Lärm, Müll und Raser nerven die Rübenacher

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Ordnungsamtsleiter Josef Hehl stellt sich den Fragen von rund 70 Einwohnern

Von RZ Mitarbeiter Peter Karges

Koblenz. 318-mal ist das Koblenzer Ordnungsamt im vergangenen Jahr zu Einsätzen nach Rübenach gerufen worden. Gründe für die Einsätze waren dabei unterschiedlicher Natur, von Ruhestörungen über falsches Parken bis hin zu illegalem Müll. Fast jeden Tag ein Einsatz – bezogen auf 5253 Einwohner sei dies aber ein ziemlicher Durchschnittswert, betonte Josef Hehl, Leiter des Koblenzer Ordnungsamtes, nun bei einer Veranstaltung in der Aula der Grundschule, die von der Bürgerinitiative Lebenswertes Rübenach organisiert worden war. Die rund 70 Besucher wünschten sich allerdings, dass das Ordnungsamt noch mehr Präsenz zeigen soll. Am besten täglich mittels eines Streifendienstes, damit präventiv beispielsweise gegen Lärmbelästigung oder Vandalismus vorgegangen werden kann, so der Tenor. Konkret monierten die Rübenacher vor allem folgende Punkte:

Lärmbelästigung: Auf dem Cage-Soccer-Feld neben dem Spielplatz werde bis in die tiefe Nacht gespielt und gefeiert. Unter anderem werde dies dadurch begünstigt, dass die Anlage nicht immer verschlossen sei, so ein Teilnehmer. Allerdings würden die jungen Leute nachts auch einfach über den Zaun klettern. „Wichtig in einer solchen Situation ist, dass abgeschlossen ist, denn dann handelt es sich um Hausfriedensbruch“, betonte Josef Hehl. Wilde Partys verknüpft mit nächtlichen Basketballspielen würden auch auf dem Schulhof der Grundschule gefeiert, betonte ein anderer Anwohner.

In der Rübenacher Lambertstraße wird oftmals zu schnell gefahren, beklagte ein Anwohner bei der jüngsten Infoveranstaltung, zu der die Bürgerinitiative Lebenswertes Rübenach eingeladen hatte. Foto: Peter Karges

Autoverkehr: Vor allem auf den Gefällstrecken werde in den Ort hineingerast, beklagte sich ein Anwohner. Betroffen seien besonders die Lambertstraße und die Aachener Straße aus Richtung Bassenheim. Da es sich bei der Lambertstraße um eine Landesstraße handele, seien Maßnahmen zur Reduzierung der Geschwindigkeit wie Aufpflasterungen allerdings nicht gestattet, erklärte Rüdiger Neitzel, Vorsitzender der Bürgerinitiative. Was die Aachener Straße betrifft, so hat die Stadt, wie Josef Hehl betonte, einen Blitzer aufgestellt. Ergebnis: Mehr als 2200 Temposünden von Juli bis Dezember 2018. „Die meisten waren dabei 10 bis 15 km/h zu schnell“, erklärte Josef Hehl. Der Spitzenreiter durchfuhr die innerörtliche Messstation, an der 50 km/h erlaubt sind, mit Tempo 100. Allgemeiner Tenor im Publikum: Die Bußgelder für solche Tempoüberschreitungen sind zu niedrig.

Müll und Vandalismus: Beklagt wurde, dass die nächtlichen Partys auf dem Cage-Soccer-Feld und dem Schulhof nicht nur mit Lärmbelästigung einhergehen, sondern in der Umgebung auch eine gewisse Vermüllung mit sich bringen.

Anrufe beim Ordnungsamt: Beklagt wurde zudem, dass nach einem Anruf beim Ordnungsamt niemand gekommen sei. Oder man das Gefühl habe, nicht für voll genommen zu werden. Außerdem wurde moniert, dass das Ordnungsamt bei einem klingele, nachdem man wegen der Lärmbelästigung durch den Nachbarn angerufen habe. „Ich will das aber nicht, denn ich habe Angst vor diesen Leuten“, sagte eine Besucherin. Josef Hehl versprach, sich um die Beschwerden zu kümmern, betonte allerdings, dass man zurzeit nicht die Kapazitäten habe, um für einen Stadtteil einen eigenen Mitarbeiter abzustellen.

Rhein Zeitung  – 18.10.2019

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