Coronavirus – Fluch oder auch Segen?

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„Nix isse suh schleech, dat et net och für irjendjet joot sin kann“ (Nichts ist so schlecht, dass es nicht auch für irgendetwas gut sein kann)

Leserbrief von Rudolf Kowalski Rübenach

Frei nach diesem alten kölschen Sprichwort kann man sagen, dass Corona die Zeichen der Zeit verstanden hat. Nach dem saubersten Flughafen der Welt in Berlin und einem ebensolchen Bahnhof in Stuttgart, haben Viren den Kampf gegen die Umweltverschmutzung aufgenommen und gesagt: „Wir schaffen das!“ Kein Diesel-Skandal mehr, es wird kaum noch Feinstaub in den Straßen produziert, kein überfüllter ÖPNV… Komasaufen ist ebenfalls deutlich rückläufig, „Me too“ Debatten gehen zurück – man hält Abstand. Die meisten Flugzeuge bleiben am Boden, und die durch Kondenzstreifen verursachten Wolken verschwinden ebenfalls. Da wird kein Kerosin mehr vor einer Landung in die Umwelt entsorgt…usw. Kaum noch Gezanke und Gezerre der politischen Parteien untereinander, Gegner werden zu Verbündeten… es herrscht so etwas wie Frieden – weltweit. Sollte die Menschheit diese Pandemie einigermaßen unbeschadet überstehen – und da bin ich recht zuversichtlich, möchte ich für die Zukunft für jedes Jahr mehrere „Corona-Umwelt-Gedenk-Wochen“ vorschlagen. Seit Langem ging es unserer Umwelt nicht mehr so gut wie aktuell. Dafür braucht es keine Elektro Autos und auch keinen allzugroßen Verzicht, sondern einfach Vernunft, Verantwortung – und – ok, auch ein wenig Angst.

In diesem Sinne, liebe Freunde und Mitmenschen – damit wir uns auch morgen noch streiten und miteinander Spaß haben können – bleibt gesund.

Rübenach – 27.03.2020

2 KOMMENTARE

  1. Nachtrag:
    In der Rheinzeitung von heute, 28.03.2020 schreibt WHU-Rektor Prof. Markus Rudolf, dass wir aufpassen müssen, dass unsere Demokratie nicht nachhaltig geschädigt wird. Er schreibt, dass er Angst habe, dass die Politik Geschmack an ihrer gewachsenen Macht haben könnte.
    Zitat: „Selbst Gesundheitsminister Jens Spahn hat in der ersten Fassung ein Infektionschutzgesetz vorgelegt, das die Grundrechte beschränkt, bei dem aber die Opposition darauf drängen musste, dass es zeitlich begrenzt werden muss. Ich hätte nie gedacht, dass die Regierungsparteien die Grundregeln der Demokratie mit einem solchen Gesetzesvorschlag testen würden.“ Zitat Ende.
    Wollen wir hoffen, dass es sich hier nur um eine Unachtsamkeit seitens der amtierenden Regierung resp. des zuständigen Ministers gehandelt hat. Bleiben wir aufmerksam.
    Vielleicht haben wir ja auch das nötige Quäntchen Glück und es steht dann am Ende dieser Pandemie, die auch eine Prüfung für unser aller Verhalten ist, ein weiterer fast philosophischer Satz aus Köln im Raum: „Et hätt noch emmer jot jejange“.
    Rudolf Kowalski

  2. Kölsche Grundgesetz §1 Et is wie et is. §2 Et kütt, wie et kütt.
    sind weitere unveränderbare Lebensweisheiten. Und §11 Do laachste Dich kapott: Weniger sozialen Kontakte und vergrößern des Abstands zueinander, hält die Kurve flach. Halten wir uns dran, damit aus Corona nicht Corinna wird.

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