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Der Volksmund weist die seltsamsten Deutungen: Rüben seien hier ehedem
besonders angepflanzt worden; von dem lateinischen rupes (= Feld,
Schlucht), von rivius (= Fluß, Bach) soll er abgeleitet sein, von ripa (=
Ufer) und so noch an graue Vorzeiten erinnern, da Rhein und Mosel in
flachem, breiten Bett dahinströmten und das Dorf „schon vor Koblenz“ am
Ufer des sich hier vereinigenden Doppelflusses bestand. Nach anderer
Auslegung soll ein römischer Patrizier namens Rufus in Rübenach als
Befehlshaber der Besatzung residiert und der Ort so nach ihm den Namen „Rufiniacum“
erhalten haben. Solche volksetymologischen Erklärungsversuche sind
natürlich nicht ernst zu nehmen. Zwar bleiben wir auf Mutmaßungen
angewiesen, doch darf man (nach W. Kaspers) Rübenach (Rubiniacum) als
sogenannten „-acum-namen“ zum belegten Personennamen Rubinius, als
Siedlung des (erschlossenen) Rubinius betrachten. Möglicherweise handelt
es sich um die latinisierte Fassung eines gallischen Eigennamens. Das
keltische Suffix –acum, das sich in „-acha“ wandelt, wurde später häufig
als germanisch „aha“ = Wasserlauf aufgefasst. Funde im Ort und im
Weichbild von Rübenach lassen den Schluss zu, dass die fruchtbare und
geschützte Stelle an einem kleinen Wasserlauf immer besiedelt gewesen
ist. Sprachgeschichtliche Deutungsversuche des Wortes Rübenach, die von
verschiedenen Urkundenbeschreibungen im Mittelalter ausgehen (Rivenacum,
Rivinacha, Rivenacho, Ribenahcho, Ryuenache, Ribanahha, Revenach,
Ryvenach, Rovenah, Reuenah, Rivenak, Rievenich, Reffenach u. a.) wurden
zwar schon versucht, brachten aber auch keine wissenschaftlich
eindeutige Erklärung.
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