„Desinteresse für Klimaschutz“

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Ein Leser hatte kritisiert, dass die Ortsvorsteherkandidaten für Rübenach den Klimaschutz nicht auf der Agenda haben.

Leserbrief von Jürgen Müller, Koblenz

Nein, Herr Neitzel, Sie sind nicht der Einzige. Nur einer der wenigen (in Rübenach), der sich Sorgen macht. Das Desinteresse für Klimaschutz zeigt sich nicht nur in Gestalt der beiden Aspiranten auf den Ortsvorsteherposten, sondern ist schon fast ein Aushängeschild für einen Großteil der Rübenacher Bevölkerung. Von der Stadtpolitik, die auch hier ansässig ist, ganz zu schweigen. Man kann es ganz einfach auf den Nenner bringen: Es interessiert nicht nur die wenigsten. Man weigert sich einfach, etwas dafür zu tun.

Rhein Zeitung – 17.05.2019

5 KOMMENTARE

  1. Bei dem Thema halten sich die sogenannten Aspiranten und auch die hier ansässige Stadtpolitik schlau zurück.Wäre ja Karriereschädlich.

    Volker Schmitz

  2. Bei Anne Will am Sonntag Abend rastete eine junge grüne Aktivistin fast völlig aus, als ihr nach einer gefühlten Ewigkeit das Wort erteilt wurde. Das Thema, um das es in dieser Sendung hätte gehen sollen, betraf die Rettung unseres Planeten – während alle anderen Anwesenden nahezu ausschließlich mit Personaldebatten und Wählerstimmen befasst waren.
    Es ging den Meisten, trotz der ausgeschriebenen Überschrift, nicht um Fragen zur Umwelt, um Vermeidung von schädlichen Abgasen der Industrie und/oder des Individualverkehrs, sondern in erster Linie um Verständnis für den Ausgang der Europa-Wahlen und z.B. für die Arbeitnehmer in der Lausitz. Kaum ein Satz zu unserer Umwelt oder gar Gedanken zu neuen Technologien, die unsere Umwelt schonen UND neue Arbeitsplätze schaffen könnten.
    Letztlich geht es meist um die eigene Karriere und um Posten und Pöstchen. Warum sollte das in Koblenz oder speziell in Rübenach anders sein? Ich darf betonen, dass ich damit niemandem etwas unterstellen möchte – es ist lediglich eine Frage. (political Correctness)
    Die Ansiedlung großer Konzerne, die hier keinerlei Gewerbesteuern abführen, hat also nichts mit wichtigen Einnahmen für die Stadt zu tun, sondern einzig mit Status. Es grasiert die Angst, man könne in Koblenz den Status der Metropole am Mittelrhein verlieren.
    Warum spricht man wohl von so genannten „Betonwüsten“? Wie in jeder anders gearteten Wüste auch, kann hier kein Niederschlag mehr in der Erde gespeichert werden. Somit kann mittel- und langfristig nichts mehr verdunsten und zur Wolkenbildung beitragen. Letztlich findet an diesen Orten kein Niederschlag mehr statt. Das führt natürlich zur weiteren Überhitzung und zur Austrocknung ganzer Regionen. Hinzu kommt auch noch, dass es sich in und um Rübenach um die Kaltluft-Schneise von Koblenz handelt. Rüdiger Neitzel hat es mehrfach thematisiert: Wir hatten im letzten Jahr bereits an einem Tag die Region mit der höchsten Temperatur. Was wollen wir in dieser Hinsicht denn noch erreichen? Sind uns unsere Kinder und Enkel denn völlig gleichgültig?
    Ich weiß nicht, ob man studiert haben muß, um solche Zusammenhänge zu begreifen… gesunder Menschenverstand täte es sicher genauso.
    Rudolf Kowalski

  3. Einige werden es wohl gelesen haben – KOBLENZ verliert im Stadtgebiet mehr als 500 Bäume (nach SWR 4 von heute werden es mehr werden – Interview eines Mitarbeiters Eigenbetrieb Grünflächen- u.Bestattungswesen).
    Der Grund – zumindest für die STADT (denn man hört nichts anderes) die Trockenheit der vergangenen Jahre (genau genommen seit 2003) und dass die Bäume trotz Bewässerung nicht zu retten waren – auch Jungbäume.
    Keine Rede von … ja, fortschreitender Boden-Flächenversiegelung, Wegfall von Grünflächen incl.Beflanzung Bäume etc..
    Wie insbesondere das Innenleben unserer Stadt aussieht, weiß wohl jeder – zubetoniert. Jredes Jahr kommen z.B. neue Hotels hinzu – ohne dass an den KLIMAWANDEL, vor allem die WASSERWIRTSCHAFT gedacht wird.
    Neue Gebäude ohne Dach- oder Fassadenbegrünung, was für unsere Umwelt, unser Klima so wichtig wäre.
    Ja, und dann die Boden-Flächenversiegelung.
    Die vollversiegelung von Böden hat enorme, nicht wiedergutzumachende Folgen/Auswirkungen auf unsere Umwelt – das KLIMA, den WÄRMEHAUSHALT und den … den WASSERHAUSHALT.
    BODEN bedeutet WASSERSPEICHER/WASSERNEUBILDUNG, filtert, bindet Nähr- u.Schadstoffe, bildet mit Wasser, Luft, Nährstoffen, Sonnenlicht die Lebensgrundlage für Menschen, Tiere, Pflanzen, Bodenorganismen.
    Durch jede Baumaßnahme verliert der BODEN durch Versiegelung dauerhaft seine wertvollen, natürlichen Funktionen.
    KURZ – durch undurchlässige Schichten wie Teer, Beton und Gebäude wird dem boden seine Funktion als Speicher entzogen, als Speicherraum von Niederschlagwasser (REGEN).
    Vollversiegelung bedeutet eine Senkung bis hin zum Verschwinden von GRUNDWASSER und verhindert eine GRUNDWASSERNEUBILDUNG.

    Den nun gefällten Bäumen fehlte ganz einfach das zum Überleben notwendige GRUNDWASSER, das ohne die Möglichkeit zu einer Grundwasserneubildung diesen ein Überleben nicht sichern kann/konnte.
    Und das betrifft auch Jungpflanzungen – die Wurzelbildung benötigt JAHRE um Grundwasser aufnehmen zu können – wenn es überhaupt für diese erreichbar ist.

    Und diese Misere trifft „alle Bäume der Stadt“.

    Eine Bewässerung ist keine Hilfe, sie erfolgt einmal tagsüber bei schon vorhandener Sonneneinstrahlung, anstatt abends, wenn diese weg ist, verdunstet zum Großteil und für eine Versickerung als Grundwasserneubildung reicht es bei weitem nicht aus.

    Davon abgesehen, dass man von der Stadt die ganze Wahrheit über die Ursachen eh nicht hört, werden angedachte Maßnahmen, über die man noch „nachdenkt oder verfolgt“ zum Großteil sowieso ins Leere laufen, weil kein vollständiges Konzept vorhanden ist und es an einer gewollten, kurzfristigen Umsetzung fehlt.

    Soviel zu der/den Ursache/en, zum Klimawandel und Klimaschutz = Umweltschutz.
    Sollte mal jeder drüber nachdenken, weil es nicht nur die STADT trifft sondern auch UNS (Erweiterung GVZ/A61 – vorerst 60 Hektar VOLLVERSIEGELUNG).

  4. Vollkommen richtig. Treffen wir uns zu einer FFF-Blockade auf der Aachener Str. und zeigen, dass wir die Verkehrswende wollen. Aber die in in der Stadtverwaltung, im Stadtrat, in Berlin und Brüssel wird das nicht interessieren. Wahrscheinlich wird eine wiederkehrende Demo in den Hauptstraßen von Metternich und Rübenach nicht genehmigt werden.
    Warten wir nicht auf die neuen Gesetzte unserer so „unfähigen“ Politiker, sondern reduzieren wir unsern Konsum freiwillig.
    Folgende Überlegungen um den ökologischen Fussabdruck eines Jeden zu schmälern. Nur so können wir mit gutem Beispiel voran gehen und vielleicht als umweltbewusstes „Dorf“ in die Geschichte eingehen.
    Verzicht auf Fleisch. Immer wieder sonntags, Fleisch – 1 Tag pro Woche ist dann ein Festtag. Machbar, oder?
    Kurzstrecken – bis 6 km – zu Fuss oder mit dem Fahrrad. Schwierig? Stimmt, der innere Schweinehund sitzt immer schon im Auto!
    Wir fordern eine schienengebundene Stadtbahn – nur 25% CO2 im Vergeich zu einem PKW – finanzieren und betreiben die „Bahn“ als Genossenschaft und teilen die Betriebskosten gemeinschaftlich mit einem Abo.
    Wir pflanzen alle Bäume im Garten und freuen uns über jedes Blatt was runter fällt! Tut doch keinem weh. Äste die Grenzen überschreiten haben doch was verbindendes. Verstopfte Kanalrohre sind Kollateralschäden, werden achselzuckend hingenommen und die Schäden in der Nachbarschaft solidarisch behoben..
    Vorgärten werden mit Bodendecker und blühenden Blumen kultiviert. Unkraut wird als Beiwuchs deklariert und bereichern unsere Artenvielfalt. Etwaige fliegenden Störenfriede (Wespen, Mücken, Bremsen) oder alles krabbelnde wie Ameisen, Mäuse ect werden stoisch hingenommen aber es werden keine Vernichtungskriege geführt. Wilde Tiere sind unsere Freunde.
    Wir wollen gar nicht mit dem Flugzeug in Urlaub. Wir bleiben in Europa, auf der Kurzstrecke (max. 4000km) nehmen wir die Bahn oder machen eine Rundreise mit dem Fahrrad.
    Da die Unfähigen die Pestizide nicht verboten bekommen, erklären wir uns mit den Bauern vorort solidarisch und entfernen in Nachbarschaftshilfe Unkraut auf den Äckern und sammeln mit der Hand Fressfeinde unserer Nahrung.
    Wir freuen uns über einen Naturschutzpark Rübenach – akzeptieren, dass keine neuen Arbeitsplätze nach Koblenz kommen unsere Häuser an Wert verlieren und unsere Kinder wegziehen.
    Wir überlassen vorzeitig unsere mehrere 100qm große Wohnungen und Häuser jungen Familien und ziehen in eine Wohngemeinschaft.
    _________________
    Wir brauchen keine Verbote oder „CO2“ Steuer die unseren Verbrauch an Resourcen regeln. Wir sind selbständig denkende Menschen, sehen das Problem, ziehen unsere Schlussfolgerungen und schrenken unseren Konsum ein ohne ein Mangel zu empfinden. Wir haben doch Naturschutz auf unserer Agenda. Wenn wir so agieren brauch Industrie, Handel und Logistik keine weiteren Fläche und das Thema Flächenversieglung hat sich erledigt.
    Klappt nicht? Stimmt, da haben sie recht.
    Wir wollen einen hohen Lebensstandard. Freiheit wird ganz groß geschrieben und steht über allem. Freie Fahrt für freie Bürger, immer und überallhin. Wir wollen aber auch wirtschaftliche Absicherung, das erreichte soll nicht verloren gehen. Friday For Futur (FFF) und der Erfolg der Grünen bei der letzten Wahl ist ein eindeutiges Zeichen aber es ist doch wahrscheinlich wie Rudy schon geschrieben hat: Wasch mich, mach mich aber nicht nass. Zerstört die CDU und SPD mit ihrer verfehlten „Klimapolitik“ unsere Zukunft? Nein, wenn wir das schneller drehende Rad nicht akzeptieren, fallen wir raus. Das Ergebnis sieht man in den Dörfern auf dem Land, schöne Häuser, tolle Natur aber keine bewohnte Zukunft. Kein Handyanschluss, geschweige denn G3 oder schnelles Internet. Es gibt fast keine Handwerker mehr die unten in der Werkstatt arbeiten und oben im Haus wohnen. Produktivitätssteigerung durch Spezialisierung. Angeblich gibt es weltweit nur drei Akkuhersteller. Bei zweitakt Rasenmähermotoren gibt es angeblich nur zwei Hersteller. Anschließend weltweiter Vertrieb. Aber das Grundübel ist unser Konsum und eine Wirtschaft die nur mit Wachstum funktioniert.
    Alter Indianer Spruch: Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann.
    Das Problem ist schon lange bekannt.

  5. Predigst ökosoziale Ansichten, die Argumente sind vollkommen richtig wirken in der heutigen Zeit sarkastisch und überzogen.
    Zeigt der zweite Teil dann die ganze Ratlosigkeit? Was denn JETZT?
    Klar ist doch das Versagen der Gesellschaft und der Politik.
    Freiwillig geht nicht! CO2-Steuer ist nur der Anfang, da muss mehr kommen.
    Der Staat muss als Ordnungsmacht seiner Verpflichtung nachkommen und die Entwicklung ökologisch vertretbar organisieren.
    Die Stadt Koblenz muss für das Gebiet zwischen B9 bis zur A61 und A48 bis zum Moselbogen ein ökologisches Konzept erarbeiten. Sicher nicht als Naherholungsgebiet und Naturschutzgebiet. Das sind die einzigen Parzellen wo die Stadt sich noch entwickeln und Bebauungsgebiete ausweisen kann.
    Nutzung muss ökologisch vertretbar sein und das ist möglich! Grünflächen. Parkplätze mit einem veritablen Baumbestand als Schattenspender. Durchgehende Fahrradwege. Leistungsfähiger ÖPNV u.a. auch auf der Schiene Koblenz-Bassenheim. P&R-Parkplatz in Bassenheim. Die Möglichkeit des Gütertransports über die Schiene. Verpflichtende Dachbegrünung bei Neubauten.
    Umsetzung von kommunalen Klimaschutzpläne sind unabdingbar, dafür muss der Klimanotstand, nach dem Vorbild von Konstanz, ausgerufen werden. Die Prioritäten müssen eindeutig und für jeden klar sein. Die Grenzwerte 2020 sind nicht einzuhalten, auch die Grenzwerte 2030 und 2050 sind bei dem Reformwille und falsch verstandener Rücksicht auf wirtschaftlich Betroffene und der Einstellung der Bürger nicht zu schaffen.
    Es ist alles bekannt, die Untätigkeit zerstört unsere Zukunft. Es kann keiner sagen: „Haben wir nicht gewußt!“

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