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Im
Geister- und Gespensterglauben leben älteste Volksmythen weiter. Sie
haben ihren magischen Urgrund in der Götterverehrung der heidnischen
Vorzeit; aus der Walpurgisnacht, in der Die „Unholden“ ihr Wesen
trieben, fließt der urtümliche Strom bis in unsere Zeit. Feurige Drachen
und geflügelte Pferde, Dämonen und Alben, Hexen und Teufel, Galster und
Wiedergänger, Elfen und Kobolde geistern durch Völker und Jahrhunderte.
Da
gab es das Bespreche und Beschwören, den bösen Blick und den
Schadenzauber; das Drull-Licht leitete in der Dunkelheit den müden
Wanderer irre; der Aufhuck fiel bei Tag und Nacht den Menschen an,
bereitete ihm Atembeklemmungen und Alpdrücken, Schweiß- und Angstträume;
Geisterhunde bewachten verborgene Schätze und einsame Heiligenhäuschen;
die Stimmen der Armen Seelen Machten sich bemerkbar, wenn Pein und
Qualen zu groß wurden.
An
keinem Bauernhaus fehlte ehemals das Mahrzeichen – ein werkwürdiges
Doppeldreieck –, des den Nachtmahr, der Tiere und Menschen behexte,
bannen sollte; besonders das Vieh hatte unter dem bösen Spuckgeist zu
leiden; den Kühen machte er die Milch blutrot und den Pferden flocht er
krausliche Zöpfe in Schwanz und Mähnen, dass der Bauer sich vergeblich
mühte, sie zu entwirren.
Heute
finden wir nur noch Überbleibsel aus der dunklen Zeit des Aberglaubens;
sie leben fort in unseren Spuk- und Gespenstergeschichten. Wenn sie sich
auch um besondere Ereignisse, einen einsamen Punkt oder eine bestimmte
Begebenheit ranken, so bleibt ihre Entstehung – ganz im Gegensatz zu
manch anderer Anekdote, die der Volksmund erzählt – immer im dunklen.
Auffällig und bemerkenswert ist die Wiederkehr gewisser Grundschemata.
So wie es Wandersagen gibt, wie in der Märchenforschung bestimmte Typen
bei vielen europäischen Völkern im Kern nachweisbar sind, so findet sich
auch hier oft das gleiche Motiv, nur in verschiedenen Ausschmückungen:
Ein und dieselbe Geschichte wird mit gewissen kleinen Varianten u. U. in
drei nebeneinander liegenden Dörfer als ureigenstes Vorkommnis erzählt.
Hier war bis in die jüngste Zeit die Volkspoesie am Werk.
Es
ist heute allerdings keineswegs leicht, an derartige Geschichten
heranzukommen. Vor dem weitererzählen haben die Menschen – nur mehr
wenige ältere bewahren überhaupt die Tradition – eine sonderbare Scheu;
sie schämen sich davor, ausgelacht zu werden und der Sammler muss ihnen
ihr Wissen förmlich ablisten. So kann man allzu leicht den Zeitpunkt
ausmachen, an dem diese Erscheinungsform dörflicher und volkstümlicher
Erzählkunst für immer ausgelöscht sein wird. Unter den Rübenacher
Histörchen und Anekdoten, stehen bereits einige Erzählungen, die zu dem
angeschlagenen Thema gehören. Hier sollen aus einer kleinen Sammlung
solcher „heimelig-unheimlicher“ Geschichten, die vom Verfasser notiert
werden konnten, in der Folge die schönsten mitgeteilt werden:
1.
Die alten Hügelgräber
2.
Der schwarze Reiter
3.
Der Baumstumpf
4.
Das Keltenheiligtum
5.
Die Berggeister
6.
Die Geisterwiese
7.
Diebesgut
8.
Der wilde Jäger
9.
Das alte Gnadenbild
10.
Fliegende
Briketts |