Keine neuen Lkw-Stellplätze am Autohof

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Verkehrsverband setzt sich für Parkflächen an der A 61 in Metternich ein – Doch die Politik lehnt das Vorhaben ab

Mindestens 2500 Stellplätze fehlen für Lkw-Fahrende an den Autobahnen und Autohöfen in Rheinland-Pfalz. Deshalb wollte die Straßenverkehrsgenossenschaft Rheinland am Autohof nahe der A 61-Abfahrt Koblenz-Metternich 53 neue Parkplätze schaffen. Doch die Koblenzer Kommunalpolitiker stoppten die Pläne. Die Ratlosigkeit der Brummifahrer, wo sie ihre Trucks nachts abstellen sollen, bleibt.

… Mit der Autobahn GmbH des Bundes, zuständig für die Autobahnen, hat SVGler Jäger schon gesprochen, auch mit dem Landesbetrieb Mobilität, Ergebnis: „Die Autobahn GmbH bestätigt, dass hier auch in den kommenden zehn Jahren nichts passieren wird.“ Die Genossenschaft verpflichtete sich, bei Bedarf den geplanten Lkw-Zusatzparkplatz zurückzubauen.

So weit wird es nicht kommen, denn der städtische Ausschuss für Stadtentwicklung und Mobilität hat am 7. Juni die Bedenken des Ortsbeirats von Rübenach übernommen und sich einstimmig dagegen entschieden: mehr Lkw-Verkehr, weil mehr Stellplätze, mehr Müll – vielleicht sogar mehr Kriminalität? Siehe Wortlaut Top 2 OBR Protokoll vom 09.03.2022.

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Rhein Zeitung – 23.11.2022

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Christine+Bresser
15 Tage zuvor

Dann bleiben leider die Zustände in der Zaunheimerstr. weiter so bestehen. Ich gehe jedes Wochenende mt meinen Hunden dort spazieren. Die Lkw Fahrer kampieren dort das ganze Wochenende ohne sanitäre Einrichtungen und der Möglichkeit ihren Müll in der Menge angepassten Abfallbehältern wegzuwerfen. Es sind dort Hinterlassenschaften von Müll und Kot, Urin und benutzten Toilettenpapier. Dann sollen doch die Kommunalpolitiker, die gegen neue Parkplätze sind, dort mal den Dreck beseitigen. Die LKW Fahrer können einem echt leid tun und für die Anwohner ist es auch eine Zumutung.

Rudolf Kowalski
13 Tage zuvor

Ich befürchte, dass Sie auf eine Erfüllung Ihres Wunsches, dass Kommunalpolitiker sich dort vor Ort einbringen und mithelfen, den dortigen Müll zu beseitigen, wohl bis zum Nimmerleinstag warten müssen. Abgestimmt und entschieden ist eben schneller und leichter gemacht, als die Arbeit getan. Denn dass die LKWs ausbleiben, weil nicht genügend Parkplätze vorhanden sind, wird wohl leider auch nicht passieren.

Rüdiger Neitzel
13 Tage zuvor

Ich teile diese Beobachtungen.
Die Entscheidung des OBR und der weiteren Gremien ist völlig sachfremd.

Johannes F uck
11 Tage zuvor

Güter gehören auf die Schiene. Das der Nachtsprung auf der Schiene funktioniert, kann man in der Schweiz und in Österreich sehen. Den Rübenachern müsste es in den Ohren klingeln: Leiser (A48; Lärmbelastung durch LKW-Verkehr), ökologischer (Feinstaub durch Bremsbeläge und Ruß) und sicherer (LKW-40-Tonner bewegte Masse im Wohngebiet z.B. Aachener Straße) ist ein Transport auf der Schienen. (Durch die Vorgaben der Schweiz – laute Züge aus Deutschland ist der Transit verboten! – werden die Güterzüge auch in Deutschland jetzt leiser. Geht doch, siehste.)

Auch die prekären Arbeitsverhältnisse für die LKW-Fahrer hätten ein Ende. Und ein weiteres Versiegeln wäre gestoppt.

Heinz Bengel
10 Tage zuvor

Weitere Stellplätze lehne ich aus folgenden Gründen ab. Noch vorhandene Flächen werden versiegelt. Das Oberflächenwasser wird in den Schleidenbach abgeleitet und nicht dem Grundwasserspiegel zugeführt. Die Stadt Koblenz ist Eigentümer der Zaunheimer Str. und den daneben liegenden verschmutzten Flächen. So wie jeder Bürger im Ort verpflichtet ist, für Sauberkeit zu sorgen, ist die Stadtverwaltung gefordert. Ich werde dem Ortsvorsteher eine Nachricht senden, die er bitte weiterleiten soll .

Frank Becher
5 Tage zuvor
Reply to  Heinz Bengel

Das ist wieder so eine typische Nimby Stellungnahme. LKW Parkplätze müssen unbedingt geschaffen werden, und dann ist nicht völlig zu vermeiden, dass Flächen versiegelt werden, sei es einige Kilometer von Rübenach oder anderswo.

Als Antwort auf Herrn Schmitz: Herr Schmitz, das ist ein absolut unwürdige diffamierende Argumentation. Soll jetzt ein Rübenacher mal schildern, unter welchen Umständen Sie leben und ob Sie vielleicht auch noch Platz für LKW-Fahrer oder Migranten hätten?

Als Antwort auf Herrn Neitzel: Ich kann Ihnen und Frau Bresser nur zustimmen.

Als Antwort auf Herrn Fuck: Solange keine praktikable Lösung gefunden ist, Güter auf die Schiene zu bringen, sind wir auf LKW angewiesen. Nur LKW vermeiden Umschlagsplätze und können Tür zu Tür liefern. Nur sie können sicherstellen, dass wir versorgt werden, denn Supermärkte und andere Versorgungseinrichtungen können nun mal nicht an der Schiene liegen. Und solange die Verhältnisse so sind, müssen unbedingt genügend Parkplätze für LKW einschließlich der entsprechenden Versorgungseinrichtungen für die Fahrerinnen und Fahrer geschaffen werden.

Johannes Fuck
5 Tage zuvor
Reply to  Frank Becher

Herr Becher,
ja, bei der Nahversorgung haben Sie recht. Auch bei Tür zu Tür Lieferungen ist ein LKW auf kurzer Distanz unschlagbar. Aber Sammeltransporte und Transport zwischen Auslieferlager könnte auf der Schiene erfolgen. Die Nachbarläder machen es trotz schwierieger topografischer Verhältnisse vor.

Die Vorteile für die Gesellschaft sind bekannt. Fahrermangel ist bekannt und wird seit Jahren diskutiert. Was zu tun ist ist bekannt, allein der politische Wille fehlt.

Beispiele aus der Region: In einer Besprechung konnte ich erfahren, dass ca. 5000 LKW jährlich mit Schotter nach Andernach zum Hafen transportiert werden. Wegen Niedrigwasser möchte die Firma über die „Schiene“ den Schotter in die Schweiz transportieren.

TetraPak bekommt das Papier in Limburg üger die Schiene. Papierhersteller in Skandinavien und auch die meisten anderen Papierhersteller haben einen Bahnanschluss und dhl hat für die Rhein-Zeitung über die Schiene Papierlieferungen abgefertigt.

Amazon hat bei einigen Lagern einen Bahnanschluss!

Wo ist der otpimale Verladepunkt? Schwere Frage?
Ein Transport und ein Verladen in Bassenheim wäre möglich.

Rudolf Kowalski
2 Tage zuvor
Reply to  Johannes Fuck

Warum unterhält die Stadt Koblenz wohl eine eigene Bahn, die im Industriegebiet umher kreuzt? Jetzt müsste nur noch die Verbindung vom GVZ zum HBF und zum Rheinhafen… das wäre ein Anfang.
Ich befürchte, dass wir den Anderbach nicht zurück bekommen. Das hätte im Grunde vor dem ersten Spatenstich des GVZ passieren müssen. Aber wer konnte das denn ahnen? Aber dass die LKW Fahrer halbwegs lebensfähige Bedingungen brauchen und auch bekommen sollten, steht ja wohl außer Frage, denke ich.

Rainer Schmitz
3 Tage zuvor

Nachdem ich jetzt mal die diversen Meinungen gelesen habe stellt sich mir wirklich die Frage wie die Gesellschaft reagiert wenn Regale leer sind, Lieferketten nicht mehr funktionieren und jeder einzelne rumheult weil wieder irgendetwas nicht funktioniert. Glaubt denn jeder allen Ernstes dass die Güter direkt bis zum Verarbeiter/Verbraucher kommen um dann aus einem Zug ausgeladen zu werden? Sicher nicht. Auch da wird der Bedarf an LKW sicherlich hoch sein um Transporte von Güterbahnhöfen usw zu bewerkstelligen. Nächstes Problem wird sein dass die Bahn gar nicht die Kapazitäten bisher hat um dieses angebliche Problem zu lösen. Danach folgt noch der Kostenfaktor den jeder Einzelne dann mit Freude tragen wird. Da wir eine Konsumgesellschaft sind kann so ein Problem sicherlich nicht durch hin- und herschieben von Transportmöglichkeiten gelöst werden. Es sollte sich da mal jeder der ein Problem mit dieser Situation hat hinterfragen an welcher Stelle er zu diesem Mist beiträgt. Es ist offensichtlich dass unser komplettes Wegenetz sowie die dazugehörenden Parkmöglichkeiten völlig unzureichend sind. Sollen aber hier Leute leiden müssen die zur täglichen Versorgung beitragen? Ich würde sagen nein. Hier sollte ebenfalls jeder der arbeitet oder gearbeitet hat sich fragen wie er sich fühlen würde wenn sein Arbeitsplatz eine Vollkatastrophe wäre. Dass es nicht toll ist wenn vor der eigenen Tür mal wieder was zugepflastert wird kann man verstehen. Aber auch hier kann man mittels entsprechender Baumaterialien den kompletten Verschluss des Bodens eindämmen. Wenn dann natürlich die Fraktion Umwelt dagegen erwidert das Schadstoffe eindringen könnten ist dieser Ansatz leider schlecht. Es ist einfach Mühsam es jedem recht zu machen. Vieleicht sollten die notorischen Neinsager mal selbst an entsprechender Stelle konstruktive Vorschläge machen und nicht nur auf irgendwelchen Parolen rumreiten. Auch ein Zug produziert Schadstoffe. (Herstellung, Strom, Abrieb usw. und ist nicht blauäugig das Heilmittel. Die Dame hat recht. Fakt ist das die Lebensumstände der LKW Fahrer unterstes Niveau erreicht haben. Nur immer nein nein sagen weil es Rübenach betrifft ist völlig daneben. Wenn jeder sich so verhalten würde dann gute Nacht. Bei einer Gesellschaft muss jeder mal zurückstecken und nicht meinen er wäre der am schlimmste Betroffene.