Dienstag, Oktober 22, 2019
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Wie geht es weiter mit der alten Bahntrasse?

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Machbarkeitsstudie soll Klarheit bringen, ob Züge rollen könnten, ein Radweg entstehen oder etwas anderes passieren sollen.

Ehemaliger Bahnübergang Aachener Straße Foto Herbert Hennes

Koblenz. Zwischen Mayen und Bassenheim ist die alte Bahntrasse längst Geschichte. Dort rollen Räder statt Züge. Das Stück zwischen Bassenheim und Koblenz aber besteht theoretisch noch, wenngleich es längst zugewuchert ist. Wie geht es hier weiter?

Mehr als ein Jahr ist es her, dass es eine Expertenanhörung zum Thema Bahntrasse zwischen Bassenheim und Lützel im Stadtrat gab. Doch jetzt könnten die Weichen gestellt werden für eine Zukunft der Trasse. In welche Richtung es gehen wird, ist allerdings noch völlig offen.

… In den Stadtteilen entlang der Strecke ist eine mögliche Reaktivierung der Strecke ein großes Thema, auch wenn es ein Blick in eine weite Zukunft ist. Beispielsweise in Rübenach, und nicht nur, was die Frage angeht, ob man irgendwann mit dem Zug nach Koblenz fahren kann. Auch der Wohnwert von Häusern ist schwierig einzuschätzen, wenn man nicht weiß, ob sie in (wenn auch ferner) Zukunft wieder an einer Bahntrasse liegen können.

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Rhein Zeitung – 07.10.2019

3 KOMMENTARE

  1. Wenn es darum geht, den alltäglichen Berufsverkehr-Wahnsinn und die Zukunft unser aller Umwelt in den Griff zu bekommen und zu sichern, sollte der sogenannte Wohnwert einer Immobilie aber sowas von sekundär sein. Allgemeinwohl steht da doch deutlich vor einem „Wohnwert“. Abgesehen davon sind moderne S-Bahnen nicht mehr mit alten Schienenbussen aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts zu vergleichen. Moderne Kurzstreckenbahnen laufen mitunter leiser als die meisten Busse, die heute allgemein unterwegs sind.
    Ob bei einer Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke Bassenheim-Koblenz dann künftig auch wieder Güterzüge rollen werden, steht ja noch in den Sternen, bzw. wird ja laut Bericht im Schängel und den Aussagen unseres Ortsvorstehers von den Meisten ansässigen Betrieben gar nicht erwünscht oder angenommen. Nimmt man diese Worte ernst, würde es also vorerst beim Personenverkehr bleiben. Und ein Haltepunkt in unmittebarer Nähe zum Wohnsitz, von wo aus man in wenigen Minuten in die Innenstadt fahren kann, statt im Stau stehen zu müssen, sollte einen solchen Wohnwert sogar noch steigern.
    Wir brauchen Alternativen für unsere Umwelt und den Individualverkehr und keine solchen für eine Freizeitgestaltung. Ein wenig Pathos sei an dieser Stelle gestattet: Es ist Zeit für eine Veränderung der Zukunft, nicht für die Beibehaltung einer Vergangenheit.
    Rudolf Kowalski

  2. Die SPD-Fraktion hat zusammen mit den Grünen und Linken eine Machbarkeitsstudie zu einer Reaktivierung der Bahnstrecke auf den Weg gebracht. Die SPD hat sich vor der Wahl positiv zu einer Nutzung geäußert, allerdings mit Prüfungsvorbehalt und der Umsetzung erst nach der Übernahme EVM-Verkehr. Jetzt hat man ein Wahlversprechen eingelöst, man bringt die Machbarkeitsstudie auf den Weg. Die Punkte: Autonomes Fahren, Befahren der Bahntrasse mit Bussen und Radschnellweg verwundern. Nur technische Überlegungen, kein Auftrag zur Bedarfsermittlung, Zielformulierung oder Erstellung eines ÖPNV-Infrastruktur-Masterplans für Koblenz-Nord.

    Die erkennbaren Bauaktivitäten, die schier grenzenlosen Möglichkeiten von der B9 bis zur A61 noch Gewerbeflächen auszuweisen, die drei neuen Baugebiete in Rübenach, die Pläne weiterer Wohnbauflächen in Bubenheim und die Absicht Metternich nachzuverdichten brauchen eine leistungsfähige Ö-S-PNV-Infrastruktur.
    Tangiert die Bahntrasse doch die neuen Baugebiete und verläuft mitten durch das oben beschriebene Gebiet.
    Das Verkehrsaufkommen auf den Durchgangsstraßen in Rübenach und Metternich ist schon jetzt nicht akzeptabel. Die in der Expertenanhörung genannte Schönbuchbahn in Böblingen hat gezeigt was möglich ist, dieser Beispiele gibt es viele. Wir sprechen nicht von ein paar hundert Pendler die den ÖPNV nutzen sollen, das kann man mit zwei drei Bussen erfüllen, sondern 1/3 von 20.000 Arbeitnehmer, 7.000 Studenten, 20.000 Einwohner in dem obengenannten Gebiet und ca 6.000 PKW Durchgangsverkehr vom Maifeld nach Koblenz. Bus und Bahn wird sich dabei nicht kanibalisieren, wie man in der mündlichen Begründung lesen kann sondern ergänzen.

    Jeder spricht von „Güter müssen auf die Schiene“ und man denkt, das ist typisches politisches Gelaber und der Zug ist lange abgefahren. Es gibt EU-Absprachen, Brenner- und Gotthard-Tunnel für den LKW-Alpen-Transit und auf der Neuwieder Bahntrasse kann man schon LKW-Huckepack-Züge sehen. Wo werden zukünftig die LKW und Container von den GVZ-Firmen auf die Schiene verladen? In Lützel und Wallersheim mit einem Transit durch Metternich, toll. In der Expertenanhörung wurde ein autonom fahrendes Containerverladesystem von BASF vorgestellt. Lokal autonom ist schon heute möglich und das wäre eine Möglichkeit im GVZ die Auflieger und Container zu verladen. Autonomer Transport ist seit 1986 bei Bertelsmann betriebsintern üblich!

    Autonomes Fahren, Befahren der Bahntrasse mit Bussen und Radschnellweg sind weltweit sehr kontrovers diskutierte Alternativen. Sie können das Massentransportmittel „Personenzug“ nicht ersetzen aber ergänzen z.B. Autonomes Fahren als Sammel-Bus mit bis zu 25 Personen auf den letzten Kilometer. Dadurch kann der eigene PKW vollständig eingespart werden. Im DLZ B9, GVZ, Rübenach oder nach Wolken wären der Einsatz solcher Busse möglich. Das Gelände ist bekannt (fast ein Betriebsgelände), keine unvorhergesehene Baustellen und bei einer Störung kann man das Problem relativ leicht lösen. In der Schweiz, auf Messegelände und in Innenstädte sind sie bereits, unter Aufsicht, im Testbetrieb.

    Die Machbarkeitsstudie zu einer Reaktivierung der Bahnstrecke ist ein Anfang etwas nachzuholen was normalerweise am Anfang eines neuen großen Baugebiets steht – eine umfassende Infrastrukturplanung.
    Die Machbarkeitsstudie ist der Anfang einer umfänglichen Lösung gegen die Umweltzerstörung oder zumindest einer Reduktion an CO2- und NH2-Emissionen. Fahrverbot und CO2-Abgabe ist nicht die Lösung, wir brauchen Alternativen.

    Danke.

  3. Eine Machbarkeitsstudie…:-)))
    Der Lieblingsausdruck wenn die Bürger hinters Licht geführt werden sollen…
    Es werden wieder viele Jahre ins Land gehen , Standards und Kosten für eine Reaktivierung der Bahnstrecke werden so extrem hochgeschraubt das niemand mehr an eine wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke denkt. Und am Ende haben sich wieder die sogenannten Sachverständigen die Taschen voll gemacht…Halb Metternich,Bubenheim und das GVZ wird zugebaut,da hört man nichts von einer Machbarkeitsstudie,es wird einfach gebaut was das Zeug hält ,und der dumme gutgläubige Bürger wird einfach vor vollendete Tatsachen gestellt.so einfach ist das…

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