Unser Rübenach, Dienstag, 17. Oktober 2017

Auch das ist Rübenach

Zitate, niedergeschriebenes oder kurioses …
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Aus dem Buch „Rübenach eine Heimatgeschichte

von Hans Gappenach

In einem Gebetbüchlein der damals zwölfjährigen Theresia G. – übrigens einer Stammmutter innerhalb der riesigen Sippe Alsbach –, das sich bis auf den heutigen Tag erhalten hat, stehen auf dem Innendeckel in ungelenker Kinderschrift die folgende Sätze: Theresia G. zu Rübenach, alt 12 Jahre 1823.

Dieses Buch gehört der Theresia G. zu Rübenach, wen es soll verloren gehen, so sag ich dem jenigen das Er Es wieder giebt sohnst komt der Belsenbuck und stohst ihn auf einen dikken Stein“.

Welche Teufelsaussage hier im Schlusssatz Pate gestanden, bedarf noch der Ermittlung. Das Gebetbuch selbst stellt nichts weiter dar als die Bibel (Altes und Neues Testament) in kindgemäßen Sinne geschrieben. Und solches wird sich wahrscheinlich mancher Pfarrer und Lehrer heute in Kinderhand wünschen.

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Die neue Fahne

Fahnenkauf Anno 1923. 9 329 100,00 Mark, Kartoffeln, Mehl, Erbsen, Bohnen, … (weiterlesen)

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„Gewusst wie“

Im Krieg wurden die geschlachteten Rationen auf die Lebensmittelkarten angerechnet, d. h. man bekam keine Fleischbezugsmarken. Jede Schlachtung musste angemeldet werden. Die Schweinehälften wurden vom Metzgermeister Stuhlmann gewogen. Als sogenannte „Schwarzschlachtung“ haben Bauern oft ein zusätzliches Schwein ohne Anmeldung geschlachtet.

In einem Fall betrachtete sich Herr Stuhlmann, ein dicker, gemütlicher Mann, beim Wiegen die Schweinhälften und stellte erstaunt fest: „Eine solche Sau habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen, die hat ja zwei Schwänze!“ Er nahm ein Messer und schnitt einen Schwanz ab. Nun war das Schwein wieder in Ordnung und er brauchte den Bauern nicht anzuzeigen.

Erlebnis von Hans Raffauf ehm. Ortsvorsteher von Rübenach

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„Rübenach wird untergehen … wie Sodoma und Gomorrha!“

Zitat von Pastor Senzig (1905 – 1931) aus der wohl gewaltigsten Predig die je in St. Mauritius gehalten wurde. Mit Orkanartiger Lautstärke mahnte er gegen die nach seiner Auffassung übertriebene „Tanzlustbarkeit“ der Rübenacher während der Karnevalszeit. mehr

Weiteres über Dechant Senzig

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Gesangsverein „Cäcilia“ (1854 – 1946) Auszug aus der Vereinschronik von 1864.

Im August des Jahres 1864 feierte der Verein sein 10-jahriges Bestehen mit einem Sängerfest, das durch einen tragischen Unfall überschattet wurde. Über dieses Ereignis berichtete die Neuwieder Zeitung am 10. August wie folgt:

„Rübenach, 8. Aug. Unser gestriges Sängerfest ist leider durch einen beklagenswerten Unfall getrübt worden. Ein hiesiger verheirateter Einwohner, Vater von 2 Kindern, hatte die Function eines Ortskanoniers zu dieser Festlichkeit übernommen. Einer der Böller sprang aber gegen 6 Uhr, schlug dem Abfeuerer vor die Brust und verletzte ihn so stark, daß er bald darauf seinen Geist aufgab“.

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TV Rübenach 1900 e.V. Vermerk im Vereinsbuch aus dem Jahre 1914 zum bevorstehenden Krieg.

… „Ausbruch des Europäischen Weltkrieges“ – „Die Kulturstaaten Europas rufen alles zu den Waffen um in einem mörderischen gegenseitigen Kampfe sich näher zu treten“

Während des Krieges sind 16 der besten Turner des Vereins gefallen.

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1000 Mark Belohnung!

1918 wurde ein Brunnen geklaut. Um welchen es sich dabei handelte ist leider unbekannt. Auch darüber ob der Dieb jemals gefasst wurde und der Brunnen wieder gefunden wurde gibt es keine Angaben. Der Gemeinderat hatte jedenfalls 1000 Mark Belohnung für Wiederaufstellung bereit gestellt.

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PS: Sollte es nähre Informationen über den Tatbestand geben, bitte melden unter: redaktion@unser-ruebenach.de

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SPD Ortsverein Rübenach Auszug aus der Niederschrift von der Mitgliederversammlung vom 8. Februar 1920 …

Genosse Fröhlich sagte folgendes:

„Diejenigen Ortsangehörigen, die nicht mit Rübenacher Wasser getauft seien, wie unsre Gegner sich erdreisten, sich auszudrücken, welche irgendeine führende Stelle innehätten, sei es im Verein oder bei sonstigen Angelegenheiten, daß diese Einwohner besonders unter den persönlichen Angriffen seitens der „Eingeborenen“ zu leiden hätten. Genosse Fein hätte sich in seiner Rede geäußert, daß es ja bittere Tatsache sei, daß es hier in Rübenach so wenigideale Gesinnungen gäbe, die zum Wohl der Allgemeinheit etwas leisten wollten. Die „Zugeflogenen“ müßten ja die führende Stellen einnehmen, weil kein geborener Rübenacher dafür zu haben sei.

Genosse Fröhlich forderte in begeisternder Rede alle Genossen auf, diesen Angriff unserer Gegner energisch abzuwehren.

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Tonlichtspiele Rübenach

“Das Haus der guten Filme bietet angenehme Unterhaltung und bringt Spitzenfilme der in- und ausländischen Produktion”. Auszug aus einem Werbeinserat von 1954.

Die heutige Lagerhalle des Elektrofachgeschäfts Fondel war in dem 50er Jahren des letzen Jahrhunderts nach einem Tanzsaal für einige Jahre ein Kino.

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Pastor Herbert Lucas, Pfarrei St. Mauritius

Kirmessamstag, 26. September 2009. Abschussworte beim Gottesdienst mit Blick auf eine feucht, fröhliche Kirmes und die gleichzeitig stattfindenden Bundestags- und OB Wahlen.

„Mit einem Glas Bier darf zwar nicht mehr Auto fahren, aber mit zehn Glas darf man ohne weiteres noch wählen gehen“

(Na dann Prost! Redaktion unser-ruebenach.de)

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