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In der Pfarrchronik
wird verhältnismäßig spät – 1672 – von einem regelmäßigen Schulbetrieb
berichtet, „es sei jedoch schon in früheren Jahren unterrichtet worden“.
Die allgemeine Schulpflicht bestand noch
nicht. Die Vermutung liegt nahe, dass im Mittelalter und in der
nachfolgenden Zeit Kinder und auch Erwachsene aus Rübenach Schulen
besucht haben. Der Unterricht spielte sich damals je nach Vermögenslage
im privatem Bereich ab – oder in Lateinschulen der Städte und Stifte.
Lehrer waren Geistliche. Auch die Pfarrer, die in Rübenach
„residierten“, dürften neben der Glaubenslehre manch nützliche
Information weitergegeben haben.
1860 wird nur von einer schwachen
Schulbeteiligung berichtet, im Sommer besuchten 10, im Winter etwas mehr
Schüler die Schule. Als Lehrer wir Wilhelm Heimburger genannt. Er ist
vereidet und erhält von jedem Kind als „Arbeitsvergütung“ 4 WPF. Da er
gleichzeitig Küster war, erhielt er noch allerhand, bat aber die
Kirchenkasse um einen Zuschuss, da er die Kinder der armen umsonst
unterrichten musste.
1672 wird ein Hochzeithaus erwähnt, in dem
auch Unterricht stattfindet. „Es ist wenig geeignet, der Schulunterricht
wird oft gestört“, klagte der damalige Lehrer. Die Errichtung eines
neuen Schulhauses wird deshalb angeordnet.
In den folgenden Jahren waren J. W.
Schnorenberg, Math. Müller (1705) Nik. Neusser (1721) Joh. Simonis (1729
– 68), Anton Simonis (1775 – 1785) – er hatte die Normalschule in
Koblenz besucht und gab keinen Anlass zum Tadel – die Lehrer an der
Rübenacher Schule.
Nach einem Bericht von 1785 dauerte die
Schule vom 14. November bis zum 1. Mai. Schulpflichtig waren alle Kinder
vom 7. bis 12. Lebensjahr, bis zur 1. hl. Kommunion, die zur damaligen
Zeit noch nicht so früh wie heute empfangen wurde.
Wie sah der Unterricht vor 200 Jahren aus
?
Als Unterrichtsfächer galten
Katechismuslehre, Lesen, Schreiben, Singen und Rechnen sowie der
Unterricht in „natürlichen Dingen“. Anlässlich einer Visitation 1785
bestand die Rübenacher Schuljugend in Katechismus sehr wohl, in den
übrigen Fächern mehr als genügend.
Kompliziert war die
Besoldung:
Jeder Bürger, der eigenes Fuhrwerk hatte,
gab jährlich 2 Sester Korn, die übrigen Einwohner nur 1 Sester (1 Sester
= 15 ltr.); die Höfe von St. Kastor und St. Maximin lieferten einen
Simmer Frucht, die Bubenheimer und die ledigen Einwohner von Rübenach je
eine Garbe, die Gemeinde 12 Simmer Korn (1 Simmer = 30 ltr.). Das
Gesamteinkommen machte rund 25 Zentner aus. Für den Ausfall (von armen
Kindern) zahlte 1798 die Kirchenkasse 5 Taler.
Im Jahre 1810 wurde
die „Alte Schule“ errichtet.
1833 fungiert als
Magister Wilhelm Hammer, vorgebildet in Hadamar und Montabaur; 162 Schüler
sollte er unterrichten. Als 1839 ein zweiter Lehrer angestellt werden
sollte, lehnte der Kirchenrat die Besoldung aus Kirchenmitteln ab. Die
Akten berichten über ernstliche Spannungen zwischen Lehrer und
Kirchenrat.
1855 betrug die
Schülerzahl bereits 275 (130 Knaben, 145 Mädchen). Deshalb wurde 1858
ein neues Schulhaus errichtet und die Königl. preuß. Regierung in
Koblenz erteilte die Genehmigung zu einer 3. Schulstelle.
1892 waren bereits
317 Kinder zu unterrichten; die 5. Schulstelle und gleichzeitig soll ein
neues Schulgebäude errichtet werden. Der Grundstein zum Bau dieses 3.
Schulgebäude wurde am Samstag, dem 26. Mai 1894 gelegt. Dazu einige
Sätze aus der Schulchronik:
Den Bauplatz,
früher Eigentum des Rassierers Severin Seif hierselbst, erstand die
Gemeinde von diesem für 6000,- RM. Das Abreißen der alten Gebäude
daselbst kostete 150,- M, das Planieren des Platzes kostete 850,- M, vom
Pfarrgarten wurden neuen Ruthen angekauft für 180,- M, damit die hintere
Hofmauer gerade Richtung mit der danebenliegenden des 2. Schulhauses
bekam. Bau des Hauses mit Inventar ca. 21 000,- Mark ... am 5. Mai 1895
wurde dasselbe bezogen ...
Rübenach hatte also
um die Jahrhundertwende 3 Schulgebäude.
Am Ende des
Schuljahres 1902 – 1903 betrug die Zahl der Schulkinder 379. So wurde
zum 1. April 1903 die 6. Schulstelle errichtet. Zu Ostern 1916 wurde die
7. Lehrerstelle errichtet, wenngleich sie auch durch den durch
Kriegsverhältnisse bedingten Mangel an Lehrkräften bis 1920 nur
vorübergehend besetzt war. Am 1. September 1922 wurde die Schulstelle
zur Rektor-Stelle erhoben und der damalige Stelleninhaber Hauptlehrer
Caspari zum Rektor ernannt.
1934 wurde eine 8.
Lehrerstelle errichtet, da die Schülerzahl inzwischen auf über 400
angewachsen war. Diese Lehrerstelle wurde jedoch 1938 auf Antrag der
Gemeinde wieder aufgehoben – sie musste gem. Gesetz einen
Besoldungsbeitrag für Lehrkräfte leisten.
Im gleichen Jahr
trat Rektor Caspari „aus Gesundheitsgründen“ in den Ruhestand. Sein
Nachfolger wurde Rektor Goerigk.
1939 wurde in der
„Alten Schule“ ein Büro der Gemeindeverwaltung errichtet, da seit Mitte
der „20er Jahre“ kein Unterricht mehr in diesem Gebäude gehalten wurde.
In Krieg wurden die
Schulgebäude mehrmals beschädigt, der Unterricht war, bedingt durch
häufigen Fliegeralarm, nur behelfsmäßig.
Bei einem weiteren
schweren Bobenangriff auf Rübenach am 22.12.1944 wurden die Schulgebäude
ebenfalls wieder beschädigt. Durch die Kriegsverhältnisse setzte der
Unterricht von Dezember 1944 bis 1. Oktober 45 ganz aus. Während dieser
Zeit mussten die Schulgebäude schulfremden Zwecken (Besatzung,
Gefangenenlager etc.) dienen. Nach dem Krieg war auch vorübergehend
wieder in der „Alten Schule“ Unterricht.
Am 1. November 1945 wurde Herr Lehrer
Wilhelm Stein mit der Leitung der Schule beauftragt und am 1. 7. 1950
zum Rektor ernannt.
Am 1. 9. 1559
wurde die 8. Lehrerstelle wieder neu errichtet, wenig später die 9.
Lehrerstelle. Nach über 40jähriger Tätigkeit an der Schule trat Herr
Rektor Stein am 31. 3. 1961 in den wohlverdienten Ruhestand.
Mit Wirkung vom 1.
4. 1963 wurde die 10. wissenschaftliche Schulstelle und am 1.9. 1964 die
11. (technische) Lehrerstelle der Schule errichtet.
Die Schulgebäude
waren Ende der fünfziger Jahre in keiner Hinsicht mehr den schulischen
Anforderungen gewachsen, - weder vom Platzangebot, noch von der techn.
Einrichtung.
So wurde wieder der
Bau eines neuen Schulgebäudes nötig. Nach langen Diskussionen – u. a.
spielte auch die Platzfrage eine wichtige Rolle – wurde schließlich ein
Neubau beschlossen und das erforderliche Raumprogramm von der
Schulaufsichtsbehörde aufgestellt.
Zur Erlangung von
Entwürfen wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben. Preisträger und somit
„Planungsbeauftragter“ wurde das Architekturbüro M. Ufer, Koblenz.
1964 wurde der
erste Spatenstich vollzogen. Der Einzug in des neue Schulgebäude war
1967. die Schule umfasst 12 Normalklassenräume sowie aller
erforderlichen Nebenräume, Physiksaal, Lehrküche, Werkraum, Aula,
Gymnastikraum, usw.
Wichtig ist noch
ein kurzes Wort zum sogenannten „Schulsystem“.
Eine christliche
Bekenntnisschule gibt es laut Schulgesetz nicht mehr. Mehrere Änderungen
im ganzen Land, es seien hier nur „Grundschule und Hauptschule“ genannt,
waren auch für Rübenach bedeutend.
1970 wurde im
Auseinandersetzungsvertrag mit der Stadt Koblenz Rübenach als Standort
einer Hauptschule (Klassen 5 – 10 u. m.) genannt. In der Folgezeit war
jedoch der Standort Rübenach umstritten, da im Pollenfeld eine
Hauptschule errichtet wurde.
Seit 1973/74 ist
die Rübenacher Schule nur Grundschule mit den Klassen 1 – 4. Die
„Hauptschüler“ fahren in „Schulbussen“ zur Hauptschule Pollenfeld.
Die Zahl der
Rübenacher Schüler, die „weiterführende Schulen“, Realschule, Gymnasien
usw. besuchen, ist der allgemeinen Entwicklung folgend größer als in
früheren Jahren. Waren es in den fünfziger Jahren höchstens 10 – 15 %
der Rübenacher Schüler, so sind es heute (Stand 1975) mindestens 30 – 35
%.
Die Schulstruktur
hat sich in den letzten 15 Jahren auch in Rübenach grundlegend geändert
– nicht nur pädagogische sondern auch organisatorische Reformen waren zu
bewältigen.
Der Leiter der
Schule Dr. Clemens Dahm, hat die Höhen und Tiefen, - einerseits eine
moderne große Schule, andererseits doch keine Hauptschule -, den Segen
der modernen Lehrmethoden aber auch Fehlschläge der Lehrpläne gemeinsam
mit dem Lehrerkollegium erfahren und durchstehen müssen.
In 300 Jahren
Rübenacher Schulgeschichte hat sich viel geändert. Neue Gebäude, neue
Lehrpläne, intensiveres Lernen.
Bei einem weiteren
schweren Bobenangriff auf Rübenach am 22.12.1944 wurden die Schulgebäude
ebenfalls wieder beschädigt.
Durch die
Kriegsverhältnisse setzte der Unterricht von Dezember 1944 bis 1.
Oktober 45 ganz aus. Während dieser Zeit mussten die Schulgebäude
schulfremden Zwecken (Besatzung, Gefangenenlager etc.) dienen.
Nach dem Krieg war
auch vorübergehend wieder in der „Alten Schule“ Unterricht.
Am 1. November 1945 wurde Herr Lehrer
Wilhelm Stein mit der Leitung der Schule beauftragt und am 1. 7. 1950
zum Rektor ernannt.
Am 1. 9. 1559
wurde die 8. Lehrerstelle wieder neu errichtet, wenig später die 9.
Lehrerstelle. Nach über 40jähriger Tätigkeit an der Schule trat Herr
Rektor Stein am 31. 3. 1961 in den wohlverdienten Ruhestand.
Mit Wirkung vom 1.
4. 1963 wurde die 10. wissenschaftliche Schulstelle und am 1.9. 1964 die
11. (technische) Lehrerstelle der Schule errichtet.
Die Schulgebäude
waren Ende der fünfziger Jahre in keiner Hinsicht mehr den schulischen
Anforderungen gewachsen, - weder vom Platzangebot, noch von der techn.
Einrichtung.
So wurde wieder der
Bau eines neuen Schulgebäudes nötig. Nach langen Diskussionen – u. a.
spielte auch die Platzfrage eine wichtige Rolle – wurde schließlich ein
Neubau beschlossen und das erforderliche Raumprogramm von der
Schulaufsichtsbehörde aufgestellt.
Zur Erlangung von
Entwürfen wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben. Preisträger und somit
„Planungsbeauftragter“ wurde das Architekturbüro M. Ufer, Koblenz.
1964 wurde der
erste Spatenstich vollzogen. Der Einzug in des neue Schulgebäude war
1967. die Schule umfasst 12 Normalklassenräume sowie aller
erforderlichen Nebenräume, Physiksaal, Lehrküche, Werkraum, Aula,
Gymnastikraum, usw.
Wichtig ist noch
ein kurzes Wort zum sogenannten „Schulsystem“.
Eine christliche
Bekenntnisschule gibt es laut Schulgesetz nicht mehr. Mehrere Änderungen
im ganzen Land, es seien hier nur „Grundschule und Hauptschule“ genannt,
waren auch für Rübenach bedeutend.
1970 wurde im
Auseinandersetzungsvertrag mit der Stadt Koblenz Rübenach als Standort
einer Hauptschule (Klassen 5 – 10 u. m.) genannt. In der Folgezeit war
jedoch der Standort Rübenach umstritten, da im Pollenfeld eine
Hauptschule errichtet wurde.
Seit 1973/74 ist
die Rübenacher Schule nur Grundschule mit den Klassen 1 – 4. Die
„Hauptschüler“ fahren in „Schulbussen“ zur Hauptschule Pollenfeld.
Die Zahl der
Rübenacher Schüler, die „weiterführende Schulen“, Realschule, Gymnasien
usw. besuchen, ist der allgemeinen Entwicklung folgend größer als in
früheren Jahren. Waren es in den fünfziger Jahren höchstens 10 – 15 %
der Rübenacher Schüler, so sind es heute (Stand 1975) mindestens 30 – 35
%.
Die Schulstruktur
hat sich in den letzten 15 Jahren auch in Rübenach grundlegend geändert
– nicht nur pädagogische sondern auch organisatorische Reformen waren zu
bewältigen.
Der Leiter der
Schule Dr. Clemens Dahm, hat die Höhen und Tiefen, - einerseits eine
moderne große Schule, andererseits doch keine Hauptschule -, den Segen
der modernen Lehrmethoden aber auch Fehlschläge der Lehrpläne gemeinsam
mit dem Lehrerkollegium erfahren und durchstehen müssen.
In 300 Jahren
Rübenacher Schulgeschichte hat sich viel geändert. Neue Gebäude, neue
Lehrpläne, intensiveres Lernen.
Die alten Gebäude
sind zum Teil noch erhalten, aber anderen Nutzungsarten zugeführt.
Die
„Alte Schule“ ist neben Wohnräumen ein Wirtshaus mit gleichem Namen. Die
beiden anderen Schulhäuser sind zu Wohnungen umgebaut.
Die Lehrmethoden
sind zum Teil noch umstritten, ob die „alten“ besser waren, bleibt
vorerst noch unbeantwortet.
Das Lernen muss
notgedrungen intensiviert werden – in der Schule und im Beruf –, denn
unsere heutige in jeder Hinsicht „anspruchsvolle“ Gesellschaft verlangt
Höchstleistung. Jeder, der die Schule verlassen hat und im Leben steht,
erfährt am eigenen Leib den Satz „Wir lernen nicht für die Schule,
sondern für das Leben“. (Erkenntnisse von 1975!)
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