Koblenz ist als Industriestandort heiß begehrt

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Koblenz. Der Industriestandort Koblenz ist bei Firmen stark gefragt. Derzeit liegen der Stadtverwaltung Anfragen von rund 30 Firmen vor, die insgesamt eine Fläche von mehr als 60 Hektar nutzen möchten. Das sind fast 60 Fußballfelder. Größte Interessenten sind zwei internationale Produktions- und Logistikbetriebe, die sich in Koblenz auf je rund 20 Hektar ansiedeln möchten. Wer das ist und wer hinter den anderen Interessenten steckt, sagt Thomas Hammann, Wirtschaftsförderer der Stadt, nicht. Denn: „Damit würde das Betriebsgeheimnis verletzt.“ Er versichert: „Unter den Interessenten ist keine Firma mit rauchenden Schloten.“

… Im Industriegebiet an der A 61, rund um den Fahrradgiganten Canyon, gibt es zwar noch freie Flächen. Die sind aber schon vergeben. Laut Hammann gibt es allein für diese Erweiterungsfläche acht Interessenten, die sich auf 40 000 Quadratmetern (4 Hektar) ansiedeln möchten. Ob es bei allen zu einer Ansiedlung kommt und wie die Grundstücke zugeschnitten werden könnten, ist offen. Unabhängig davon baut dort auch die Straßenverkehrsgenossenschaft; eine Waschanlage ist schon fertig. Am Autohof wird auch die Logistikfirma Dachser erweitern. Unabhängig davon wird hier zwischen A 61, L 52 und Aachener Straße eine Erweiterungsfläche von 50 Hektar angestrebt.

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Rhein Zeitung – 08.02.2019

11 KOMMENTARE

  1. “Die Industrie ist heiß auf Koblenz – aber den Bürgern ist heiß in Koblenz….so könnte man die Situation in Koblenz zusammenfassen.
    Koblenz hat schon lange die höchste Arbeitsplatzdichte in RLP . Auf 1000 Einwohner kommen 1400 Arbeitsplätze, ein Spitzenwert in der Bundesrepublik, wie das statistische Jahrbuch der Stadt stolz verkündet. Das Ergebnis sind 60.000 Pendler die täglich nach Koblenz rein – und wieder rausfahren.
    Kann es ein Ziel sein, diese Zahlen zu steigern?
    All dies nimmt in Kauf, dass die Kaltluftentstehungszonen, westlich von Rübenach, mit zigtausend Quadratmetern Beton verkleistert wurden. Statt kalter Luft, die von Westen in die Stadt strömte, haben wir nun Warmluftkanäle die den Klimawandel beschleunigen. Ich empfehle allen Bürgern von Koblenz einmal aus Richtung Polch kommend oberhalb der Amazon Ansiedlung zu halten und einen Blick Richtung Koblenz zu riskieren. Wer dann nicht erschrocken ist, dem ist nicht zu helfen! Von begrünten Dächern und Wänden war mal die Rede, aber davon ist nichts zu sehen. Da protestieren hunderte engagierter Jugendlicher gegen den Klimawandel, aber die Wirtschaftsförderer der Stadt planen weiter als sei das alles nichts. Alle Menschen mit Verantwortungsbewusstsein sollten sich dagegen aussprechen. Gelegenheit dazu besteht bei der Bürgerinfo am 20.Februar um 18.00 Uhr in der Aula der Grundschule Rübenach.”
    Rüdiger Neitzel – 11.02.2019

  2. Natur in der Dimension von 60 Fußballfeldern soll in den nächsten Jahren zugebaut werden! Toll, welch eine freudige Meldung für die Koblenzer Bürger, die unter dem zunehmenden Verkehr zu leiden haben werden. Schon jetzt verstopfen ca. 12.000 Fahrzeuge täglich die Aachener Str. in Rübenach , das interessiert jedoch die Stadtverwaltung und die Lokalpolitiker nicht, Hauptsache man kann spatenschwingend eine neue Industrieansiedlung (ohne rauchende Schlote, nochmal toll!) feiern! Da im Mai wieder Kommunalwahlen anstehen ist absehbar, dass in den nächsten Wochen die bekannten Kandidaten ein paar Krokodilstränen verdrücken und anschließend alles weiterläuft wie bisher. Am Rande: die genannten Logistikunternehmen investieren natürlich massiv in die Digitalisierung, bei Hamburg gibt es schon jetzt ein weitgehend automatisiertes Versandlager von Amazon mit nur noch wenigen Mitarbeitern. Das wird also die Zukunft von Metternich und Rübenach sein: umstellt von Unternehmen, zubetonierte Landschaft, Lieferverkehr, der sich durch die Straßen quält und auf die Anwohner (lästig! machen doch nur Ärger mit ihren Vorschlägen und Einsprüchen, deshalb muss man auch die Pläne geheim halten) wird wie immer keine Rücksicht genommen.

    TOLL!!

  3. Herr Neitzel empfieht oberhalb der Amazon Ansiedlung zu halten und einen Blick zu riskieren…
    So traurig es ist, unser Wirtschaftssystem funktioniert nur mit Wachstum. Das bedeutet Produktivitätssteigerung, Synergien schaffen, wirtschaftliche Größe, Marktmacht (möglichst Marktführerschaft) – dafür brauch man große Industrieflächen. Außerdem zieht man vom Land in die Stadt – der Arbeit hinter her – mit der Folge die Städte werden immer größer und zeitgleich hat man einen zuwachs an Pendler mit der Bahn.
    Riskieren wir einen Blick: Von der B9 bis zur A61, von Rübenach bis Güls wird irgend wann mal alles bebaut sein. Zu den 60 Fußballfeldern an der A61 gibt es zeitgleich eine Bekanntmachung zum Bebauungsplan 228c. „C“ am DLZ-B9. Das Alphabet hat noch viele Buchstaben und Fläche ist noch reichlich vorhanden und Investoren scheinbar auch. Das ist schade, aber das ist unser Wirtschaftssystem.
    Die Koblenzer sind geduldig und verhalten sich wie Lämmer. Man hat noch nicht gemerkt welche Pendlerströme da entstehen wenn wir nicht Alternativen schaffen in Form von Fahrradwegen und einem leistungsfähigen ÖPNV.
    Ich kann es immer wieder nur wiederholen: Wir haben noch die Bahnstrecke Koblenz-Bassenheim. Wir müssen darauf drängen, dass der SPNV-Nord die Nutzung dieser Bahnstrecke mit einer Stadtbahn überprüft. Wir brauchen einen leistungsfähigen ÖPNV als Alternative zum MIV. Noch gibt es die Trasse, noch ist sie gewidmet und mit überschaubaren Aufwand zu reaktivieren.

  4. Gut gebrüllt.
    Herr Neitzel schreibt sogar von hunderten engagierter Jugendlicher, von denen einige unserer Generation vorwerfen, ihre Zukunft geklaut zu haben. Geht`s noch? Da laufen (nicht hunderte) Peoples mit Transparenten, Pappschildern, Sprücheklopfen und wichtigen Gesichtern in der Stadt herum und wissen wahrscheinlich noch nicht einmal vor lauter Mitlaufen, für was sie eigentlich (angeblich) protestieren.
    Dieses (angebliche) Engagieren zeigt eindeutige Grenzen auf.
    Es gibt Möglichkeiten, für sich etwas gegen den (unaufenthaltsamen) Klimawandel zu tun ohne laut zu werden.
    Einfach mal so zu verallgemeinern, dass unsere Generation ihre Zukunft geklaut zu haben zeugt nur von einer Faulheit beim Denken.
    Wenn diese Generation der Protestierenden einmal (oder auch nicht) mit beiden Füßen im Berufsleben steht, spätestens dann wird sich bewahrheiten, WAS von dieser Protestiererei noch übrig geblieben ist … nämlich nichts mehr, weil sich auch diese Generation nicht von unserer unterscheiden wird – nur an sich selbst denken, an`s eigene wohlergehen denken und für alles andere Scheuklappen tragen.
    Das ist die Realität.
    Wer es noch nicht gemerkt hat – unsere Bürgerinitiative besteht nur aus „Altertümchen“, die sich gegen Projekte vehement einsetzt, die den Klimawandel fördern, Projekte, die die Politik (auch die von KOBLENZ) fordern und fördern.
    Die BI wird es eines Tages nicht mehr geben – weil der interessierte und engagierte Nachwuchs fehlt, ein Nachwuchs, der zwar u.U. bei dieser unproduktiven Versammlung mitgegangen ist, aber den eigentlichen Sinn und Zweck ganz schnell wieder vergessen hat.
    Das ist die Realität.
    Menschen wie Herr Neitzel, Herr Fuck und einige mehr (aber nicht genug), die versuchen der Politik Paroli zu bieten, mit leider immer wiederkehrenden Hindernissen aus der Politik. Eine Politik, die ihre eigenen Versprechen, Einsatz gegen einen fortschreitenden Klimawandel zu zeigen, durch ihr eigenes Handeln widerlegt.
    Das ist die Realität.
    Das, was da unsere nachfolgende Generation aufgezeigt hat, ist garnichts und ändert nichts.

  5. Lieber Herr Fuck,Neitzel,Steinkamp und Müller
    Recht haben Sie alle.
    Die nachfolgende Generation ist zu 90% nur noch ein verunsichertes Häufchen Elend das keine Achtung mehr vor sich hat,alles ignoriert und sich für diese Probleme überhaupt nicht interssiert weil es ihnen noch halbwegs gutgeht,sie auf der gemütlichen Couch liegen und vom Regenbogenland mit Einhornstaub träumen…und den meisten Lokalpolitikern geht es doch eh nur um die Karriere und um die Frage wie ich am häufigsten auf irgendeinem Zeitungsfoto erscheine.,Das bekommen sie ja aus Berlin so vorgelebt.Und mit dieser Bürgerinfo in der Aula wo eh immer nur die gleichen 10-20 Bürger erscheinen wird man hier nichts ausrichten..Ich bin da nicht dagegen aber das ist die Realität.

    Und wir schreiben hier unsere Kommentare und denken wir wären Aktivisten…:-)))

    Allen ein schönes Wochenende
    Volker Schmitz

      • Auch wenn es zwischen 60 und 70 Bürger gewesen wären,ich bin deshalb nicht dabei weil es zu nichts führt.Ausserdem nenne ich die Dinge gerne unkompliziert beim Namen,damit würden nicht alle zurecht kommen:-)))
        Ich habe im Grunde nichts gegen eine Bürgerinitiative…wenn sie was bewirkt…Man muss es realistisch sehen,Die Bürgerinitiative besteht zum größten Teil aus einer Generation von „Altertümchen“wie es selbst Herr Müller beschreibt und die in einigen Jahren ausgestorben sind, wie wir alle einmal.Das ist traurig aber Realität.Die junge Generation interessiert sich nicht und die Bürgerinitiative wird von der Stadt Koblenz nicht ernst genommen da die Stadt das ganze einfach nur aussitzen muss bis sich (aus Sicht Der Stadt) das lästige Problem BI selbst erledigt hat.Vor ca.2 Jahren hab ich in einem Beitrag geschrieben Das im GVZ und Umgebung bald die Bagger rollen werden und das es schon lange beschlossene Sache ist ,da hat man mich ausgelacht…Was hat die BI eigentlich bis heute bewirkt??? Eine Fahrbahnverschwenkung,ein paar Plakate wegen dem Verkehr,lästige Verkehrsinselchen die nix bringen und ein paar Bänke.Eine davon steht 70mtr.von mir entfernt und ich würde mich gerne dazu bereit erklären mich darum zu kümmern und den Rasen in diesem Bereich regelmäßig zu mähen.Wenn ich dann aber sehe welches Pack (Den Ausdruck habe ich von unserem ehemaligen Aussenminister Sigmar Gabriel SPD gelernt) sich dort in den späten Abendstunden rumtreibt und alles mit Müll,Dreck und leeren Bierdosen versaut sehe ich da keinen Sinn drin.Und was ich ja überhaupt nicht nachvollziehen kann ist eine Bürgerinitiative die an dem ganzen Verkehr rummeckert und dann wie Herr Neitzel eine vor der Haustür liegende Bahnstrecke bekämpft….??? Heute morgen habe ich gelesen das jetzt eine Ampelanlage oder Blinkanlage wegen dem Verkehr kommen soll.Finde ich gut. Gestern kam ich aus einem Österreich Urlaub zurück,da steht sowas an jedem Zebrastreifen,eine Selbstverständlichkeit.Hier wird das jetzt erstmal hochgespielt.Vielleicht kommt ja erst eine Machbarkeitsstudie…:-)))
        Das ganze System erinnert mich an einen Kindergarten…

        Ich wünsche allen
        eine Schöne Woche

        Volker Schmitz

        • @Volker Schmitz:
          „Dinge unkompliziert beim Namen nennen“ bedeutet nicht immer, dass solche Worte beim Gegenüber positiv aufgenommen werden. Deshalb lautet ein recht berühmter Satz:
          „Ehrlichkeit ohne die rechte Form ist Grobheit.“
          Eine Form oder Contenance zu wahren, ist sicher nicht die schlechteste Eigenschaft in unserer zivilisierten Welt.
          Kontroverse Meinungen sollten auch in der BI zugelassen sein. Vielleicht sind diese ja sogar notwendig, um das sogenannte „Leben in die Bude“ zu bringen. Allerdings sollte man bei allen Meinungsverschiedenheiten andere auch zu Wort kommen und leben lassen, auch, oder sogar erst recht dann, wenn die Meinungen mal wieder auseinander driften.
          Ähnlich den Gewerkschaften muss auch die BI erst einmal unerreichbares fordern, um VIELLEICHT Erreichbares zu erreichen. Ich möchte Ihre Bezeichnung Jugendlicher Menschen hier gar nicht werten. Nur soviel: Ich fühle mich in die 60er zurück versetzt… da wurden wir auch von den „ewig Gestrigen“ als Pack bezeichnet, weil wir uns gegen das Establishment stellten, die Haare wachsen ließen und sogenannte Negermusik hörten. Vielleicht wäre es an der Zeit, über ein Jugendzentrum hier in Rübenach nachzudenken (und auch zu verwirklichen), statt junge, vor Testosteron strotzende Menschen als Pack zu bezeichnen. Im Gegensatz zu uns älteren, stehen viele dieser jungen Menschen mit beiden Beinen voll in der Luft und wissen nicht, wie sie ihre, von der Natur gegebene Energie los werden sollen. Natürlich kann das überaus nervig für andere sein, aber wer, wenn nicht wir Älteren haben es denn in der Hand, etwas an den Vorgaben zu ändern?
          Im norddeutschen Wacken kann man Jahr für Jahr erleben, wie Toleranz zwischen Alt und Jung funktionieren kann. Miteinander wird dort recht groß geschrieben. Auch ich bin für die Reduktion des Individualverkehrs und die Wiederbelebung der Bahnstrecke vor unserer Haustür. Die BI hat genau so viele (oder wenige) Rechte, wie der Ortsbeirat… aber irgendwer muß sich doch wohl um unsere Belange kümmern und an den entsprechenden Stellen vortragen. Auch wenn vielleicht immer noch zu wenig erreicht wird… es passiert wenigstens ETWAS.
          Rudolf Kowalski

  6. Leider bemühen wir uns alle ein wenig wie Don Quichotte… wir laufen ständig gegen die sinnbildlichen Windmühlen. Wir leben in einer vermeintlichen Demokratie und ereifern und verlieren uns in den Anschuldigungen gegen die ausführenden Organe bei Stadtverwaltung und LBM.
    Diese dort beschäftigten Menschen machen doch ohnehin „nur ihre Arbeit“, d. h. die meisten von ihnen gelangen nicht einmal in die Nähe von Entscheidungen. Einige wenige dieser Menschen im Dienste der Öffentlichkeit und auch einige Politiker mögen vielleicht die wirklichen Denker und Lenker kennen… das Gros jedoch eher weniger. Die Meisten dieser Sachbearbeiter jedoch sind reine Befehlsempfänger, deren „Entscheidungskraft“ meist viel zu hoch bewertet wird.
    In früheren Aristogratien wusste man ganz genau, wer „die da oben“ sind… die waren „greifbar“.
    In unserer heutigen Plutogratie (Demokratie genannt) entscheiden erfolgREICHE Eliten darüber, was mit uns geschieht und was uns gut tut oder eben nicht. Diese Eliten sind für uns auch nicht greif- oder angreifbar. Wir müssen uns leider mit Politikern und ausführenden Organen auseinander setzen, die uns insgeheim oft recht geben… aber leider keine Entscheidungträger sind.
    Zur Zeit werden wir ohnehin von einer anderen Elite regiert… Prinzenpaare und Dreigestirne haben für die fünfte Jahreszeit die Macht übernommen. Da dürfen wir für kurze Zeit den Narren oder den Eulenspiegel geben. Danach machen wir dann wieder mit unserer BI weiter.
    Olau, Alaaf und Helau
    Rudolf Kowalski

  7. Es ist wirklich zum Verzweifeln und man kann tatsächlich Verschwörungstheorien entwickeln. Aber mal ganz ehrlich: 1. Uns geht es gut! 2. Unsere politischen Vertreter sind frei gewählt! 3. Wir können unsere Meinung äußern und nach meiner Erfahrung wird sie zur Kenntnis genommen.
    Wähler Wille:
    1. Der „Koblenzer“ ist autoaffin und Politiker machen das was die Bürger wollen. Deshalb gibt es eine kreuzungsfreie Schnellstraße von IKEA bis auf die Karthause aber keinen direkten sicheren Weg mit dem Fahrrad als Alternative.
    2. Der „Koblenzer“ will seine Heimat nicht verlassen und erwartet Arbeitsplätze bzw. der Unternehmer Gewerbeflächen in der Nähe. Nachfrage bestimmt bei der Stadtplanung das Angebot. Wer möchte (kann) denn noch auf den kleinen Flächen als Bauer seinen Unterhalt verdienen?
    3. Man baut die Nordtangente als schnelle Verbindung von der B9 ins Verwaltungszentrum und realisiert endlich einen Kreisel am Verwaltungszentrum als Entlastung der Schlachthofstraße. Im Verwaltungszentrum sind viele gute Arbeitsplätze und „debeka“ möchte weiterhin in der Heimatstadt investieren.
    Wer möchte bei den drei Punkten widersprechen.
    Lieber Rudy, es gibt natürlich auch eine Auto-Lobby, eine LKW-Lobby, eine Investoren-Lobby aber bitte keine Verschwörungstheorien. Wir Bürger müssen auf eine ökologische und lebenswerte Ausrichtung drängen.
    Das geplante Industrie- und Gewerbegebiet muss mit einer Stadtbahn erschlossen werden. Das Ziel muss sein: 1/3 nutzt den ÖPNV, 1/3 mit dem Fahrrad, 1/3 kommt mit dem Auto. Man brauch eine Schätzung der zukünftigen Arbeitnehmer und Anwohner im Gebiet. Ich behaupte es werden mal 20.000 Arbeitnehmer und ca. 20.000 Einwohner zwischen B9, A61, A48 und der Mosel sein und somit ca. 12.000 ÖPNV-Nutzer jeden Morgen und Abend. Mit dem Bus? – wohl kaum vorstellbar. Die sind jetzt schon überfüllt und mehrere Busse fahren direkt hintereinander, stehen im Stau und mäandern durch Lützel und Metternich.
    Hier sollte man ein Gutachten beim SPNV-Nord in Auftrag geben!
    Lieber Herr Neitzel, die Nachfrage nach Industrie-Gewerbe-Fläche ist da, die Politik wird entsprechend dem Bedarf die Flächen ausweisen, es ist jetzt nur die Frage wie wir die Infrastruktur planen. Fahren zukünftig alle Arbeitneher mit ihrem Auto auf den Hauptverkehrsachsen zur Arbeit? Eine Hauptverkehrsachse wird die Aachener Straße sein!
    In anderen Städten plant man bei neuen Stadtteilen zuerst die Erschließung mit dem ÖPNV (Straßenbahn, U- und S-Bahn usw.) und dann überlgt man sich ein Nutzungskozept für das ganze Gebiet. Ein sicherer Bürgersteig und Fahrradweg ist ausschlaggebend für eine günstige Nutzungsquote MIV zum Fahrrad oder ÖPNV.
    Die scheinbare Planungslosigkeit bringt einen zur Verzweifelung.

  8. Lieber Johannes Fuck, die Ausführungen bezüglich des ÖPNV und bei den Fahradwegen sind absolut schlüssig dargelegt. Warum man mit aller Gewalt Industrieflächen ausschreibt und letztlich an Firmen verkauft, die ohnehin hier keine Gewerbesteuer entrichten, ist zumindest aus ökonomischer Sicht nicht nachvollziehbar. Dass gerade diese angesprochenen Betriebe für unglaubliche Pendlerströme sorgen, die morgens und abends ein lebenswertes Dasein gerade in unserem Ortsteil mehr als in Frage stellen, lässt sich nicht einfach nur mit Planlosigkeit erklären. Ich denke, da tun wir unseren Behörden und unseren Politikern (*innen) Unrecht. Die meisten werden sehr wohl wissen, warum dieses oder jenes geplant, durchgesetzt oder eben verhindert wird.
    Einige von uns werden sich sicher noch an den Kreisverkehr unter der B9, in Höhe des Möbelhauses Rombelsheim und der Disco „Extra“ erinnern. Zu den Hauptverkehrszeiten kam man weder in diesen Kreisverkehr rein, noch kamen die, die drin steckten wieder raus. DAS war eine der größten Fehlplanungen oder Planungslosigkeiten unserer Zeit hier in Koblenz. Wenn die Planung einer Nordtangente weit mehr als fünf Jahrzehnte in Anspruch nimmt, weiß ich nicht mehr so recht, als was man so etwas bezeichnen kann. Die entsprechenden Entscheider allesamt als zu unfähig zu bezeichnen, greift mir da doch deutlich zu kurz – und wäre eben auch ungerecht. Da drehen wohl eher völlig andere Kräfte an den Rädern, als uns bekannt sein dürfte.
    Warum an der jetzigen „Ikea-Kreuzung“ mal wieder zuerst ein Kreisverkehr gebaut und unsere Steuergelder auf wenig intelligente Weise verbraten werden mussten, das darf gerne wieder in die Rubrik Planungslosigkeit oder -unfähigkeit gestellt werden. Unter Umständen hätte man diese sinnlos verbrauchten Gelder ganz gut in die aktuelle Nordtangente stecken können, um die ursprüngliche Planung mit vierspuriger Auslegung bauen zu können. Da soll ja nun wohl dieses Geld inzwischen fehlen. Warum sonst fährt man die Größe der Nordtangente von ursprünglich vierspurig auf zweispurig zurück? Und das Ganze geschieht bei stetig wachsendem Verkehrsaufkommen.
    Immerhin gibt es inzwischen schon mal eine Fahrrad- und Fußgängerbrücke über die künftige „Minitangente“, die auch einiges an Kosten verursacht haben dürfte. Hoffen wir, dass diese Brücke greift und mit weiterführenden Wegen ihrem vorgesehenen Zweck auch gerecht werden kann.
    Der hochgelobte „erste Abschnitt“ der Nordtangente wird für mein Dafürhalten recht wenig Entlastung für Metternich und Rübenach bringen. Verkehrvermeidung in Form von ÖPNV wäre eine Möglichkeit… der zweite Bauabschnitt der Nordtangente, also die Verlängerung der L52 und letztlich der weitere Ausbau auf die ursprünglich geplante vierspurige Variante… eine andere.

    Rudolf Kowalski

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