Was heißt normal?

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An diesem Wochenende enden die Sommerferien in Rheinland-Pfalz. Wahrscheinlich sahen diese Ferien bei vielen Menschen wegen Corona anders aus als sonst. Ein Wunsch steht bei allen Eltern, Lehrern und Kindern oben an: Wieder normale Schule – im Gegensatz zu dem, was in den letzten Wochen des alten Schuljahres erlebt wurde. Aber was ist schon normal? Es ist alles eine Frage der Perspektive und des Standpunktes. Für unsere Gesellschaft heißt normal: Leben in Freiheit, Reisen wohin man will, Leben im Überfluss. Für viele andere Menschen der Erde sieht Normalität anders aus: Leben im Krieg, Leben in Mangelernährung, Leben auf der Flucht, Leben in einer zerstörten Stadt wie Beirut. Damit verglichen ist unser Leben zurzeit, wenn auch mit gewissen Einschränkungen, relativ normal. Dafür sollten wir dankbar sein, dass unsere Normalität so aussieht. Viele Menschen auf der Erde würden sich wünschen, etwas von „unserer Normalität“ in ihr tatsächlich normales Leben zu integrieren.

Herbert Lucas Pfarreiengemeinschaft Koblenz (Metternich) – 14.08.2020

1 KOMMENTAR

  1. Da möchte ich Ihnen gerne beipflichten. Unsere Einschränkungen sind nichts, im Verhältnis zu vielen „normalen“ Verhältnissen in anderen Ländern. Kürzlich sprach eine weinende Frau in Beirut in den Nachrichten über all die Mißstände in ihrer Stadt und ihrem Land. Dieser Vielvölker-Staat, in dem Christen, Juden und Muslime unterschiedlicher Weltanschauungen einst in Eintracht lebten.
    Sie möchte nur noch dort weg… einfach weg. Sie möchte in ein Land ohne Waffen und ohne Religionen auswandern. Das klang recht ultimativ – und brachte mich zum Nachdenken.
    Rudolf Kowalski

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