Unser Rübenach, Montag, 18. Februar 2019

Koblenz ist als Industriestandort heiß begehrt

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Koblenz. Der Industriestandort Koblenz ist bei Firmen stark gefragt. Derzeit liegen der Stadtverwaltung Anfragen von rund 30 Firmen vor, die insgesamt eine Fläche von mehr als 60 Hektar nutzen möchten. Das sind fast 60 Fußballfelder. Größte Interessenten sind zwei internationale Produktions- und Logistikbetriebe, die sich in Koblenz auf je rund 20 Hektar ansiedeln möchten. Wer das ist und wer hinter den anderen Interessenten steckt, sagt Thomas Hammann, Wirtschaftsförderer der Stadt, nicht. Denn: „Damit würde das Betriebsgeheimnis verletzt.“ Er versichert: „Unter den Interessenten ist keine Firma mit rauchenden Schloten.“

… Im Industriegebiet an der A 61, rund um den Fahrradgiganten Canyon, gibt es zwar noch freie Flächen. Die sind aber schon vergeben. Laut Hammann gibt es allein für diese Erweiterungsfläche acht Interessenten, die sich auf 40 000 Quadratmetern (4 Hektar) ansiedeln möchten. Ob es bei allen zu einer Ansiedlung kommt und wie die Grundstücke zugeschnitten werden könnten, ist offen. Unabhängig davon baut dort auch die Straßenverkehrsgenossenschaft; eine Waschanlage ist schon fertig. Am Autohof wird auch die Logistikfirma Dachser erweitern. Unabhängig davon wird hier zwischen A 61, L 52 und Aachener Straße eine Erweiterungsfläche von 50 Hektar angestrebt.

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Rhein Zeitung – 08.02.2019

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5 Kommentare

  1. Rüdiger Neitzel am

    “Die Industrie ist heiß auf Koblenz – aber den Bürgern ist heiß in Koblenz….so könnte man die Situation in Koblenz zusammenfassen.
    Koblenz hat schon lange die höchste Arbeitsplatzdichte in RLP . Auf 1000 Einwohner kommen 1400 Arbeitsplätze, ein Spitzenwert in der Bundesrepublik, wie das statistische Jahrbuch der Stadt stolz verkündet. Das Ergebnis sind 60.000 Pendler die täglich nach Koblenz rein – und wieder rausfahren.
    Kann es ein Ziel sein, diese Zahlen zu steigern?
    All dies nimmt in Kauf, dass die Kaltluftentstehungszonen, westlich von Rübenach, mit zigtausend Quadratmetern Beton verkleistert wurden. Statt kalter Luft, die von Westen in die Stadt strömte, haben wir nun Warmluftkanäle die den Klimawandel beschleunigen. Ich empfehle allen Bürgern von Koblenz einmal aus Richtung Polch kommend oberhalb der Amazon Ansiedlung zu halten und einen Blick Richtung Koblenz zu riskieren. Wer dann nicht erschrocken ist, dem ist nicht zu helfen! Von begrünten Dächern und Wänden war mal die Rede, aber davon ist nichts zu sehen. Da protestieren hunderte engagierter Jugendlicher gegen den Klimawandel, aber die Wirtschaftsförderer der Stadt planen weiter als sei das alles nichts. Alle Menschen mit Verantwortungsbewusstsein sollten sich dagegen aussprechen. Gelegenheit dazu besteht bei der Bürgerinfo am 20.Februar um 18.00 Uhr in der Aula der Grundschule Rübenach.”
    Rüdiger Neitzel – 11.02.2019

  2. Natur in der Dimension von 60 Fußballfeldern soll in den nächsten Jahren zugebaut werden! Toll, welch eine freudige Meldung für die Koblenzer Bürger, die unter dem zunehmenden Verkehr zu leiden haben werden. Schon jetzt verstopfen ca. 12.000 Fahrzeuge täglich die Aachener Str. in Rübenach , das interessiert jedoch die Stadtverwaltung und die Lokalpolitiker nicht, Hauptsache man kann spatenschwingend eine neue Industrieansiedlung (ohne rauchende Schlote, nochmal toll!) feiern! Da im Mai wieder Kommunalwahlen anstehen ist absehbar, dass in den nächsten Wochen die bekannten Kandidaten ein paar Krokodilstränen verdrücken und anschließend alles weiterläuft wie bisher. Am Rande: die genannten Logistikunternehmen investieren natürlich massiv in die Digitalisierung, bei Hamburg gibt es schon jetzt ein weitgehend automatisiertes Versandlager von Amazon mit nur noch wenigen Mitarbeitern. Das wird also die Zukunft von Metternich und Rübenach sein: umstellt von Unternehmen, zubetonierte Landschaft, Lieferverkehr, der sich durch die Straßen quält und auf die Anwohner (lästig! machen doch nur Ärger mit ihren Vorschlägen und Einsprüchen, deshalb muss man auch die Pläne geheim halten) wird wie immer keine Rücksicht genommen.

    TOLL!!

  3. Johannes Fuck am

    Herr Neitzel empfieht oberhalb der Amazon Ansiedlung zu halten und einen Blick zu riskieren…
    So traurig es ist, unser Wirtschaftssystem funktioniert nur mit Wachstum. Das bedeutet Produktivitätssteigerung, Synergien schaffen, wirtschaftliche Größe, Marktmacht (möglichst Marktführerschaft) – dafür brauch man große Industrieflächen. Außerdem zieht man vom Land in die Stadt – der Arbeit hinter her – mit der Folge die Städte werden immer größer und zeitgleich hat man einen zuwachs an Pendler mit der Bahn.
    Riskieren wir einen Blick: Von der B9 bis zur A61, von Rübenach bis Güls wird irgend wann mal alles bebaut sein. Zu den 60 Fußballfeldern an der A61 gibt es zeitgleich eine Bekanntmachung zum Bebauungsplan 228c. „C“ am DLZ-B9. Das Alphabet hat noch viele Buchstaben und Fläche ist noch reichlich vorhanden und Investoren scheinbar auch. Das ist schade, aber das ist unser Wirtschaftssystem.
    Die Koblenzer sind geduldig und verhalten sich wie Lämmer. Man hat noch nicht gemerkt welche Pendlerströme da entstehen wenn wir nicht Alternativen schaffen in Form von Fahrradwegen und einem leistungsfähigen ÖPNV.
    Ich kann es immer wieder nur wiederholen: Wir haben noch die Bahnstrecke Koblenz-Bassenheim. Wir müssen darauf drängen, dass der SPNV-Nord die Nutzung dieser Bahnstrecke mit einer Stadtbahn überprüft. Wir brauchen einen leistungsfähigen ÖPNV als Alternative zum MIV. Noch gibt es die Trasse, noch ist sie gewidmet und mit überschaubaren Aufwand zu reaktivieren.

  4. juergen mueller am

    Gut gebrüllt.
    Herr Neitzel schreibt sogar von hunderten engagierter Jugendlicher, von denen einige unserer Generation vorwerfen, ihre Zukunft geklaut zu haben. Geht`s noch? Da laufen (nicht hunderte) Peoples mit Transparenten, Pappschildern, Sprücheklopfen und wichtigen Gesichtern in der Stadt herum und wissen wahrscheinlich noch nicht einmal vor lauter Mitlaufen, für was sie eigentlich (angeblich) protestieren.
    Dieses (angebliche) Engagieren zeigt eindeutige Grenzen auf.
    Es gibt Möglichkeiten, für sich etwas gegen den (unaufenthaltsamen) Klimawandel zu tun ohne laut zu werden.
    Einfach mal so zu verallgemeinern, dass unsere Generation ihre Zukunft geklaut zu haben zeugt nur von einer Faulheit beim Denken.
    Wenn diese Generation der Protestierenden einmal (oder auch nicht) mit beiden Füßen im Berufsleben steht, spätestens dann wird sich bewahrheiten, WAS von dieser Protestiererei noch übrig geblieben ist … nämlich nichts mehr, weil sich auch diese Generation nicht von unserer unterscheiden wird – nur an sich selbst denken, an`s eigene wohlergehen denken und für alles andere Scheuklappen tragen.
    Das ist die Realität.
    Wer es noch nicht gemerkt hat – unsere Bürgerinitiative besteht nur aus „Altertümchen“, die sich gegen Projekte vehement einsetzt, die den Klimawandel fördern, Projekte, die die Politik (auch die von KOBLENZ) fordern und fördern.
    Die BI wird es eines Tages nicht mehr geben – weil der interessierte und engagierte Nachwuchs fehlt, ein Nachwuchs, der zwar u.U. bei dieser unproduktiven Versammlung mitgegangen ist, aber den eigentlichen Sinn und Zweck ganz schnell wieder vergessen hat.
    Das ist die Realität.
    Menschen wie Herr Neitzel, Herr Fuck und einige mehr (aber nicht genug), die versuchen der Politik Paroli zu bieten, mit leider immer wiederkehrenden Hindernissen aus der Politik. Eine Politik, die ihre eigenen Versprechen, Einsatz gegen einen fortschreitenden Klimawandel zu zeigen, durch ihr eigenes Handeln widerlegt.
    Das ist die Realität.
    Das, was da unsere nachfolgende Generation aufgezeigt hat, ist garnichts und ändert nichts.

  5. Volker Schmitz am

    Lieber Herr Fuck,Neitzel,Steinkamp und Müller
    Recht haben Sie alle.
    Die nachfolgende Generation ist zu 90% nur noch ein verunsichertes Häufchen Elend das keine Achtung mehr vor sich hat,alles ignoriert und sich für diese Probleme überhaupt nicht interssiert weil es ihnen noch halbwegs gutgeht,sie auf der gemütlichen Couch liegen und vom Regenbogenland mit Einhornstaub träumen…und den meisten Lokalpolitikern geht es doch eh nur um die Karriere und um die Frage wie ich am häufigsten auf irgendeinem Zeitungsfoto erscheine.,Das bekommen sie ja aus Berlin so vorgelebt.Und mit dieser Bürgerinfo in der Aula wo eh immer nur die gleichen 10-20 Bürger erscheinen wird man hier nichts ausrichten..Ich bin da nicht dagegen aber das ist die Realität.

    Und wir schreiben hier unsere Kommentare und denken wir wären Aktivisten…:-)))

    Allen ein schönes Wochenende
    Volker Schmitz

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