Unser Rübenach, Sonntag, 24. März 2019

Kästchensparen macht in Kneipen wieder die Runde

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Koblenz. Einst waren sie in beinahe jeder Gaststätte zu finden, dann gerieten sie (beinahe) in Vergessenheit: Mehr oder weniger große Blechschränke bei der Theke, in die Gäste Kleingeld stecken können, und beim gemeinsamen Kästchensparen – abgesehen vom Ausschank – mehr Prozente bekamen als mit dem heimischen Sparstrumpf. Viele Wirte haben die Sparschränke mittlerweile entfernt, und auch die Zeiten hoher Zinsen sind lange vorbei. Doch gänzlich verschwunden ist das gemeinsame Theken-Sparen nie. Im Gegenteil: Es scheint, dass das gesellige Geldsammeln eine Renaissance erlebt.

Lange Tradition im „Dixi“

„Früher war das Kästchensparen üblich, das gab es in jeder Kneipe“, berichtet Hans-Joachim Behner. Als er 1984 den Sparschrank anschaffte, trug der Wirt einer Nachfrage seiner Gäste Rechnung: „Die wollten das machen.“ Also installierte auch Behner den Blechkasten, der in den anderen der ehemals 14 Rübenacher Kneipen längst etabliert war, und meldete bei der Sparkasse die Spargemeinschaft Brückerbach an. So wanderte großes und kleines Geld, das übrig war, in die Kästchen. „Damals kam alle 14 Tage ein Mitarbeiter der Sparkasse und hat die Kästchen geleert“, erinnert sich der 64-jährige Behner. In ein Buch trug der Banker die Summen ein. Am Ende des Jahres wurde ausbezahlt: „Die Sparer freuten sich immer, denn kurz vor Weihnachten kann ja jeder ein bisschen Extrageld gebrauchen“, erzählt der Gastronom. Von den ersparten Zinsen spendierte der Wirt für alle ein gemeinsames Essen im „Dixi“.

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Rhein Zeitung – 13.03.2019

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