Unser Rübenach, Freitag, 16. November 2018

Verkehr : Doch Entlastung für Rübenach?

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Antwortschreiben den BI „Lebenswertes Rübenach“ auf den RZ Beitrag vom 20.10.2018 Verkehr: Keine Entlastung für Rübenach

Veröffentlichung vom 20.10.2018

Es ist noch nicht lange her, dass die Stadt ein Verkehrsgutachten zum Schwerverkehr in Rübenach vorgestellt hat. Dieses lange angemahnte Gutachten ist Teil eines Schreibens an den Vorsitzenden der Bürgerinitiative „Lebenswertes Rübenach e.V.“ welches das Verwaltungsgericht Koblenz der Stadt im Rahmen eines Prozesses als Auftrag gegeben hatte.

Leider kommt die Stadt darin zu der Erkenntnis, dass in Rübenach nichts zu ändern sei. Erstaunlich nur, dass die Stadt dabei ihren eigenen Lärmaktionsplan außer Acht lässt. Der wurde mit Hilfe eines Gutachters erstellt, den sie unerwähnt lässt, obwohl das Gutachten als Grundlage für den Lärmaktionsplan Koblenz diente. So ist man auch nicht verwundert, dass eine generelle Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h, die seiner Zeit auch vom Gericht vorgeschlagen wurde und auch im Lärmaktionsplan nach wie vor enthalten ist, jetzt von der Stadt abgelehnt wird.

Die Durchschnittsgeschwindigkeit in der Aachener Straße betrüge ja nur 35 km/h und die auf 30 k/h abzusenken bringe nichts, argumentiert die Stadt. Dabei wird aber übersehen, dass eine Durchschnittsgeschwindigkeit eben nur ein Durchschnitt ist. Ein großer Teil aller Fahrzeuge fährt eben schneller als 35 km/h!

Die Bürgerinitiative führt zurzeit mit einem handelsüblichen Messgerät eine Langzeitmessung in der Aachener Straße durch. Diese ergab für die Zeit vom 28. September bis 28.Oktober eine Gesamtbelastung von 303.771 Kfz Bewegungen (..das sind 3,6 Millionen pro Jahr!) und davon fuhren im Oktober allein 85.441 Fahrzeuge zwischen 35 und 40 km/h, 56.117 Kfz zwischen 40 und 45 km/h…. insgesamt fuhren 166.483 Kfz schneller als 35 km/h.

Eine Absenkung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h macht deshalb noch immer Sinn und wird im Lärmaktionsplan der Stadt Koblenz als „bereits geplant“ aufgeführt. Es scheint, dass die verschiedenen Ämter der Stadt nicht miteinander sprechen…die BI wird (nicht nur) deshalb gegen die Entscheidung der Stadt Widerspruch einlegen und wieder gerichtliche Klärung suchen.

Siehe auch Lärmschutzplan der Stadt Koblenz Anlage1, Anlage2.

Rüdiger Neitzel BI „Lebenswertes Rübenach“ – 31.10.2018
Beitragsfoto Herbert Hennes

 

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3 Kommentare

  1. Sehr schönes Bild von Herrn Hennes. So viele schöne abgasarme VW neuester Technologie. 1. Die fahren keine 30Km/h! 2. Man sieht nur einen LKW! (Könnte auch ein Anhänger sein.) 3. Kann mir jemand sagen ob das Ziel-, Quell- oder Durchfahrtverkehr ist? Sie wissen das nicht. Sie können das nicht differenzieren. Dann kann man nichts machen.

  2. juergen mueller am

    Zynismus, Herr Fuck, ist kein schöner Charakterzug und schon garnicht in Bezug auf das jahre- (wenn nicht jahrzehntelange) Bestreben von Menschen in Form einer Bürgerinitiative, die quasi von der Stadtpolitik im Stich gelassen werden, etwas an einer Situation zu ändern, die Lebensqualität und Gesundheit mindert/gefährdet.
    Im Gegensatz zu Ihren Visionen (denn dabei wird es bleiben) steht hier in erster Linie das Wohl insbesondere der Anwohner der Aachener Strasse im Fokus der Bemühungen, was auch eine soziale Verantwortung beinhaltet, die die Politik vermissen lässt.
    Ja, das Foto von Herrn Hennes ist ein schönes Foto, da es die alltägliche Verkehrssituation offenbart, mit der RÜBENACH seit Jahrzehnten zu kämpfen hat.
    Was Ziel-, Quer- und Durchgangsverkehr anbetrifft, so empfehle ich Ihnen, sich an die Stadt zu wenden, die es Ihnen anhand eines von ihr in Auftrag gegebenen Gutachtens lesbar zugänglich machen wird.
    Betroffene interessiert die Differenzierung in Ziel-, Quer- oder Durchgangsverkehr weniger bis garnicht (und da beziehe ich mal die BI mit ein), sondern nur den alltäglichen Verkehrswahnsinn, der sich vor der eigenen Haustüre abspielt.
    Sie können sich aber auch gerne einmal einen Tag auf einem Höckerchen in die AACHENER Strasse setzen, Kennzeichen aller Fahrzeuge notieren (und die gute Luft genießen) – um dann anschließend in Ziel-, Quer- oder Durchgangsverkehr zu „differenzieren“.
    Nehmen Sie das nicht an oder verstehen es nicht – dann kann man nichts machen.

    • Die Bildbeschreibung ist im Ergebnis und Beschreibung die pointierte Kurzfassung des Gutachtens. Ich kann da nichts zynisches erkennen.
      Zynisch wäre:
      „Es liegen keine Belege dafür vor, dass das im Internet kursierende Foto zu diesem angeblichen Vorfall authentisch ist.“ (im Duktus der Stellungnahme von Herrn Maaßen, Verfassungsschutzpräsident über die Vorgänge in Chemnitz)
      Im Gutachten wird 53% = ca. 6.000 Kfz. Durchgangsverkehr angegeben.
      Die Aachener Straße sei alternativlos sonst führen die Autos durch Wohngebiete!
      Alternativlos? Es gibt noch die Bahnstrecke Koblenz-Bassenheim mit einem P+R-Parkplatz
      Bei einem guten u. schnellen ÖPNV-Angebot werden 40% das P+R-Angebot annehmen. (Erfahrungswert). 2400 Kfz weniger Durchgangsverkehr. Weniger in Rübenach, in Metternich und in der Stadt.
      Bei einem guten u. schnellen Ö-Schienen-PNV-Angebot hat man auch weniger Quell- und Zielverkehr, da Rübenacher auf dem Weg zur Arbeit in die Stadt oder als Pendler zu einem Fernziel (Mainz, Frankfurt, Bonn, Köln, Düsseldorf ect.) die Bahn nutzen werden.
      Vision? Nein. Das ist ein alter Hut, da gibt es Erfahrungswerte, bundesweit, weltweit.
      Ahrtalbahn: https://de.wikipedia.org/wiki/Ahrtalbahn
      Schönbuchbahn: https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6nbuchbahn
      Aschau-Prien: https://de.wikipedia.org/wiki/Chiemgaubahn
      Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz SPD & FDP hat sich 1992 festgelegt: Reaktivierung vor Entwidmung. Stärkung des ÖPNV. Rheinland-Pfalz-Takt. ect. Wer hat es erfunden: die Schweiz.
      Herr Flöck hat noch die Option die Bahnstrecke mit einer Stadtbahn zu nutzen.
      Wie nennt man das? Fürsorglich? Zukunftsweisend? Und das wäre dann mit dem Namen „Flöck“ als Macher und der CDU verbunden. So bleibt nur ein Gefälligkeitsgutachten und Verkehrschaos.
      Alle Anlieger der Hauptstraßen haben mein ehrliches Mitgefühl.

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