Wo ist der Anderbach?

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In Koblenz ist eine Diskussion darüber entbrannt ob wir einen Klimanotstand haben oder nicht. Einige sehen in dem Wort „Notstand“ einen Prestigeschaden für die Stadt. Und während da noch diskutiert wird, vertrocknet in Rübenach der Anderbach.

Dieser Bach hat über Jahrhunderte die Moskopp – Mühle in Rübenach betrieben und liegt nun seit Monaten trocken. Heinz Bengel, Mitglied der Bürgerinitiative „lebenswertes Rübenach“ und Bachpate seit 25 Jahren, bestätigt, dass er eine solche Trockenheit noch nicht erlebt hat. Und nun fragt man sich: Was muss denn noch passieren bevor man einen Klimanotstand anerkennt? Und was ist eigentlich schädlicher für den Ruf der Stadt, die Furcht vor dem Begriff „Klimanotstand“ oder die Ignoranz der Fakten?

Das beigefügte Bild zeigt das Bachbett des Anderbaches hinter der Wohnsiedlung „In der Klause“.

Rüdiger Neitzel BI „Lebenswertes Rübenach“ – 23.09.2019
Foto Rüdiger Neitzel

1 KOMMENTAR

  1. Nach und nach wird sicher nicht nur der Anderbach verschwinden. Bei dieser globalen Veränderung des Wetters und des Klimas einfach weg sehen und weiter machen, fällt uns irgendwann auf die Füße. Da wird munter zubetoniert, was das Zeug hält – ohne Rücksicht auf Verluste, mitten in einer lebenswichtigen Kaltluftschneise. Gleichzeitig wird der Ruf nach bezahlbarem Wohnraum immer lauter – auch um dem enormen Pendlerverkehr entgegen zu wirken. Und was passiert? Richtig, es wird auch hier munter weiter betoniert und gebaut.
    Manche der angesprochenen Probleme ließen sich sicher mit Standortverlegungen der wichtigen Arbeitsplätze bewältigen. Neue Arbeitsplätze einfach dort schaffen, wo schon bezahlbarer Wohnraum vorhanden ist – in und um die Dörfer. Aber dann könnte ja dem „Standort Koblenz“ evtl. schaden. Leider interessiert sich unsere Umwelt nicht für Wirtschaftspolitik und Statussymbole, auch nicht für ach so wichtige Standorte und Ansiedlung von Unternehmen. Die Erhaltung, resp. die Wiederbelebung des Anderbachs wäre mal ein Anfang in die richtige Richtung.
    Wenn alles zerstört ist, will es sicher am Ende mal wieder niemand gewesen sein.
    Rudolf Kowalski

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