„Zur Betonwüste verkommen“

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In Rübenach wird am 26. Mai ein Ortsvorsteher gewählt. Amtsinhaber Christian Franké tritt gegen Herausforderer Thomas Roos an.

Vielen Dank für die Vorstellung der beiden Kandidaten für den Ortschefposten in Rübenach. Ich kenne beide Herren und habe keinen Zweifel, dass jeder der beiden den Posten ausfüllen kann. Was mir allerdings auffällt: Das Wort Klimaschutz kommt in dem Bericht nicht vor. Keiner der beiden Kandidaten erwähnt es, und die Redakteurin fragt auch nicht danach.

Das Thema ist zwar in aller Munde, wird täglich in den Nachrichten erwähnt, ist Thema bei Talkshows und Demonstrationen. Aber es ist wie immer: Klimaschutz ja, aber am liebsten woanders. Es scheint für Rübenach keine Bedeutung zu haben. Dabei sind die Verkehrsprobleme der Aachener Straße nur ein Indiz, und wenn die beiden versprechen, sich um diese Problematik weiter kümmern zu wollen, dann muss man schon erwähnen, dass auf Antrag der beiden Parteien CDU und SPD bereits 2016 die „kurzfristige Inbetriebnahme der Ortsumgehung Rübenach” als Bedingung für die Planung zur Erweiterung des GVZ im Rat beschlossen wurde. Nur passiert ist in drei Jahren nix. Und wenn das Kümmern weiterhin so erfolgreich bleibt, kann man es auch ganz vergessen.

Wichtiger ist aber noch, dass westlich von Rübenach, dort wo früher die „Kaltluftentstehungszonen“ für ganz Koblenz waren, ein neuer Westwall aus Beton und Asphalt entsteht. Zigtausend Quadratmeter gutes Ackerland sind zur Betonwüste verkommen. Nicht das geringste Bemühen um Klimaschutz ist zu erkennen, obwohl Koblenz schon 2017 der wärmste Ort Deutschlands war. Und das alles ist nicht des Nachdenkens und der Erwähnung wert? Bin ich wirklich der Einzige, der sich darüber Sorgen macht?

Rüdiger Neitzel, Koblenz

Rhein Zeitung – 14.05.2019

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