Verkehrsberuhigung in der Kilianstraße nimmt Formen an

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Versetztes Parken und Fahrbahneinengungen sollen zur Geschwindigkeitsdämpfung beitragen

Die Ratsfraktion der SPD hatte im Mai 2018 die Verwaltung per Antrag aufgefordert, eine Lösung zur sicheren Nutzung der Kilianstraße für Fußgänger zu erarbeiten. Hinweise des Rübenacher Ortsbeirats und die breite Zustimmung zum Antrag durch andere Fraktionen hatten deutlich gezeigt, dass hier Handlungsbedarf besteht. Nun hat der Ortsbeirat Rübenach geplanten Maßnahmen einstimmig befürwortet.

v.l.n.r.: SPD-Fraktionsvorsitzende Marion Lipinski-Naumann, Willi Breitbach (Sachgebietsleiter Straßenplanung), Stefan Mannheim (Sachgebietsleiter Straßenverkehrsbehörde), Ortsvorsteher Thomas Roos, Monika Sauer (CDU), Fritz Naumann (SPD)

Zuvor konnten Stefan Mannheim, Leiter der Straßenverkehrsbehörde, und Willi Breitbach vom Tiefbauamt der Stadt die Pläne für eine Verkehrsberuhigung der Kilianstraße dem Ortsvorsteher Thomas Roos, CDU-Ratsmitglied Monika Sauer sowie SPD-Ratsmitglied Fritz Naumann und der SPD-Fraktionsvorsitzenden Marion Lipinski-Naumann vor Ort präsentieren. Laut Verwaltung sei ein durchgängiger Gehweg aufgrund der engen Gebäudestellung in der als Kreisstraße klassifizierten Kilianstraße nicht möglich. Dennoch versprechen die städtischen Maßnahmen eine enorme Verbesserung der Situation: In den Bereichen mit einer Fahrbahnbreite von mehr als fünf Metern sollen Fahrzeuge in Zukunft nur noch versetzt parken dürfen, zusätzlich dazu wird auch eine Fahrbahneinengung installiert. Auch in dem Bereich der Einmündung in die Aachener Straße bis zum Beginn der Parkzone sollen Fahrbahneinengungen eingerichtet werden, die zur Geschwindigkeitsdämpfung beitragen werden. Eine zuvor geprüfte mögliche Einbahnregelung sei nach Auskunft der Verwaltung derzeit nicht realisierbar.

Die genannten Maßnahmen sind zwar nicht die vom ein oder anderen gewünschte große Lösung, doch sie werden die Verkehrslage in der Kilianstraße verbessern, da ist sich Ortsvorsteher Roos sicher. Auch Lipinski -Naumann zeigte sich zufrieden mit den vorgeschlagenen Maßnahmen: „Hier wird nun mit einfachen Mitteln eine große Wirkung erzielt und, was man nicht vergessen darf: Die Anlieger werden für diese Maßnahmen nicht zur Kasse gebeten, was wir als SPD sehr begrüßen.“

SPD-Stadtratsfraktion – 10.01.2020
Foto SPD-Stadtratsfraktion

5 KOMMENTARE

  1. Als Erstes ist es schon einmal sehr begrüßenswert, wenn sich der Verkehrssituation in der Kilianstraße überhaupt mal angenommen wird. Den Fußgängern wird es nun nicht wirklich etwas bringen, da die Gehwege dort quasi nicht vorhanden sind, resp. das Wenige, was vorhanden ist, auch noch mit offizieller Genehmigung zugebaut werden darf und wird.
    Dieses Gruppenfoto wurde auch genau an der richtigen Stelle aufgenommen, da sich ja hier seit Längerem der Stein des Anstoßes befindet, der an diesem Gebäude seinen Gipfel erreicht.
    Bei aller Euphorie über das Erreichte in der Kilianstraße, bleibt es auch weiterhin nicht nachvollziehbar, wieso hier und heute eine solche Genehmigung für die Bebauung des schmalen Gehweges erteilt wurde. Sollte die Begründung für diese Baufreigabe etwa sein, dass es sich hier um eine klassifizierte Kreisstraße handelt? Dürfen bei einer solchen Straße die vorhandenen Bürgersteige bebaut werden? Oder sind für klassifizierte Kreisstraßen laut Landesbaugesetzen keine Bürgersteige vorgesehen, auch dann nicht, wenn diese durch Ortschaften führen? Natürlich wird auch die oben beschriebene Lösung nicht Alle zufriedenstellen, wie auch? Für die Autofahrer wird diese Lösung sicher keine Verbesserung bringen, im Gegenteil. Die Kilianstraße zur Einbahnstraße zu machen, notfalls mit einer Entwidmung – und die Kruppstraße dann auch zur Einbahnstraße in eben die andere Richtung zu machen, wäre weit sinnvoller gewesen. Den letzten Satz des Berichtes verstehe ich allerdings nicht: „Die Anlieger werden für diese Maßnahmen nicht zur Kasse gebeten, was wir als SPD sehr begrüßen.“ Das klingt für mich so ähnlich wie der berühmte „Apfelkuchen ohne Kräten“ von Dieter Hallervorden.
    Wären denn die Anlieger etwa zur Kasse gebeten worden, wenn man die Einbahnstraßenregelung ermöglicht hätte?
    Rudolf Kowalski

  2. Große Lösungen brauchen Mut. Große Lösungen sind nur möglich wenn man in einem ersten Schritt Probleme analysiert, das Ziel definieren und bereit ist das bestehende in Frage zustellen.

    Problem und Ziel:
    Wir wollen weniger Verkehr an den Hauptstraßen in dem „Straßendorf“ Rübenach. Die „Haupt“-Straßen sind zu schmal und wurden für das aktuelle Verkehrsaufkommen nicht geplant und sind nicht geeignet. 10.000 PKWs in der schmalen Straßen bedeutet Lärm und Gefahr. Das Ziel ist Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer auf all ihren Wegen. Lebensqualität für die Anlieger.

    Was ist geplant?
    Geschwindigkeitsreduzierung! Das ist sicherlich das naheliegende. Das möchte man erreichen durch versetztes Parken und Einengungen! Soviel zu den beabsichtigten Maßnahmen.

    Urteil:
    Das ist sehr hasenfüßig. Die Planung ist sehr gefährlich. Da wo rangiert wird, Fussgänger zwischen parkenden Autos wegen fehlender oder zu schmaler Bürgersteige die Straße mitbenutzen müssen, Autos permanent beschleunigen um sich die Vorfahrt zu erkämpfen, bleibt der schwächere Verkehrsteilnehmer immer auf der Strecke.
    So wird das Ziel „Verkehrssicherheit“ und „Lärmreduktion“ nicht erreicht.

    So wie man sich auf die Kreisstraße beruft und alle weiteren Maßnahmen ablehnt, so kann man auf die Richtlinie verweisen, dass der Bürgersteig min. 1,50m breit sein muss bzw. 2,50m. Dieses Maß ist leicht erklärt: Zwei Personnen, mit je einer Tasche bepackt (oder Kinderwagen, Rollator, Rollstuhl), die sich auf dem Bürgersteig begegnen und nicht auf die Straße ausweichen müssen. Wenn die breite der Straße es nicht hergibt, muss das Auto Straßenraum zurückgeben.

    Mit etwas Kreativität wäre mehr möglich, dafür muss man bereit sein alte Zöpfe abzuschneiden. Über Silvester war ich in Paris. Paris möchte bis 2020 Fahrradhauptstadt werden. Wir sind in regelmäßigen Abständen immer wieder mal in Paris. Dadurch sieht man die Veränderung und ist jedesmal erstaunt was möglich ist, was die StVO auf EU-Ebene alles möglich macht. Verkehrsberuhigte Straßen, ganze Stadteile nur für Lieferverkehr, Fußgänger, Anlieger und Fahrradfahrer. Straße ist kein Parkraum.
    Die PKW-Nutzung muss aus mehreren ganz unterschiedlichen Gründen reduziert werden. Dazu muss man den ÖPNV verbessern und den MobilenIdividualenVerkehr (MIV) vergrämen – das ist die Aufgabe der Politik und liegt in der Verantwortung der Politik. Das eigene Mobilitätsverhalten müssen wir überdenken, da müssen wir uns an die eigene Nase fassen.
    Ein CDU-Stadtratsmitglied darauf angesprochen, kommt mit dem immer wieder bewährten Argument: „Koblenz ist nicht Paris“. Was in einer 2,1 Mio Stadt möglich ist sollte auch in Rübenach, Metternich und in Bubenheim möglich sein.

  3. Grundsätzlich: Es ist natürlich schwierig es jedem Recht zu machen, das schafft kein Mensch.
    Die Situation in der Kilianstraße ist ja nicht neu sondern seit Jahren, wenn ich meinen Nachbar höre der als Anlieger an der Kilianstraße wohnt sind es deren 40,bekannt.
    Egal wie: Ich habe gelernt das man, so man denn miteinander spricht und kommuniziert, Probleme lösen kann und wenn die Kilianstraße eine ausgewiesene Kreisstraße muß man den besagten Kreis in die Lösungsmöglichkeiten mit einbinden.
    Die hier vorgeschlagenen Maßnahmen vergleiche ich mit den Fahrbahnverengungen die an beiden Orteiseingängen in der Aachener Straße bestehen.
    Vor diesen wird stark abgebremst, anschließend wird wieder beschleunigt was, bedingt durch höhere Abgase, Brems- und Reifenabrieb, dafür sorgt das mehr Schadstoffe freigesetzt werden.
    Jetzt kann und will ich als Dieselfahrer ( Euro 6 ) der sowieso die Gesundheit der Menschen durch Feinstaub gefährdet, darüber nicht allzuviel meckern.
    Eine Lösung wäre aber das die Fußgänger, analog eines der abgebildeten Personen auf dem Foto, die Kilianstraße in voller Breite für ihre Belange nutzen und dadurch die Fahrzeuge automatisch zum Anhalten bewegen ( ist natürlich sehr gefährlich für die Fußgänger ).
    Selbige hat das allerdings nicht in der Kilianstraße sonder auch noch auf der Aachener Straße praktiziert, nachdem er vom Bäcker kam und die Aachener Str. auf dem Rückweg zu seinem Fahrzeug als Bürgersteig benutzt hat ( so geschehen in der letzten Woche ).
    Das diese jetzt in Erwägung gezogenen Maßnahmen nicht noch von den Anliegern der Kilianstraße bezahlt werden müssen ist natürlich das absolute Nonplusultra und kann die bestehende Politikverdrossenheit endlich beseitigen.

  4. Diese Lösung des Zickzackparken soll nun für die Anlieger nach wochenlangen
    Überlegungen “ die super Lösung“ sein ?? Da kann man nur sagen :“Peinlich, Peinlich !“
    Wichtig ist wieder vordergründig, wie immer, eine schöne Repräsentation in einer Bilddarstellung der Ratmitglieder u.w. Beteiligte !!!
    Wie sieht es denn weiterhin mit der lebensgefährlichen Benutzung der Strasse für die Fußgänger, der älteren Mitbürger mit Rollatoren, Mütter mit Kinderwagen und insbes. Kindern aus.
    Dies spielt wohl gar keine Rolle für die Entscheidungsträger?
    Zusätzliche Fahrbahnverengungen wozu? Die Strasse ist doch verengt !!
    Die Sicherheit der Menschen spielt keine Rolle?
    Nur Markierungen für Fußgängerstreifen und Parkbuchten in einer Einbahnstraßen-Lösung wären m.E. eine kostengünstig und vernünftie Lösung.
    Die Kostenübernahme für ein paar Schilder und ein wenig Farbe für die Markierung müssen doch wohl der Stadt Koblenz zur Sicherheit iherer Bürger wert sein !!
    Oder wartet man erst ab bis Menschen zu schaden kommen!

  5. In Bubenheim kann man genau beobachten, was diese sogenannten Parktaschen bringen. Ein ständiges Hin und Her zwischen diesen Lücken, ständiges Bremsen und Anfahren.
    Den höchsten Spritverbrauch haben Autos beim Anfahren – und somit den höchsten Ausstoß an Feinstaub. Der meiste Feinstaub entsteht allerdings durch Reifen- und Bremsabrieb.
    Durch ständiges Anfahren und Abbremsen wird also künftig in der Kilianstraße demnächst die höchstmögliche Menge an Feinstaub produziert, die mit den dort fahrenden Autos machbar ist, na bravo, da wurde doch mal richtig etwas bewegt.
    Alexander Stoßhoff

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