Start Sport im Ort Marathonrudern 2025 – turbulentes Jahr für zwei Rübenacher Teil 4

Marathonrudern 2025 – turbulentes Jahr für zwei Rübenacher Teil 4

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Regatta auf dem Genfer See

Die wahre Strecke für eingefleischte Marathonis, die in Fachkreisen als inoffizielle Weltmeister­schaft im Langstreckenrudern gilt: 160 km durften es in 2025 endlich mal wieder rund um den Genfer See sein. Nach Jahren der reinen Männer-Teams wurde mit Markus Müller wieder einmal im Mixed-Boot mit GTRVN Beteiligung gestartet. Nebst Lucia Exner konnte noch Teresina Herb aus Luisa Jaegers Frauenteam aus Köln für das Projekt gewonnen werden. Ein brutal starkes Frau­enduett, welches schon bei der Elfstedentocht genossen werden durfte, wurde von Michi Ehrle und Markus Müller zusammen mit Christian Maus ergänzt.

Da es für Teresina die erste Teilnahme überhaupt bei der Tour Du Lac war, war trotz der offensicht­lichen Stärke der Mannschaft eine gewisse Nervosität nicht wegzudiskutieren. Alle zogen bei den Vorbereitungen produktiv an einem Strang und stellten das Boot in Ruhe, aber überraschend schnell auf die bevorstehende Herausforderung ein. Fressboxen, Trinksystem, Proviantvorbereitung, Skull- und Dolleneinstellungen, Abklebung, Beleuchtung, Regattamast und Bordwanderhöhung, Navipro­grammierung und Notfallausrüstung sind dabei nur der bedeutende Teil der Materialvorbereitung.

Währenddessen wurden die gegnerischen Teams beiläufig sondiert, um sich möglichen Sparring­partnern für den Wettkampf bewusst zu werden. War die Konkurrenz im Mixed-Bereich scheinbar nicht allzu stark aufgestellt, stachen im Männerbereich insbesondere zwei Boote hervor. Mit Start­nummer 2 ging Rekordhalter Matthias Auer zusammen mit vier seiner Leistungssportler-Zöglingen an den Start, während Startnummer 4 mit Stefan Verhoeven und Jochen Betten gleich zwei Tourle­genden an Bord geladen hatte. Dieses wurde noch aus dem starken Berliner Vierer der letzten Jahre und einem Mann aus dem Telefonboot vervollständigt.

Die Rechnung der Neuwieder ging dabei beeindruckend gut auf. Erstmal die Männerboote machen lassen, sich deren Hörner abstoßen lassen und danach testen, wer noch genügend Standvermögen gegen dieses starke, zähe Mixed-Boot hat. Zunächst zogen die 2 und 4 der M² kontinuierlich davon. Dennoch war es weniger als 1 min Rückstand an der ersten Zeitnahme nach rund 35 min. Das zweitschnellste Mixed-Boot hatte hier bereits über 4 min auf die Führung eingebüßt. Nach 1,5 h war man dann selbst schon rund 3,5 min hinter dem Führenden und gute 2 min hinter dem Zweit­platzierten. Und doch, man war sogar noch vor der Durchgangszeit des Mixed-Rekords. Das könnte also eine schnelle Regatta werden. Nicht so für das nächste Mixed-Boot, welches mit fast einer viertel Stunde Rückstand bereits den Anschluss an die Führungsgruppe verloren hatte. Hatte Chris­tian Maus in der M² den Startschlag, übernahm Michi danach den Takt und verwaltete die Position unserer RGM vortrefflich, zementierten wir doch den Rückstand auf den zweiten Platz nahezu ein. Selbst nach mehr als 4 h Ruderzeit waren es in Lausanne nicht mehr als 3 min, allerdings zum enteilten Cannstatter Boot satte 8 min. Der Rest des Feldes hatte den Kontakt zum Führungstrio jedoch aufgegeben. Ganze 20 min vergingen bis zur nächsten Niederschrift einer Startnummer.

Die nächste zweistündige Schlageinheit galt nun dem Schwersten der Kölner RGM mit Neuwieder Einschlag. Ob Markus‘ Schlag eine katalytische Reaktion in der Mannschaft hervorrief oder ob end­lich ein störendes Element den Takt angab, auf das man sich synchronisierte, bleibt der Bewertung der RGM vorbehalten. Fakt ist, das Blatt wendete sich und der Abstand auf den zweiten Platz wurde zusammengefahren. Mit teils aberwitzigem 500 m Split von unter 2:10 min, streckenweise gar unter 2:05 min (das sind 14,4 km/h (!)) flog man an Startnummer 4 heran. Versuchte sich die Mannschaft um Stefan Verhoeven bei Rivaz noch dem Mixed-Ritt zu erwehren (2 min Rückstand nach >5 h Ruderzeit), brach beim Gegner zunehmend Nervosität aus. Das Boot fiel technisch auseinander und wurde schlussendlich wenige Kilometer später überholt. Obgleich man inzwischen durch die schlechter werdenden Bedingungen spürbar hinter dem Mixed-Rekord lag, war jene Aufholjagd keinesfalls nur eine Schwäche des direkten Gegners. Nein, gar das führende Boot, welches bis dahin kontinuierlich den Abstand vergrößert hatte, hatte plötzlich 1 min Vorsprung eingebüßt. Nach einer weiteren Stunde waren gar nur noch 4,5 min Vorsprung von Platz 1 übrig, während der direkte Verfolger wieder zu sich fand und versuchte, den Rückstand auf Platz 2 mit 2 min konstant zu halten. Dabei half sicher auch die Kehrseite der Medaille: auch der schwerste im Team nimmt, gerade im Mixed-Boot wenig zuträglich, mal auf Steuer platz. Ein schweres Heck läuft einfach nicht gut durchs Wasser.

Obgleich unsere RGM nach wie vor gut unterwegs war, lief das Boot gefühlt nicht mehr mit letzter Konsequenz, war die Position zum sich kurz nochmal aufbäumenden Drittplatzierten doch gesichert und der Kontakt nach vorne nicht so recht bewusst. So wuchs der Rückstand auf Platz 1 über die folgenden 3 h wieder bis auf 9 min an. Dem zweistündigen Schlusssprint dieses famosen Mixed-Teams sei Dank, kam man nur knapp 8 min hinter Platz 1 im Ziel an. Somit ist unser Team trotz des zuvor hohen Einsatzes gar die gesamt schnellste Schlussetappe aller Boote gefahren und sicherte sich damit gänzlich unangefochten in 12:23:38 h mit vermutlich über 2 h Vorsprung vor dem theo­retisch zweiten schnellsten Mixed-Boot den Klassensieg. Damit war es nicht nur der zweite Ge­samtrang, sondern auch mit über 20 min Abstand die zweitschnellste je bei der über 50-jährigen Regattageschichte gefahrene Mixed-Zeit. Touché, insbesondere in Anbetracht der teils wenig be­rauschenden äußeren Bedingungen. Eine viertel Stunde später kam Platz 3 ins Ziel. Platz 4 ließ gar über zwei weitere Stunden auf sich warten. Kurz darauf wurde der weitere Verlauf der Regatta so­gar abgebrochen, da bereits ein Boot vom Absuff betroffen war und ein weiteres im Schutzhafen vor Sciez wegen zu schlechtem Wasser aufgegeben hatte. Glücklicherweise sind alle Ruderkame­raden wohlauf.

Fortsetzung folgt …

Markus und Helmut Müller Rübenach – 30.05.2026
Foto privat



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