Dienstag, Oktober 22, 2019
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Rübenacher CDU-Ratsmitglieder wollen einen Radweg

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Andreas Biebricher und Thomas Roos: Die Trasse wieder für die Bahn zu nutzen, ist unrealistisch
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Rübenach. Die Diskussionen um die Nutzung der alten Bahntrasse zwischen Bassenheim und Koblenz sind neu entfacht, spätestens jetzt, wo der Stadtrat beschlossen hat, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben (die RZ berichtete). Auch die beiden Rübenacher CDU-Ratsmitglieder Andreas Biebricher und Thomas Roos nehmen Stellung. Mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern, finden sie gut – „allerdings dort, wo es sinnvoll und realistisch ist“, sagt Biebricher, der auch neuer verkehrspolitischer Sprecher seiner Fraktion ist. „Nach Berechnungen der Stadtverwaltung müsste erst einmal eine zweistellige Millionensumme investiert werden, bei der wohl sogar eine zwei vorn steht, um die Strecke zwischen Lützel und Rübenach überhaupt wieder nutzen zu können. Im GVZ Rübenach ist aber keine einzige Firma an einem solchen Gleisanschluss interessiert.“

Hinweis! Aus urheberrechtlichen Gründen ist die Veröffentlichung dieses Berichts eingeschränkt. Der komplette Text ist aus der Print- oder Onlineausgabe zu entnehmen. Wir bitten um Verständnis.

4 KOMMENTARE

  1. …keine einzige Firma! Wie war die Fragestellung und hat man alle Firmen gefragt? Und ist es nicht so, dass Canyon Interesse gezeigt hat? Fahrradrahmen und Fahrradteile aus Asien mit Container vom Hafen direkt nach Bassenheim, das ist Zukunft. Transport zwischen dem Standort Bendorf und Bassenheim über Schiene – weniger belastend wie man an der Gläsernen Fabrik in Dresden gesehen hat.

    „Güter gehören auf die Schiene“ sagt die Politik, auch in Berlin. Es werden aktuell 150 Milliarden zum Ausbau der Schiene zur Verfügung gestellt. Der Gotthard-Tunnel (Schweiz) ist fertig, am Brenner-Tunnel (Österreich) ist man am bauen – Deutschland plant! Plant die Rheintrasse. Plant die Zufahrt zum Brenner. An Bauen ist nicht zu denken. LKW werden an der Grenzu zu Österreich nur noch Blockweise abgefertigt mit der Folge eines LKW-Standstreifens auf der Autobahn. Toll. China finanziert eine Schienen-Seidenstraße nach Duisburg. Deutschland transportiert die Güter über die Straße, baut Parkplätze für LKW mit einem unglaublichen Flächenbedarf, beklagt die Verkehrszustände auf den Straßen und Parkplätzen, beklagt die Arbeitssituation der LKW-Fahrer, den Lärm und Dreck entlang der Autobahnen und Durchgangsstraßen und ist bei jedem LKW-Unfall geschockt über die Gewalt. Fördert autonome LKW, als würde dadurch ein LKW weniger fahren! Zug ist heute schon zukunftsweisend unterwegs. Elektrisch. Ohne Batterie. Fast autonom.

    Deutschland das Land der Schildbürger. Man beklagt die 300 Züge durch das Rheintal und vergisst, dass ein Zug mit 750 m Länge 53 LKW entspricht.

    Was hat der Alpen-Güter-Transit auf der Schiene mit dem GVZ in Bassenheim zu tun?
    Die Trasse Genua-Rotterdam kommt. Die Schweizer werden auf einen Transport auf der Schiene bestehen.
    Es ist die Frage wo wird verladen:
    – an der Grenze zur Schweiz
    – in Lützel
    – in Bassenheim.

    Schweiz hat auch bei uns schon einen positiven Effekt: Die Züge werden schon wesentlich leiser. Laute Züge dürfen nicht mehr durch die Schweiz fahren. 🙂

    Überall auf der Welt fahren Straßenbahnen, S-Bahnen und U-Bahnen und Karlsruhe hat sogar eine kombinierte Spur damit Züge von der Bahnstrecke durch die Stadt fahren können. Warum? Sind die alle doof?
    Diese Kapazität und Schnelligkeit kann kein Bus der Welt leisten. Diese Kapazität wird aber für das Gebiet zwischen B9 und A61 und A48 und Mosel benötigt.

    Koblenz schläft. Bei den Politikern, die sich da immer wieder zu Wort melden, ist das kein Wunder. Die Machbarkeitsstudie, von SPD, Günen und Linke auf den Weg gebracht, schafft hoffentlich Fakten für eine Entscheidung. Hoffentlich stellt die Arbeitsgruppe die richtigen Fragen.

  2. Herr Fuck – Sie werden nichts ändern können – auch die Machbarkeitsstudie nicht – ausser, dass sie wieder mal Steuergeld kostet, wie so manche externe Konzepte/Studien ebenfalls, die man kostenintensiv zur Beruhigung des eigenen Gewissens für die Schublade in Auftrag gegeben hat.
    Das, was Sie wahrscheinlich in mühseliger Kleinarbeit recherchiert haben, interessiert in der Stadtpolitik KOBLENZ niemanden.
    Von Wahl zu Wahl ist es immer dasselbe – sind sie vorbei, geht man in den gleichen Modus über wie Jahre vorher – nur begreift das in der Wählerschaft offensichtlich niemand – es wird gemacht, was MAN für richtig hält.
    Ihre „auswärtigen“ Beispiele, Herr Fuck, interessieren stadtpolitisch niemanden, traurig, aber wahr.

  3. Die Zukunft erleben statt nur zu überleben.!
    Wir sind eine der reichsten Nationen der Welt und sollten uns neben einem funktionierenden Gesundheitssystem und funktionierenden Krankenhäusern sowie genügend Landärzten auch eine funktionierende Alternative zum Individualverkehr leisten… denn wir können uns das leisten.!!
    Wir hatten in Koblenz früher eine bestens funktionierende Straßenbahn, vom Oberwerth bis zum Eck, von Lahnstein oder Arenberg bis Metternich… Das Abzuschaffen war ein großer Fehler.
    Inzwischen haben wir diesen Fehler von damals eingesehen und suchen verstärkt nach aktuellen Lösungen, um dem ungebremst ausufernden Individualverkehr zu begegnen – und da fällt uns in Koblenz/Rübenach nichts Besseres ein, als eine Schiene zu entwidmen? … und haben nichts Besseres im Sinn, als uns mit einer Freizeitgestaltung auseinander zu setzen?
    Wir geben in dieser reichen Gesellschaft sehr viel Geld für weitaus weniger sinnvolle Dinge aus und geben nun (mal wieder) eine „Machbarkeitsstudie“ in Auftrag, bei der das gewünschte Ergebnis von vornherein festzustehen scheint. Allein dieses Wort ist schon eine Art Verschleierung, da bekanntlich Alles, was denkbar ist, auch meist machbar ist. „Finanzierungsplan“ ist hier die treffendere und richtige Bezeichnung. Die für mich einzige Frage, die sich hier stellt, lautet demnach nicht, was machbar sein könnte, sondern ob wir uns heute noch leisten können oder wollen, eine Bahnlinie zu eliminieren, anstatt eine solche zu ertüchtigen. Wann begreifen wir endlich, dass unsere mobile Zukunft nicht mit Autos und Asphalt zu lösen ist?
    Um einer weiteren Verbreitung von Verbrennungsmotoren zu begegnen, sind Batterien letztlich auch keine zukunftsweisende Lösung – weder in Autos, noch in Fahrrädern oder Tretrollern.
    Bevor keine Revolutionären neuen Erfindungen zu erwarten sind, bleibt da als mittelfristige Lösung nur die Bahn – alles Andere scheint Nonsens.
    Bei einer Pfaffendorfer Brücke werden Gelder frei gesetzt, um diese zu ertüchtigen, obwohl der Abriss und Neubau dieser Brücke beschlossene Sache ist. Die Frage, ob eine solche Aktion sinnvoll ist, stellt sich hier erst gar nicht, ebenso wenig, ob es „machbar“ ist. Die einzige Frage, die sich hier stellte, war: „Brauchen wir bei unserem Verkehrsaufkommen diese Brücke, oder nicht?“
    Und genau DIESE Frage sollten wir uns im Rat, im OBR und in der Bevölkerung stellen: „Brauchen wir, speziell hier in Rübenach, diese Bahnlinie – JA oder nein?“
    Die Antwort sollte klar sein und wir sollten uns diese Form der Verkehrsentlastung leisten, anstatt eine so genannte „Machbarkeitstudie“ in Auftrag zu geben. Diese Verkehrsentlastung einer Freizeitgestaltungsart gegenüber zu stellen, ist unverantwortlich – auch oder gerade mit Sicht auf unsere Kinder und Enkel.
    Rudolf Kowalski

  4. Am Anfang eines jeden tuns, sollte ein Plan stehen. 1997 hat man bereits eine Machbarkeitsstudie der Bahnstrecke Koblenz-Ochtendung zwecks Reaktivierung erstellt, das Ergebnis ist schon damals positiv ausgefallen. Der seinerzeitige CDU-Landrat von MYK, Albert Berg-Winters, führte sogar in seinem 10 Punkte Wahlprogramm die Reaktivierung der Bahnstrecke an. Dem Ergebnis sollten dann Taten folgen und aus den ermittelten Zahlen auch die richtigen Schlüsse gezogen werden – stattdessen suchten die Bahngegner nach Argumenten gegen eine Reaktivierung zu stimmen z.B. unrentable Bahnnebenstrecke (DB Bahn möchte nur Hauptstrecken bedienen und ist an regionalen Bedürfnissen nicht interessiert – Wirtschaftlichkeit), Sanierung kostenintensiver Brückenbauwerke (z.B. hohes Viadukt Bassenheim). Aus Unwissenheit haben die Ratsmitglieder dann gegen eine Reaktivierung gestimmt, für das Maifeld ist der Zug abgefahren. Selbiges Bild hat sich zwischenzeitlich bei der Eifelquerbahn (Kaisersesch-Gerolstein) gezeigt, wo man bereitwillig gegen eine mögliche Reaktivierung aber für eine Errichtung einer Fahrradstrecke gestimmt hat, aufgrund überhöhter Reaktivierungskosten. Mit dem Lockmittel einer Förderung des Radweges durch das Land hat man sich zu einer Entwidmung entschlossen. Glücklicherweise sind dort zwei Bahnunternehmen an einer Reaktivierung interessiert. Mit der neuen Information niedrigerer Sanierungskosten und dass Fördermittel auch für die Reaktivierung und Errichtung von Gleisanbindungen gezahlt werden, würden einige kommunale Entscheidungsträger nun anders entscheiden.

    Bei allen mir bekannten Studien zur Rektivierung von Bahnnebenstrecken sind die Fahrgastzahlen immer deutlich höher ausgefallen als die Prognose. Bei der Schönbuchbahn, die bei der Expertenanhörung im Stadtrat genannt wurde, ist zwischenzeitlich eine 600% Steigerung zur Prognose erreicht.

    Entsprechend der Machbarkeitsstudie von 1997 muss jetzt eine Aktualisierung erfolgen. Das gegeneinader ausspielen von Technik (Bus gegen Bahn; Fahrradschnellweg) . Vergleichen von Kosten ohne den Gegenwert ensprechend bewerten zu können, ist nicht zielführend. Bei einem Fahrradweg wird nie eine Kostennutzenanalyse erstellt – beim Bahnverkehr wird es voraussgesetzt.

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