Stadt will GVZ A 61 großflächig erweitern

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Ortsbeirat Rübenach äußert Bedenken und sieht weiteren Klärungsbedarf

Ein solches Interesse an einer Ortsbeiratsitzung hat es schon lange nicht mehr gegeben. Rund 30 Zuhörer wollten sich über die neuste Entwicklung informieren. Hintergrund war u. a. die Erörterung zum TOP 3, Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme „Erweiterung GVZ A 61 / L52“.

Zuvor wurde das Radverkehrskonzept (RVK) der Stadt Koblenz zum Stand der Dinge vorgestellt. Die Planungsvorstellungen sehen hier eine durchgängige Radwegverbindung bis Bassenheim vor. Die Einbindung der Bahntrasse ist dabei aber nicht vorgesehen, so die Verwaltung. Viel wichtiger als eine Weiterführung Richtung Bassenheim, so Anmerkungen aus dem OBR, sei für die Rübenacher jedoch die Anbindung zur Stadt. Hier beginnt der Radweg erst am Ortsausgang und sei im Verlauf nicht durchgängig und vor allem nicht gefahrlos zu nutzen. Wie und wann hier weiteres geschieht, bleibt abzuwarten, Zuhörer konnten sich zu diesem Thema nicht äußern.

Dipl. Ing. Frank Hastenteufel, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung und Bauordnung der Stadt Koblenz, stellte anschließend die Vorbereitungen zum weiteren Ausbau GVZ A 61 / L52“ vor. Die derzeit bestehenden Flächen seien alle vergeben und es bestünde auf Grund der Nachfrage dringender Erweiterungsbedarf. Demnach sollen die jetzigen „Untersuchungsgebiete“ (siehe Lageplan) im Bereich entlang der A61 bis zum Koblenzer Kreuz, weiter östlich bis Unterführung A48 entlang der L98 (Aachener Straße) bis auf Höhe letzte Häuser Sendnicher Weg, mit einer Fläche von ca. 133 ha., sowie im Dreieck Anderbachstraße, Gülser Weg, L52 von 60 ha, in Betracht gezogen werden. Die Größe der hier ausgewiesen Flächen hätte jedoch nichts mit einer späteren Bebauungsgröße zu tun. Hier werden lediglich die Eigentumsverhältnis, Umweltschutz, Verkehrssituation, etc.
untersucht und geprüft.

Im Ortsbeirat war man sich einig, die Ausweisung der Flächen sei viel zu groß. Einmal abgesehen vom Wegfall fruchtbaren Ackerbodens besteht die Gefahr der wachsenden Umklammerung Rübenachs durch weitere Gewerbeansiedelung. Insgesamt hatte man im OBR über den plötzlichen Zeitdruck wenig Verständnis. Zu kurzfristig sei die Beschlussvorlage vorgelegt worden und soll jetzt, zwei Tage vor der Stadtratssitzung, ohne einen ausreichenden Informationsstand und genügenden Beratungszeitrum vom Ortsbeirat darüber entscheiden werden. Andreas Biebricher CDU und Marion Lipinski-Naumann SPD signalisierten, dass die vorgesehene Beschlussfassung in der Ratssitzung am Donnerstag, 28.01. durch weiteren Klärungsbedarf der Fraktionen ausgesetzt wird.

Auch unter den Zuhörern herrschte Einigkeit. Zu groß und zu viel wenn und aber sei aus der Erläuterung zu hören gewesen und bevor ein erweitertes Gewerbegebiete vorangetrieben wird, solle doch endlich mal die Verkehrssituation entsprechend angegangen und geklärt werden. Hier habe man in Rübenach bisher immer mit den entstandenen Situationen leben müssen. In diesem Zusammenhang wurde jedoch von Frank Hastenteufel erwähnt, dass bei dieser Untersuchung auch die seit langem geforderte Umgehungsstraße Rübenachs wohl in Betracht gezogen werde!

Es bleibt abzuwarten, wie es am 28.01. im Stadtrat und danach hier in Rübenach weitergeht. Fakt ist, die Flächen im GVZ, gelegen am Autobahnkreuz Koblenz, sind für die Stadt konkurrenzlos und damit erste Wahl auf der Suche nach weiteren Gewerbeflächen. Doch dies allein darf letztlich nicht zu Lasten der Rübenacher Bevölkerung gehen. Ohne verkehrsmäßige Alternativen wird die Durchführung wohl noch auf machen Widerstand stoßen.

Redaktion unser-ruebenach.de 27.01.2016

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