Ein weiterer Schritt zum Baugebiet „In der Grünwies“

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In Frühjahr 2022 sollen die ersten Arbeiten beginnen

Bereits im Jahr 2000 wurde die Satzung des Änderungsplans für den Bebauungsplan „In der Grünwies“ im Stadtteil Rübenach in Kraft gesetzt. Die Satzung verpflichtete die Kommune im Vorfeld der Bebauung u.a. einen Überlauf vorzusehen, der große Wassermengen, hervorgerufen durch z.B. Starkregenereignisse, in die bachseitig angrenzenden Grünlandbereiche ableiten kann. Zu diesem Zweck wurde der Brückerbach umgebaut und 2019 waren die Arbeiten abgeschlossen. Seit dem warteten die Rübenacher darauf, dass die Arbeiten im neuen Wohngebiet „In der Grünwies“ endlich beginnen.

Im Frühjahr 2022 werden jetzt die ersten Arbeiten für das 19 Baugrundstücke umfassende Areal aufgenommen. Im weiteren Verlauf der Erschließung sollen später dann auch die entwässerungstechnische Erschließung unter Berücksichtigung einer Gefährdungsanalyse in Angriff genommen werden. So zeigte sich die Fraktionsvorsitzende Marion Lipinski-Naumann auch zufrieden, dass „nach all den Jahren Wartezeit nun endlich Bewegung in diese Angelegenheit kommt.“

Die erforderliche Baustellenzufahrt wird an der Aachener Straße eingerichtet. Die
Gesamtkosten für die erste Maßnahme werden mit 350.000 € beziffert. „Eine dringende Frage für uns war, ob im alten Straßenbereich bereits die wiederkehrenden Straßenausbaubeiträge zum Tragen kommen“, erläutert die Fraktionsvorsitzende Marion Lipinski-Naumann. Dies wird nach Informationen des Tiefbauamtes nicht der Fall sein, denn die wiederkehrenden Straßenausbaubeiträge für Rübenach werden erst im Januar 2024 eingeführt.

Ein weiterer Aspekt, der den Bedürfnissen der Anwohner entgegenkommen soll, ist eine neue Fußgängerampel im Bereich der Aachener Straße/Kruppstraße sowie zwei Querungshilfen. Zudem soll ein neuen Spielplatz hier eingerichtet werden.

Für die nahe Zukunft bedeutet der Beginn der Baumaßnahmen, dass die ersten Bauanträge
für das Baugebiet frühestens zum Jahreswechsel 2022/2023 gestellt werden können. Aus
diesem Grund hat der Ortsbeirat von Rübenach auch der Bitte von Marion Lipinski-Naumann zugestimmt, dass auf Vorschlag des Tiefbauamtes vorerst nur eine Baustraße errichtet wird, die dann sukzessive bei einer Bebauung erfolgt.

Lageplan der Beschlussvorlage siehe hier.

SPD Stadtratsfraktion Koblenz – 27.10.2021

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4 KOMMENTARE

  1. Was mich nur wundert : Im Jahre 2011 beschloss der Rat im Zuge des Gewässerausbaus Brückerbach den Durchfluss unter der Aachener Straße zu erneuern (= zu erweitern).
    Das ist aber bisher nicht geschehen, obwohl Starkregenereignisse in unserer Nachbarschaft die Gefahr eher höher erscheinen lassen als sie noch 2011 eingeschätzt wurde.
    Warum das seitens der Stadt ein Baubeginn angestrebt wird ohne früher gefasste Beschlüsse umzusetzen ist mir ein Rätsel…
    Die Beschlussvorlage aus 2011 siehe hier

    • Ob die Ereignisse im Ahrtal mit Rübenach zu vergleichen sind wage ich doch zu bezweifeln. Nichtsdestotrotz staune ich doch sehr welche Bereiche in Rübenach zum Baugebiet werden und welche anscheinend völlig ausser Diskussion stehen. (Sendnicher Weg?). Andererseits gibt es mehr als reichlich Baulücken seit Jahrzehnten. Warum spricht man nicht mit den Besitzern um dort als erstes was zu bewegen. Vielleicht ist der ein oder andere ja doch willig zu helfen. Nächste Frage ist haben Rübenacher Bedarf oder doch eher andere. Welchen Vorteil besitzt so ein Baugebiet wenn nichtmal Infrastruktur und Ansiedlung von Geschäften und sonstigen Einrichtungen sichtbar sind.

  2. Wir haben Wohnungsnot, junge Familien suchen stadtnahe Baugrundstücke. Die SPD macht sich für die Lösung des Problems stark. Wie Herr Neitzel richtig feststellt, ist der Platz fahrlässig gewählt und entsprechende Vorkehrungen wurden noch nicht getroffen. Der Flurname sagt alles: Grünwies. Grün weil feucht und nur als Wies zu nutzen. Das der Brückerbach nur noch ein Rinnsal und der Anderbach fast ausgetrocknet ist, wiegt die Anlieger Am Mühlenteich und der Grabenstraße (Teilstück, vormals Bachweg) möglicherweise in falscher Sicherheit. Jetzt sollen hier in der Senke weitere Häuser entstehen. Ob man den jungen Familien einen Gefallen tut? Bei der nächsten Sturzflut wissen wir es besser.

    Es ist aber ein tiefergehendes Problem. Immer wieder werden von Frau Lipinski-Naumann die Aktivitäten der Koblenzer-SPD veröffentlicht. So ist man nicht überzeugt von der Nutzung der Bahntrasse, spricht sich gegen die Windräder aus und ist für weitere Versieglung durch Straßenbau und Baugebiete. Es ist Einstellungssache:

    „Politik ist das, was möglich ist.“ (Merkel, 2019)
    oder
    „Politik ist der Kampf um gerechte Ordnung.“ (Gablenz, 1951)

    Folgende Entscheidungen die in Koblenz-Rübenach aktuell anstehen, regional und überregional existenziel, aber politisch Lokal nicht gewollt sind:
    1. Stadtbahn. Mit der Nutzung der Bahntrasse könnte ein diskriminierungsfreie Mobilität organisiert werden. (Bundesmobilitätsgesetz) Die Bahn ist schneller, komfortabler und 10x leistungsfähiger als der Bus. Für den Klimaschutz ist die Nutzung der Bahnstrecken ein wesentlicher Bestandteil im Verkehrssektor die CO2-Einsparungs-Ziele zu erreichen. Das Pariser Klimaschutzabkommen gibt das Ziel vor, CO2-Neutral bis 2050 – in 30 Jahren. Ohne Alternative zum MIV wird die Fahrt zur Arbeit teuer.
    2. Erneuerbare Energie. Nutzung der Windenergie zur Stromerzeugung. 2% der Landesfläche muss genutzt werden. Ohne bezahlbaren Strom und ohne klimaneutraler Energieherstellung wird es ungemütlich.
    3. Wassermanagement und Katastrophenplan. Nach der Ahr-Hochwasser-Katastrophe versiegelte Flächen, falsch ausgewiesene Neubaugebiete und fehlende Hochwasserschutzmaßnahmen zu kritisieren ist wichtig, man sollte aber die richtigen Konsequenzen ziehen. Sirenen warnen, verhindern aber keine Schäden.

    Das Baugebiet „In der Grünwies“ ist politisch machbar, sicherlich wurden schon viele dicke Bretter gebohrt und für die Koblenzer SPD scheinbar ein Erfolg. Ökologisch äußerst zweifelhaft und man sollte die Planung nachbessern.

  3. Zitat: „Die Mittel zur Reaktivierung stehen uns aktuell nicht zur Verfügung. Und wir werden uns doch nun nicht um einen privaten Nutzer der Bahnstrecke bemühen, also um einen Konkurrenten, nachdem wir gerade viel Geld in die KOVEB gesteckt haben.“ Zitat Ende.
    Dieser Satz wurde mir genannt, von einer Person aus dem Stadtrat, deren Name mir gerade entfallen ist. Es geht demnach also auch weiterhin überwiegend um eigene Befindlichkeiten und die Angst, „ein Gesicht“ verlieren zu können und leider eher weniger um Umweltschutz und Voraussicht. Kostengünstig und ohne Staus vom bezahlbaren Wohnraum zum Arbeitsplatz zu gelangen, steht demnach also nicht sehr weit oben auf der Agenda unserer Entscheidungsträger*innen.

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