Frühzeitige Warnung der Bevölkerung sicherstellen

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SPD-Stadtratsfraktion stellt Anfrage zum Katastrophenschutzkonzept der Stadt Koblenz

Die Flutkatastrophe im Ahrtal hat für Erschütterung in der gesamten Bundesrepublik und
natürlich auch in Koblenz gesorgt. Im Rahmen der Aufarbeitung der Ereignisse von Mitte Juli entbrannten auch Diskussionen über den Katastrophenschutz in Deutschland. „Wir müssen auch in Koblenz sicherstellen, dass die Bevölkerung frühzeitig bei Hochwasser,
Starkregenereignissen oder ähnlichem gewarnt wird“, erklärt die Vorsitzende der SPD Stadtratsfraktion, Marion Lipinski-Naumann.

Bereits in 2019 unterrichtete die Verwaltung die zuständigen Gremien über geplante Katastrophenschutzmaßnahmen im Stadtgebiet. Einen wichtigen Bestandteil soll dabei in Zukunft ein flächendeckendes Sirenennetz bilden, dass neben bestimmten Signalen auch Lautsprecherdurchsagen senden soll. Nun haben die Sozialdemokraten beschlossen, in der nächstmöglichen Ratssitzung mit einer Anfrage weitere Informationen zum Katastrophenschutzkonzept der Stadt zu erhalten.

„Die Flutkatastrophe hat gezeigt, dass es immensen Handlungsbedarf gibt. Die Stadt hat gute Ideen vorgelegt. Ein Sirenensystem erscheint besonders sinnvoll, da hierüber das gesamte Stadtgebiet erreicht werden kann. Flankiert werden kann diese Maßnahme dann zusätzlich mit Meldungen über Warn-Apss wie beispielsweise KatWarn“. Die SPD-Fraktion möchte deshalb erfragen, ob die Stadt im Falle von Gefährdungslagen Daten an die Betreiber von Warn-Apps sendet und welche weiteren Möglichkeiten die Bürgerinnen und Bürger haben, sich im Katastrophenfall auf dem Laufenden zu halten.

SPD Stadtratsfraktion Koblenz – 16.09.2021

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1 KOMMENTAR

  1. Nach der Katastrophe ist vor der Katastrophe. Die verantwortlichen Katastrophenschützer und die Bürger müssen für ihren Straßenzug einen funktionieren Katastrophenplan haben.
    Sirene, Warn-Apps oder Ausruf des Katastrophenfalls bringt nur was, wenn jeder weiß, was zu tun ist.

    – Es muss klar sein, welche Straßenzüge bei welcher Niederschlagsmenge betroffen sind.
    – Das Ausweichquartier muss bekannt sein.
    – Bürger die Hilfe brauchen und das Ausweichquartier mit eigener Kraft nicht erreichen können, müssen bekannt sein.

    Es gibt lokale starkregen Ereignisse die sich auf einer ganz kleinen Fläche abregnen. Die Vorhersage: „Im nördlichen Rehinland-Pfalz ist morgen mit Starkregen zu rechnen.“ hilft in Rübenach nicht weiter, da man erst kurz vorher genau weiß, ob dieses Ereignis im Nettetal, im Belltal oder über Rübenach runter kommt. Die Auswirkung vom Starkregen zur Katastrophe ist in Rübenach, auf Grund der Größe des Tals, nur sehr kurz.

    An der Ahr weiß es jetzt jeder besser. Köpfe müssen rollen. Es ist beschämend wie die CDU ihren Landrat opfert um Lewenz ans Fell zu kommen. Könnte es sich doch auf die Bundestagswahl positiv auswirken. Die politische Aufarbeitung lenkt aber vom eigentlichen Problem ab. Hätten die Anwohner im Neubaugebiet oder mitten in Ahrweiler gewußt, was im Katastrophenfall „Hochwasser über 5 m“ zu tun ist. Die waren von einem Hochwasser noch nie betroffen. Ein Haus im Hochwassergebiet, was 100 Jahre den Fluten getrotzt hat, ist doch sicher, oder? My Home, is my Castle. Und Pfleger, in einem Pflegeheim, das mehrere Straßenzüge von der Ahr weg ist, hätten die Gefahr nicht erkannt. Da müsste es eine Katastrophenschutzanweisung geben: Bei angekündigtem Hochwasser über 4m, ist das UG zu räumen. Und die Katastrophenschutzanweisung müssen die anwesenden Pflegekräfte auch kennen!

    Der Brückerbach ist verrohrt. Die nächste Verengung des Brücker- und Anderbachs ist die Aachener Straße. Der Bach ist dann in Bubenheim stark eingefasst und zum Teil verrohrt und unter der B9 nur ein kleines Rohr als Abfluss.

    Für welche Niederschlagsmenge wurde geplant? Niederschlagsmenge pro Zeit ist hierbei die kritische Größe. Schlimmer geht immer. In China sind 200 Liter/qm in 2 Stunden gefallen. In 3 Tagen über 600 l/qm.
    Hat sich die Abflussgeschwindigkeit durch das neue Industriegebiet an der A61 geändert?
    Man kann nicht alles berücksichtigen und alles schützen. Hochwasserschutz in Neuendorf berücksichtigt ein 10 jähriges Ereignis. Man kann Schäden minimieren bei entsprechenden Baumaßnahmen oder Nutzungeinschränkung für ein 100jähriges Ereigniss. Und eine „Magdalenenflut“ als 1000 jähriges Ereignis muss man akzeptieren.

    Bei entsprechender Warnung und Sachkenntnis kann man sein Leben schützen.

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