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Von der späten
Bronzezeit zur frühen Eisenzeit kein weiter zeitlicher Sprung, doch
findet sich selten eine Siedlungs- oder Gräber-Kontinuität auf den
Fundstellen. Wahrscheinlich war dieser zeitabschnitt durch soziale und
politische Unruhen gekennzeichnet. Bevölkerungsreiche und
siedlungsgünstige Räume, wie das Dreieck Koblenz – Mayen – Andernach,
sind von solchen Veränderungen natürlich spürbar betroffen.
Mit dem Aufkommen
einer bodenständigen Eisenverhüttung, die eine ganz andere Organisation
verlangte als der Bronzeimport und dessen Weiterverarbeitung, gab es
Machtverschiebungen und eine Veränderung innerhalb der Führungsspitze.
Ihr Höhepunkt dokumentiert sich dann in den reich ausgestatteten und
imposanten Fürstengräbern noch heute deutlich. (Eisenerze kommen hier
entlang des Moseltales und im Hunsrück vor und können ohne
Schwierigkeiten in offenen Gruben abgebaut werden. Bis ins 19.
Jahrhundert gab es im nahen Hunsrück übrigens Bergwerke, die Eisenerze
abbauten. Heute (Stand 1975) hat sich
das Zentrum zum Saarland hin verschoben).
Aus der frühen
Eisenzeit gibt es mehrere Fundstellen in der Rübenacher Gemarkung: am "Metternicher
Pfad", auf der Rübenacher Höhe" an der Grenze nach Mülheim, südlich des
Sentenicher Weges ("Mäus Pfütz") und nördlich davon ("Eberts Born").
Eiserne Geräte aus dieser Zeit sind selten und fanden sich in Rübenach
nicht.

Rübenach
Fundplatz Eberts Born / Mäus Pfütz - Keramik der älteren Eisenzeit.
Die Keramik zeigt noch
Ausklänge an die späte Urnenfelder-Bronzezeit, doch die Formen sind
weniger straff, die Profile weichen und die Verzierungen sind reicher.
Herauspolierte Glättstreifen, Abrollungen von gedrehten Bronzeringen und
Fischgrätenmuster zieren Becher, Schalen und Töpfe.
Mit der jüngeren
Eisenzeit (vorrömische Eisenzeit) haben wir endlich eine Epoche
erreicht, aus der aus antiken Quellen bekannt ist, wie die Menschen
hießen, die hier am Mittelrhein wohnten: die Gallier oder Kelten. Ihrer
stark differenzierten Gesellschaft standen eine Priesterkaste (Druiden)
und mächtige Fürsten vor.
Durch den Eisenabbau,
Salz- und Bernsteinhandel reich geworden, sind Handelskontakte dieser
Fürsten mit Grichenland, Italien und dem germanischen Norden bekannt.
Dieser Reichtum wirkte sich bis auf die einfache Bauernbevölkerung aus.
Die Keramik dieser
Zeit wurde meistens schon auf Drehscheiben hergestellt. Es gab bestimmte
Werkstätten, die für ganze Siedlungskammern arbeiteten.
Einen besonders
schönen Fund fand man (R. Schummer) 1973 am Sentenicher Weg, zwischen "
Mäus Pfütz" und "Holzäcker". Es ist , wahrscheinlich aus einem Grab,
eine der größten bekannten Schalen dieser Zeit aus dem Rheinland. Die
Oberfläche des Gefäßes ist schwarz glänzend poliert und mit
Wellenlinien, Spiralwirbeln und Kreisstempeln verziert.

Rübenach
Fundplatz Eberts Born - Schale der jüngeren Eisenzeit aus schwarz
poliertem Ton. Oben ist das teilweise plastisch herausgearbeitete Muster
von der Innenseite des Gefäßes zu sehen, wie es heute erhalten ist.
Zu diesem Stück fand
sich eine weitere Schale aus dunklem, teilweise poliertem Ton mit einem
Durchmesser von einem halben Meter. Sie konnte aus den Scherben wieder
ganz zusammengesetzt werden. Das Gefäß hat eine Standfläche von nur 12
cm Durchmesser, seine Höhe ist 24 cm. Daneben wurden zahlreiche
Bruchstücke von anderen Gefäßen gefunden und eventuell der Rest eines
eisernem Messers.
Das Siedlungsgelände
am Sentenicher Weg ist mit Scherben aus der Eisenzeit ziemlich genau zu
markieren. Es ist südlich der Chaussee nach Mayen, vom letzten Haus der
Ortschaft bis fast an den Eisenbahnbogen vor dem Autobahnkreuz hin. |