Elfstedentocht
Einen Monat später startete Markus Müller mit einem Großteil seiner Eurega-Mannschaft zu Gast in der Mixed-Staffel „Das Telefonboot“ bei der mit 98 Ruderbooten bestückten Elfstedentocht. 11 Städte waren über 210 km in den nordfriesischen Niederlanden zu durchrudern. Was allein durch die schiere Streckenlänge schon Herausforderung genug darstellt, wird noch garniert durch nächtliche Dunkelheit und nicht selten einem Aufziehen von Nebelbänken. Diese sollten leider auch in diesem Jahr nicht ausbleiben.
Sabrina fesselte sich krankheitsbedingt für über 80% der Regatta auf den Steuersitz, während Markus trotz starker Erkältung regulär in die Etappen eingeplant wurde, gehörte er doch zusammen mit Michi zu den vortriebsstärksten Teammitgliedern. Die Aufgabe war klar: nutzen, was der Körper erlaubt und Etappen abgeben, falls erforderlich.
Kurz nach 20 Uhr wurde der Reigen wurde durch unsere Powerkombo Lucia/Michi eröffnet und gleich mal eine Duftmarke gesetzt. Schnellstes Boot im Feld! Selbst die dutzenden Männerstaffeln hatten hier das Nachsehen! Schweißgebadet, aber mit nicht enden wollendem Grinsen kamen die beiden aus dem Boot. Genial! Eine Messlatte, die lange nicht mehr erreicht wurde, obgleich die Truppe noch sehr gut unterwegs war. Immerhin Platz 2 mit <1 min Rückstand nach 125 min. Ruderzeit. Die erste echte Belastungsprobe für Markus stand nach ~2 h zusammen mit Teresina Herb ins Haus. Nach anfänglichen vereinzelten Fehlzündungen fanden die beiden schnell zusammen und zerrten ihre Steuerfrau äquidistant hinter dem Führungsboot hinterher. Was sich bereits hier schleichend ankündigte und zum ein oder anderen Grünschnitt im verschilften Kanal führte, sollte über die folgenden Stunden mehr und mehr werden.
Nebel! Gerade durch das Streulicht von den äußerst hellen 360° Positionslampen an Bug und Heck, kamen Sabrinas Augen einfach nicht in die Nachtsicht, sodass sie häufig halb blind durch die Kanäle zirkeln musste. Ein Umstand, der bei der Einfahrt nach Sneek einen herben Rückschlag für unsere Renngemeinschaft (RGM) bedeutete. Begannen Lucie und Markus ihre Etappe mit herausragendem Split, krachte Lucie auf Backbord mit ihrem Skull mit voller Wucht in einen zu spät wahrgenommen Brückenpfeiler. Das hält auch Carbon nicht aus – das Blatt riss ab! Den Schock herunterschlucken, Bestandsaufnahme: Ist das Handgelenk noch in Ordnung!? Genügend Stützmuskulatur bei der trainierten Rennruderin hat wohl Schlimmeres verhindert. Schwein gehabt! Steuerfrau beruhigen, passiert einfach, wenn man wie „vom Lämmes gebissen“ bei Nacht und Nebel durch enge Grachten ballert.
Vier lange Kilometer wurde im 1,5 x+ gezerrt was das Zeug hält, auch wenn die Muskulatur um Gnade flehte, bis am Stempelpunkt Sneek Lucie und Markus erlöst wurden. Ein Einsatz, der sich auszahlte, konnte das Führungsboot doch nur gut 1 min dabei gutmachen. Also Ersatzskulls einbauen und weiter Etappen abspulen.
Hatte Michi die erste Etappe mit Lucia, kam Markus auf den engen Kanälen in Richtung Harlingen in eben diesen Genuss. Der absolute Oberhammer! Was diese Frau da an Vortrieb ins Wasser presst, ist nicht weniger als herausragend! Gute 2 min Rückstand auf die Männerstaffel konnten negiert werden, sodass das Telefonboot direkt am Steuer der Zweitplatzierten an den Stempelpunkt schnellte und das eigene Landteam damit völlig überrumpelte, hatte man doch nicht ansatzweise mit einem so frühen Erscheinen gerechnet. Leider kosteten diese Verwirrung sowie Schwierigkeiten bei der Folgekombo einiges an Zeit, sodass ab Franeker klar war, unsere RGM wird Gesamtdritter von 98 Booten und mit weitem Vorsprung von fast 20 min schnellstes Mixed-Team im Feld. Eine äußerst spaßige und abwechslungsreiche Aktion mit exzellentem Ausgang. Herzlichen Dank an unsere Frauen Lucia, Lucie, Teresina, Jannika, Anja und Sabrina an den Seilen sowie auch an unsere Männer Michi, Leon, Max, Markus sowie Torben und Hendrik am Ruder und Autosteuer.
Fortsetzung folgt …
Markus und Helmut Müller Rübenach – 27.05.2026
Foto privat








