Rollen hier irgendwann wieder Züge?

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Mobilitätsministerium möchte ausgewählte Bahnstrecken ausbauen oder wiederbeleben

Rheinland-Pfalz. Im Hunsrück werden neue Schienen verlegt – die Bahn arbeitet an der Wiederherstellung der Hunsrückquerbahn zwischen Langenlonsheim und Büchenbeuren. Ist das der Startschuss für die Reaktivierung der stillgelegten und in Teilen zugewucherten Strecke? Das ist, auch wenn im Hunsrück durchaus Fakten geschaffen werden, offen. Denn welche Bahnstrecken in Rheinland-Pfalz in welcher Reihenfolge reaktiviert werden sollen, muss erst noch festgelegt werden. Dieser Vorbehalt gilt auch für die Hunsrückquerbahn.

… Strecke Koblenz-Lützel–Bassenheim: Der rund neun Kilometer lange Abschnitt der ehemaligen Strecke Koblenz–Mayen Ost wurde 2016 von der Stadt Koblenz erworben. Eine Reaktivierung im Güterverkehr war zur Erschließung von neuen Gewerbegebieten, unter anderem an der A 61, vorgesehen. Inzwischen haben sich weitere Firmen entlang der Strecke angesiedelt. Auch für die anliegenden Kommunen und große Institutionen, wie das Bundeswehrzentralkrankenhaus, wäre eine Reaktivierung im Personenverkehr ebenso eine Option, wie die Anbindung der Buga 2029 an Großparkplätze am Koblenzer Kreuz. Eine NKU mit positivem Ergebnis liegt vor.

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Rhein Zeitung – 07.02.2024

 

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Rudolf Kowalski
19 Tage zuvor

Dass eine NKU mit positivem Ergebnis bereits vorliegt und der ÖPNV dringend von der Straße zurück auf die Schiene muss, sollte eine Diskusion darüber im Grunde überflüssig machen. Die Gegner einer Wiederinbetriebnahme dieser Bahnstrecke befürworten indirekt die schier endlosen allmorgendlichen und -abendlichen Auto-Schlangen durch Rübenach. Von dem damit verbundenen CO2-Ausstoß und der Überbelastung der Aachener Straße einmal ganz abgesehen.

Und dass Menschen, die an dieser Bahnstrecke wohnen, einen höheren Stellenwert haben sollen, als solche, die an der Aachener-Straße wohnen, möchte ich mir gar nicht erst vorstellen.

Johannes Fuck
14 Tage zuvor

Zu diesem Thema „Bahnstrecken ausbauen oder wiederbeleben“ hat die BI Lebenswertes Rübenach e.V., zu ihrem monatlichen Treffen am 07. Februar 2024, Stadtratspolitiker eingeladen. Die BI Rübenach möchte eine persönliche Einschätzung unserer politischen Vertreter zu dem Gutachten Nutzung der Bahntrasse Koblenz-Bassenheim.
Frau Lipinski-Naumann lobt das umfangreich ausgearbeitete Gutachten. Die SPD sieht sich darin bestätigt das Gutachten beantragt zu haben. Eine Entwidmung steht nicht mehr zur Debatte. Es kommt der bildhafte Vergleich, auch bei einem Bolzplatz so gehandelt und einem Verkauf nicht zugestimmt zu haben. So könnten in 25 Jahren Kinder wieder auf dem Bolzplatz Fußballspielen. Herr Biebricher führt aus, dass eine Inbetriebnahme 100 Mio. kosten würde, und kein Unternehmen diese Bahnstrecke nutzen will. Auch die CDU will die Bahntrasse nicht entwidmen und man hat die Planung eines Radwegs parallel zur bestehenden gewidmeten Bahntrasse beantragt. Der Vertreter der Grünen hat zu den Ausführungen nichts hinzuzufügen.

Die Ausführungen waren so weit weg von der aktuellen Entwicklungen, als würde ein Blinder von Farbe reden. Da der Gütertransport einen wesentlichen Teil zur CO2 Einsparung beitragen soll, gibt es hochgesteckte Ziele beim Schienenausbau. Das Bundes-Schienennetz ist im überregionalen öffentlichen Interesse was eine schnellere Planung und Genehmigung ermöglicht. Man möchte schneller Nebenstrecken reaktivieren und ein Entwidmen von Bahntrassen ist so gut wie unmöglich. Motivationsfördernd sind folgende Maßnahmen: Maut für LKW wurde angehoben. Die vor Jahren beschlossene CO2 Abgabe verteuert den Treibstoff. Das „Dieselprivileg“ entfällt. Das verteuert Transport auf der Straße. Das ist so gewollt, da man die vereinbarten Klimaziele erreichen möchte. Bis 2030: Reduktion um 65 Prozent. Bis 2035: Reduktion um 77 Prozent. bis 2040: Reduktion um 88 Prozent. bis 2045: Reduktion um 100. Der Verkehrssektor macht einen wesentlichen Teil aus.

Die Zeichen stehen auf Sturm. In der Eifel schließen sich Unternehmen zusammen und fordern einen zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung der Bahntrasse der Eifelstrecke. Aktuell wird die Hunsrückstrecke neu gebaut, da Unternehmen diese Strecke nutzen wollen. Täglich hört man von Unternehmen, die ihren Transport auf die Schiene verlagern möchte. Auch DPD. Auch Amazon.

Für das Maifeld schließen unsere Lokalpolitiker das aus und haben einen wirtschaftlich bedeutenden Fahrradweg gebaut. Und die führenden Koblenzer Politiker können sich die. Nutzung der Bahntrasse nicht vorstellen. Das Gutachten hat 4 Jahre benötigt und ist sehr umfangreich und ausführlich geworden. Die Gutachter haben über die Fragestellung hinaus das Gutachten ausgearbeitet. Alternative Verladepunkte. Alternative Streckenführung. Vier Verladepunkte und mögliche Verladetechnik. Und ein positiver Kosten-Nutzen-Faktor. Jetzt hat man ein Gutachten und trotzdem hoffen die Politiker auf die Zukunft. Nicht hoffen sondern überlegen was Geht? Was bedeutet das für die Unternehmen, Anlieger der Hauptstraßen und Pendler aus dem Maifeld in die Stadt?

Ein Beispiel auf die Fragestellung die beim Treffen in den Räumen der IHK erläutert wurde: Keine Verladung im Industriegebiet bedeutet Transport zum Verladepunkt. Aktuell Transport von 5000 LKW-Ladungen Schotter nach Andernach. Weitertransport dann auf der Schiene wegen Niedrigwasser. Ist der Transport von Zuckerrüben nach Köln zu teuer, werden keine Zuckerrüben angebaut. Die Probleme sind bereits Real.