Die Eisenzeit

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von Lutz Fiedler

Von der späten Bronzezeit zur frühen Eisenzeit kein weiter zeitlicher Sprung, doch findet sich selten eine Siedlungs- oder Gräber-Kontinuität auf den Fundstellen. Wahrscheinlich war dieser zeitabschnitt durch soziale und politische Unruhen gekennzeichnet. Bevölkerungsreiche und siedlungsgünstige Räume, wie das Dreieck Koblenz – Mayen – Andernach, sind von solchen Veränderungen natürlich  spürbar betroffen.

Mit dem Aufkommen einer bodenständigen Eisenverhüttung, die eine ganz andere Organisation verlangte als der Bronzeimport und dessen Weiterverarbeitung, gab es Machtverschiebungen und eine Veränderung innerhalb der Führungsspitze. Ihr Höhepunkt dokumentiert sich dann in den reich ausgestatteten und imposanten Fürstengräbern noch heute deutlich. (Eisenerze kommen hier entlang des Moseltales und im Hunsrück vor und können ohne Schwierigkeiten in offenen Gruben abgebaut werden. Bis ins 19. Jahrhundert gab es im nahen Hunsrück übrigens Bergwerke, die Eisenerze abbauten. Heute (Stand 1975) hat sich das Zentrum zum Saarland hin verschoben).

Aus der frühen Eisenzeit gibt es mehrere Fundstellen in der Rübenacher Gemarkung: am „Metternicher Pfad“, auf der Rübenacher Höhe“ an der Grenze nach Mülheim, südlich des Sentenicher Weges („Mäus Pfütz“) und nördlich davon („Eberts Born“). Eiserne Geräte aus dieser Zeit sind selten und fanden sich in Rübenach nicht.

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Rübenach Fundplatz Eberts Born / Mäus Pfütz – Keramik der älteren Eisenzeit

Die Keramik zeigt noch Ausklänge an die späte Urnenfelder-Bronzezeit,  doch die Formen sind weniger straff, die Profile weichen und die Verzierungen sind reicher. Herauspolierte Glättstreifen, Abrollungen von gedrehten Bronzeringen und Fischgrätenmuster zieren Becher, Schalen und Töpfe.

Mit der jüngeren Eisenzeit (vorrömische Eisenzeit) haben wir endlich eine Epoche erreicht, aus der aus antiken Quellen bekannt ist, wie die Menschen hießen, die hier am Mittelrhein wohnten: die Gallier oder Kelten. Ihrer stark differenzierten Gesellschaft standen eine Priesterkaste (Druiden) und mächtige Fürsten vor.

Durch den Eisenabbau, Salz- und Bernsteinhandel reich geworden, sind Handelskontakte dieser Fürsten mit Grichenland, Italien und dem germanischen Norden bekannt. Dieser Reichtum wirkte sich bis auf die einfache Bauernbevölkerung aus.

Die Keramik dieser Zeit wurde meistens schon auf Drehscheiben hergestellt. Es gab bestimmte Werkstätten, die für ganze Siedlungskammern arbeiteten.

Einen besonders schönen Fund fand man (R. Schummer) 1973 am Sentenicher Weg, zwischen “ Mäus Pfütz“ und „Holzäcker“. Es ist , wahrscheinlich aus einem Grab, eine der größten bekannten Schalen dieser Zeit aus dem Rheinland. Die Oberfläche des Gefäßes ist schwarz glänzend poliert und mit Wellenlinien, Spiralwirbeln und Kreisstempeln verziert.

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Rübenach Fundplatz Eberts Born – Schale der jüngeren Eisenzeit aus schwarz poliertem Ton. Oben ist das teilweise plastisch herausgearbeitete Muster von der Innenseite des Gefäßes zu sehen, wie es heute erhalten ist 

Zu diesem Stück fand sich eine weitere Schale aus dunklem, teilweise poliertem Ton mit einem Durchmesser von einem halben Meter. Sie konnte aus den Scherben wieder ganz zusammengesetzt werden. Das Gefäß hat eine Standfläche von nur 12 cm Durchmesser, seine Höhe ist 24 cm. Daneben wurden zahlreiche Bruchstücke von anderen Gefäßen gefunden und eventuell der Rest eines eisernem Messers.

Das Siedlungsgelände am Sentenicher Weg ist mit Scherben aus der Eisenzeit ziemlich genau zu markieren. Es ist südlich der Chaussee nach Mayen, vom letzten Haus der Ortschaft bis fast an den Eisenbahnbogen vor dem Autobahnkreuz hin.
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Logo 1200jahreQuelle Buch Rübenacher Heimatgeschichte