„Es braucht keine teuren Messgeräte: Die Nase genügt“

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Unsere Berichterstattung über das Thema Luftreinhalteplan motiviert die FDP, auf Missstände in Rübenach und im Industriepark an der Autobahn 61 hinzuweisen.

Leserbrief von Rüdiger Neitzel, FDP-Ortsverband Koblenz Nord-West

Man muss sich freuen, dass es eine Europäische Kommission gibt, denn wenigstens die sorgt sich um die Gesundheit der Bürger. Dass gegen die „dicke Luft“ in Koblenz nun endlich etwas unternommen wird, liegt ja nicht an der Initiative der örtlichen Behörden, sondern einzig an der Tatsache, dass es dafür inzwischen eine Verordnung der Europäischen Union gibt. Dass es in Koblenz „dicke Luft“ gibt, merkt man nicht nur in der Innenstadt, sondern auch in Metternich und Rübenach. Und dazu braucht es keine teuren Messgeräte: Die Nase genügt.

Mehrfach haben Bürgerinitiativen darauf hingewiesen, dass das Rheintal bei überwiegenden Westwinden auf eine Luftaustausch aus der Eifel angewiesen ist. So zum Beispiel im Februar 2006 im Widerspruchsverfahren zum Bebauungsplan Nummer 178 „Wohnen am Park“.

Aber was geschieht: Ob es der Wasserhochbehälter oberhalb von Metternich ist oder das Wohngebiet bei den Schönstattschwestern oder das Industriegebiet an der Autobahn 61 mit seinem monströsen Hochregal – die Einfallschneise für die frische Luft wird konsequent zugebaut.

Den entsprechenden Einwand zum Bebauungsplan „Industriepark Autobahn 61, Bauabschnitt 1 und 2“, der eine Monsterhalle im Industriepark hinter der Autobahn 61 zur Folge gehabt hätte, hat der Landrat als Leiter des Zweckverbands nicht einmal einer Antwort Wert gefunden, wohl aber die Eingaben pauschal verworfen.

Aber was geschieht: Ob es der Wasserhochbehälter oberhalb von Metternich ist oder das Wohngebiet bei den Schönstattschwestern oder das Industriegebiet an der Autobahn 61 mit seinem monströsen Hochregal – die Einfallschneise für die frische Luft wird konsequent zugebaut.

Der FDP-Ortsverband setzt sich seit Langem für eine Verbesserung der Lebensumstände in Metternich, Rübenach und Bubenheim ein, und deswegen freuen wir uns zu hören, dass die Nordtangente, eine Bevorzugung des Fußgängerverkehrs (doch noch einen Zebrastreifen in der Rübenacher Straße?) und die Verbesserung des Radverkehrs nun auf der Projektliste des Luftreinhalteplans der Stadt stehen. Insbesondere der Radwanderweg auf den seit 25 Jahren stillgelegten Gleisen der alten Eisenbahn wäre ein hervorragendes Angebot, um Menschen vom Auto auf das Rad umsteigen zu lassen.

Schön, dass die alten Forderungen der FDP nun endlich diskutiert werden. Wie heißt es doch? Nichts ist stärker als eine Idee, deren Zeit gekommen ist – aber in Koblenz braucht diese Erkenntnis immer besonders lange.

Rhein Zeitung – 07.01.2010

 

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