Die Bronzezeit

0
215

von Lutz Fiedler

Kupferne Gegenstände (wie Ringe, Nadeln, Pfrieme, Dolche) gibt es gelegentlich schon in der Jungsteinzeit. Langsam entwickelte sich die Kenntnis von Bronzeguss und als diese Technik sich durchsetzte, wurden Steingeräte immer seltener benutzt.

In unserem Raum ist der Übergang von der Steinzeit zur Bronzezeit bruchlos vonstatten gegangen. Siedlungsfunde dieser Epoche sind aus der Rübenacher Gemarkung bisher nicht bekannt geworden, sind aber z. B. in der Nahen Flur von Ochtendung entdeckt worden.

Während in der älteren Bronzezeit hauptsächlich Körperbe-stattungen, häufig unter großen Grabhügeln ausgeführt wurden, verbrannte man die Toten in der jüngeren Bronzezeit und setzte sie in Urnen bei. Diese Periode wird deshalb auch die „Urnenfeldzeit“ genannt. Hinterlassenschaften der Urnenfelderkultur fanden sich an mehreren Stellen in Rübenach, so am östlichen Ortsausgang („Im Bubenheimer Bach“), nördlich der Autobahn am Wolkener Weg und vor allem hinter dem Bahndamm beim Autobahnkreuz Koblenz, nahe der Gemarkungsgrenze zu Bassennheim („Bassenheimer Fuhr“).

bronzezeit

Rübenacher Fundplatz Bassenheimer Fuhr – Keramik und bronzene „Bobenkopfnadel“ aus einer zerstörten Brandbestattung der jüngeren Bronzezeit

Dort fanden sich Siedlungs- und Bestattungsspuren. Beim Bimsabbau wurde ein ganzes Ensemble von Gefäßen, meistens arg zerbrochen, mit dem „faulen“ Bims auf den Abraum geworfen. Neben grober Gebrauchskeramik fanden sich äußerst feine Ware mit sorgfältig ausgeführtem und weiß eingelegtem Kerbschnittmuster. Wahrscheinlich sind diese Gefäße schon auf eine Art Drehscheibe hergestellt worden. Sie sind jedenfalls Zeugnisse dafür, dass hier spezialisierte Handwerker am Werke waren.

Die Metallverarbeitung und der damit verbundene Handel hatte eine Differenzierung der Gesellschaft zur Folge, in der sich bestimmte Stände herausbildeten und eine politische Neuorganisation stattfand. Der „Golo-Ring“ ein Kreisförmiges Heiligtum von beinahe 200 m Durchmesser im Koberner Wald (direkt neben der Straße nach Polch) mag der sichtbare Ausdruck für den kulturellen und religiösen Wandel dieser Zeit sein.

goloring

Rekonstruktion des „Golo-Ring“ im Koberner Wald
.

Logo 1200jahreQuelle Buch Rübenach eine Heimatgeschichte

.

.
.

– Siehe auch Funde aus dem Jahre 2012