Blick auf den Ortsnamen Rübenach

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von Hans Gappenach

Der Volksmund weist die seltsamsten Deutungen: Rüben seien hier ehedem besonders angepflanzt worden; von dem lateinischen rupes (= Feld, Schlucht), von rivius (= Fluß, Bach) soll er abgeleitet sein, von ripa (= Ufer) und so noch an graue Vorzeiten erinnern, da Rhein und Mosel in flachem, breiten Bett dahinströmten und das Dorf „schon vor Koblenz“ am Ufer des sich hier vereinigenden Doppelflusses bestand. Nach anderer Auslegung soll ein römischer Patrizier namens Rufus in Rübenach als Befehlshaber der Besatzung residiert und der Ort so nach ihm den Namen „Rufiniacum“ erhalten haben. Solche volksetymologischen Erklärungsversuche sind natürlich nicht ernst zu nehmen. Zwar bleiben wir auf Mutmaßungen angewiesen, doch darf man (nach W. Kaspers) Rübenach (Rubiniacum) als sogenannten „-acum-namen“ zum belegten Personennamen Rubinius, als Siedlung des (erschlossenen) Rubinius betrachten. Möglicherweise handelt es sich um die latinisierte Fassung eines gallischen Eigennamens. Das keltische Suffix –acum, das sich in „-acha“ wandelt, wurde später häufig als germanisch „aha“ = Wasserlauf aufgefasst. Funde im Ort und im Weichbild von Rübenach lassen den Schluss zu, dass die fruchtbare und geschützte Stelle an einem kleinen Wasserlauf immer besiedelt gewesen ist. Sprachgeschichtliche Deutungsversuche des Wortes Rübenach, die von verschiedenen Urkundenbeschreibungen im Mittelalter ausgehen (Rivenacum, Rivinacha, Rivenacho, Ribenahcho, Ryuenache, Ribanahha, Revenach, Ryvenach, Rovenah, Reuenah, Rivenak, Rievenich, Reffenach u. a.) wurden zwar schon versucht, brachten aber auch keine wissenschaftlich eindeutige Erklärung.
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Logo 1200jahreQuelle Buch „Rübenach eine Heimatgeschichte“