche Fahrradwege – Punkt. Mehr Autos und noch mehr Parkhäuser sind definitiv KEINE Alternative. Ob jemand im Stadtkern von Koblenz wohnt, oder in der Eifel – oder letzlich in Rübenach an der Bahnstrecke… ist sowas von zweitrangig.
    Rudolf Kowalski

Hinterlasse einen Kommentar