Unser Rübenach, Dienstag, 11. Dezember 2018

Grundschule bekommt erst 2019 Warnanlage

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Fraktionen, Eltern und Schule bemängeln Verzögerung – Elektrik und Brandschutz werden erneuert

Von RZ Redakteurin Katrin Steinert

Rübenach. Die Grundschule Rübenach hätte längst eine Klingel- und Warnanlage bekommen sollen. Diese soll bei Gefahr die 200 Schüler, ihre 13 Lehrer und weitere Menschen im gesamten Gebäude warnen – auch bei einem Amoklauf. Der Alarm soll in jedem Stock ausgelöst werden können. Doch die Verwaltungsvorschrift des Landes wurde in Rübenach bislang nicht umgesetzt. Das städtische Zentrale Gebäudemanagement teilt auf eine Anfrage im Stadtrat mit, dass diese Anlage vermutlich in der zweiten Jahreshälfte 2019 betrieben werden kann. Und: Es stehen wieder umfangreiche Bauarbeiten an der Schule an, die in den Herbstferien starten. Kostenpunkt: 900 000 Euro.

Bislang verfügt die Rübenacher Grundschule nicht über eine vom Land vorgeschrieben Klingel- und Warnanlage. Das soll sich aber im kommenden Jahr ändern. In den Herbstferien starten Sanierungsarbeiten. Foto: Herbert Hennes

Zur Warnanlage: Die Anfrage, wann diese endlich installiert wird, hatten die Ratsfraktionen von CDU, SPD, FBG, BIZ und FDP gemeinsam gestellt. Sie beschwerten sich darin, dass die Stadtverwaltung auf eine CDU-Anfrage im Jahr 2015 mitgeteilt hatte, dass sie die Sicherheitsmaßnahmen in allen Schulen umgesetzt habe. Dies sei allerdings in der Praxis nicht der Fall. „Es ist nicht damit getan, dass Schließknaufe an den Klassenzimmertüren angebracht wurden“, heißt es aus den Fraktionen. Die Knaufe sollen verhindern, dass jemand ungewollt in die Klassenzimmer eindringen kann. Die Fraktionen bemängeln darüber hinaus, dass die Warnanlage nur im Erdgeschoss zu bedienen ist: „Sie ist somit bei Gefahrenlagen nicht oder nur unter möglicher Gefahr für Leib und Leben zu erreichen.“

Zur Sanierung: Dass es noch dauert, bis die neue sogenannte elektroakustische Anlage läuft, hat mit der bevorstehenden Elektro- und Brandschutzsanierung an der Schule zu tun. Damit soll das Gebäude endgültig auf den aktuell geltenden Stand der Technik in den beiden Bereichen gebracht werden. Das teilt die Stadtpressestelle auf Anfrage mit. Die Sanierung beginnt in den Herbstferien und erfolgt in sechs Bauabschnitten, die jeweils anderthalb bis zweieinhalb Monate dauern. Diese umfassen die jeweiligen Gebäudeabschnitte über beide Geschosse. Die Grundschule bekommt dabei neue elektrische Leitungen und Anlagen. In Sachen Brandschutz wurde schon vieles erledigt, erklärt Stadtsprecher Thomas Knaak. Neben Brandschutztüren und -wänden wurden Notausgänge hergerichtet, und die Treppenhäuser wurden durch Rauchabschlusstüren von den Fluren getrennt, sodass die Rettungswege optimal genutzt werden können, meint Knaak. Nun würden die Decken brandschutztechnisch fertiggestellt und Brandschutzklappen installiert. Damit wird das Brandschutzkonzept abgearbeitet, das mit dem Brandschutz- und Katastrophenamt abgestimmt wurde.

Wenn alle Arbeiten erledigt sind, wird die Klingel- und Warnanlage in Betrieb genommen, teilt das Zentrale Gebäudemanagement mit. Die Pressestelle der Stadtverwaltung erklärt, dass der Abschluss der Sanierung im Dezember 2019 geplant ist.

Zum Schulalltag: Der Schulbetrieb geht während der Bauarbeiten weiter. Um die Ruhestörung und Staubbelastung zu reduzieren, werden die jeweiligen Arbeitsbereiche eingehaust und abgeschottet, teilt Knaak mit. „So wurde auch bei früheren Sanierungen verfahren.“ Ausweichcontainer werden in Abstimmung mit der Schulleitung nicht aufgestellt, um den schulischen Ablauf so wenig wie möglich zu stören. Zwei Seecontainer sollen allerdings zum Lagern von Mobiliar installiert werden. Auf dem Schulgelände wird ein Baufeld eingerichtet, in das Materialien angeliefert werden. Der Bereich wird mit einem Bauzaun gesichert und vom übrigen Schulhofgelände abgetrennt. Die Firmenwagen sollen vor dem Schulgebäude abgestellt werden. Wenn ausreichend Platz ist, können sie auch im Baufeld parken.

Schule wurde in 1960ern errichtet: Was bisher saniert wurde

Die Grundschule Rübenach wurde in den 1960er-Jahren errichtet, teilt die Stadtpressestelle auf Anfrage mit. Seitdem sind folgende Erneuerungen erfolgt: 1993 wurde das Dach saniert, 2003/2004 wurden Brandschutztüren eingebaut. In den Jahren 2015 und 2016 stand die energetische Sanierung der Fassade an. Ab den Herbstferien 2018 startet nun die Elektro- und Brandschutzsanierung, die bis Ende 2019 dauern soll. Die Sommerferien konnte man für diese Arbeiten nicht nutzen, da die Zeit gebraucht wurde, um die nachzurüstenden Lüftungsanlagen in den Klassenzimmern einzubauen – im Nachgang zur energetischen Fassadensanierung. Im Januar 2016 – also vor zweieinhalb Jahren – gab es einen Wasserschaden in der Schule. Wie aus einer Anfrage von CDU, SPD, FBG, BIZ und FDP hervorgeht, ist die Decke im Lehrerzimmer und der Bibliothek immer noch offen. Das Zentrale Gebäudemanagement erklärt, dass diese im Rahmen der bevorstehenden Arbeiten in der Reihenfolge der Bauabschnitt geschlossen werden. kst

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