Die Berggeister

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von Hans Gappenach

Auf der Mülheimer Höhe bei Rübenach wurde seit Menschen-gedenken erstklassige blaue Tonerde ausgebeutet. Die Berggeister in den weitläufigen Stollensystemen unter der Rübenacher Flur sannen darob auf Rache. Sie wollten ihren wertvollen Besitz behalten. Zahlreiche Unfälle, die auch Menschenleben forderten, gehen auf ihr Konto, so sagen die alten Rübenacher.

Zum wirklichen Ausbruch kam das Unheil am 25. März 1906. Die Unholden hatten soviel Groll angestaut, dass er sich entlud. Tagelang vorher war schon im Berg Knistern und unheimlich dumpfes Rollen zu vernehmen. Dann setzte er sich in Bewegung, aber nicht in Richtung Rübenach, da hier in der Bergstraße (heute Alemannenstraße) ein heiliges Bild stand, sondern nach Mülheim hin. Die Erde hob und senkte sich, ganze Flurstücke samt Bäumen, Weg und Steg versanken in der Tiefe. Mit dem Schreckensruf „der Berg kommt!“ strömten die Bewohner aus den gefährdeten Ortsteilen ins Freie. Die Bergrutsch-Katastrophe brachte großen Schaden.

Nur die Jäger hegten vorher eine dunkle Ahnung; ihnen war aufgefallen, dass alles lebende Getier ganz plötzlich den gefährdeten Landstrich verlassen hatte.
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Logo 1200jahreQuelle Buch Rübenach eine Heimatgeschichte