Unser Rübenach, Dienstag, 11. Dezember 2018

„Die Straßen verstopfen und die Luft verpesten“

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Der weltweit tätige Immobilienkonzern Goodman entwickelt im Industriepark an der A 61 ein rund 22 000 Quadratmeter großes Logistikzentrum. Hauptmieter wird Kühne & Nagel, teilt Goodman mit.

Die Rhein-Zeitung berichtete über die Ansiedlung der Firma Kühne & Nagel, hinter der A 61 sollen weitere 22 000 Quadratmeter ehemaliger Grünfläche mit Beton zugekleistert werden. Das wird damit beschönigt, dass dabei 70 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Das hört sich gut an, allerdings bezweifle ich, dass sich in Koblenz auch 70 Arbeitskräfte finden werden.

Die Stadt hat mit 1400 Arbeitsstellen auf 1000 Einwohner schon jetzt die höchste Arbeitsplatzdichte in ganz Rheinland-Pfalz. Und weil das so ist, haben wir 60 000 Einpendler, die jeden Tag die Straßen verstopfen und die Luft verpesten. Und ich fürchte, das werden noch mehr. Und gleichzeitig werden wieder 22 000 Quadratmeter versiegelt auf einer Fläche, die einst als Frischluftentstehungszone für Koblenz ausgewiesen war. Letztes Jahr am 30. Mai war Koblenz der wärmste Platz in der ganzen Republik. Sieht da niemand den Zusammenhang? Machen wir immer weiter so?

Rüdiger Neitzel, Koblenz

Rhein Zeitung – 28.11.2018

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1 Kommentar

  1. Johannes Fuck am

    …und täglich grüßt das Murmeltier. Herr Neitzel, ein Großteil der Rübenacher, Bubenheimer und Metternicher Flur wird wahrscheinlich über die nächsten Jahre bebaut. Das ist Fakt. Was brauchen wir? Eine Verkehrswende.
    Die Stadt Koblenz hat ein Verkehrsentwicklungsplan 2030 erstellen lassen. Die Probleme sind der Stadt Koblenz bekannt. Das Auto ist nicht die Lösung. Die zukünftigen Grenzwerte mit den zur Verfügung stehenden Maßnahmen (ÖPNV ausbauen, Fahradwege entsprechend der Norm, Fußgängerwege, Restriktionen im MIV; VEP2030 Seite21) sind bekannt. Allein der Mut fehlt.
    Erschrecken wenn man dann aber als Laie erkennen muss, dass die Gutachten für die Stadt Koblenz immer „wunschgemäß“ ausfallen. Man schlägt progressiv was vor um es direkt wieder zurück zu nehmen. Als würde das überall auf der Welt möglich nur nicht in Koblenz.
    Zwei Beispiele aus dem VEP 2030 Seite 21:
    1. Eine Reduktion der Höchstgeschwindigkeit auf 30km/h ist noch nicht möglich – nur bei bestimmten Bedingungen: Kita, Schule, Lärm und Dreck.
    Wie ist die Situation in der Aachener Straße? Alle 4 Punkte treffen doch zu. Das Gutachten zur Lärmreduktion in der Aachener Straße sagt was anderes.

    2. Ein über Stadtgrenzen hinausgehender Ausbau des ÖPNV wäre sehr kostenintensiv. Stimmt, aber der Schienen-ÖPNV über Stadt-, Kreis- und Landesgrenzen sind ausgebaut. Zugverbindungen an Rhein, Lahn und Mosel sind mit dem Rheinland-Pfalz-Takt aufeinander abgestimmt. Neuwied, Boppard, Bad Ems, Trier, Mainz alles gut zu erreichende Städte. Die Kosten hat man, die Züge fahren (und sind gut gefüllt), man muss nur noch eine Verbindung ins Gewerbegebiet Metternich /Industriegebiet A61 schaffen. P+R-Parkplatz und ein Fahrrad-Parkhaus am Bassenheimer Bahnhof wäre verantwortungsvoll.
    Der Stadtrat und die Verwaltung von Koblenz ist in der Pflicht: Mit gekauften Gutachten kommt man nicht weiter.

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