Gewerbegebiet: Erweiterung soll kommen

0
214

Umstrittenes Projekt am Rande von Rübenach wird nach wie vor verfolgt

Von RZ Redakteurin Stephanie Mersmann

Koblenz. Mehr als drei Jahre ist es her, dass die mögliche Erweiterung des Güterverkehrszentrums (GVZ) an der A 61 bei Rübenach auf der Tagesordnung des Stadtrats landete – und in den folgenden Monaten für Wallung sorgte. Bürger liefen Sturm gegen die Pläne, die Politik meldete Bedenken an, und seit zwei Jahren ist es in der Öffentlichkeit äußerst ruhig geworden um das Thema. Doch abgehakt ist es nicht.

Das Güterverkehrszentrum an der A 61 bei Rübenach soll erweitert werden. Bürger sorgen sich unter anderem wegen des Verkehrs. Foto: Jan Lindner

„Die Erweiterung ist nach wie vor ein Thema, die Voruntersuchung ist aktuell in der Endphase“, sagt Thomas Hammann, Leiter des Amts für Wirtschaftsförderung, gegenüber der RZ. Im März 2017 hatte der Stadtrat mehrheitlich beschlossen, dass die Prüfung weitergehen soll, und seither wurden diverse Gutachten erstellt, zählt Hammann auf: zum Arten- und Naturschutz, zur landwirtschaftlichen Betroffenheit, zur Archäologie und so weiter. Auch in puncto Kampfmittel wurde bereits eine erste Anfrage gestellt.

Untersucht wurde eine große Fläche von 190 Hektar, die Erweiterung des GVZ darf aber letztlich nicht größer als 60 Hektar ausfallen, hatte die Politik beschlossen. Der Grund für diese Einschränkung waren auch Sorgen aus der Bevölkerung – vor allem mit Blick auf den Verkehr, der vielen Rübenachern ohnehin schon zu schaffen macht. Bei einer Erweiterung des Güterverkehrszentrums würde dieser noch mehr zunehmen, fürchten sie. Auch die Auswirkungen auf Landwirte, die Frischluftzufuhr für die Stadt und die Naherholungsfunktion des Gebiets sind Themen.

Diese Bedenken will die Stadt ausräumen. Denn: Nach wie vor gilt, dass Koblenz zu wenige Gewerbeflächen hat, um die Nachfrage von Unternehmen auch nur annähernd zu bedienen. „Die Nachfrage ist weiter gestiegen, Anfragen prasseln quasi auf uns ein“, sagt Hammann. Und er ist sicher: Der Gewinn für die Stadt ist groß, wenn sich mehr Gewerbe ansiedeln kann – mit Blick auf die Einnahmen durch die Gewerbesteuer, vor allem aber auf die Arbeitsplätze, die entstehen.

Welches Gebiet in den untersuchten 190 Hektar am geeignetsten ist, wird nun entschieden. Dafür wird eine sogenannte Raumwiderstandskarte erstellt, die zeigt, wo die erwarteten Beeinträchtigungen etwa durch landwirtschaftliche Vorrangflächen, Frischluftschneisen, Grüngürtel und so weiter am geringsten sind. Nach der Sommerpause soll diese Karte vorliegen. Dann wird dem Stadtrat ein Vorschlag unterbreitet – und bei einem positiven Votum kann die Entwicklung der GVZ-Erweiterung eingeleitet werden.

Verkehrsuntersuchungen können erst dann konkretisiert werden: Die künftige Verkehrsführung gerade in Rübenach hängt von dem genauen Plan der Erweiterungsfläche ab, sagt Thomas Hammann. Auch die Nordtangente wird hier einen Einfluss haben, vor allem falls die angedachte zweite Trasse gebaut wird, die die L 52 nahe des Bundeswehrzentralkrankenhauses mit dem Teil der Verbindungsstraße verbinden würde, der aktuell gebaut wird. Dass der gesamte Prozess so lange dauert, ist dem Wirtschaftsförderer zufolge nicht ungewöhnlich: „Auch wegen der Brisanz des Themas wollen wir besonders gründlich sein.“

Rhein Zeitung – 17.05.2019

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here