Grußworte zur 1200-Jahrfeier von Rübenach

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Regierungspräsident Heinz Korbach

korbach1200 Jahre Ortsgeschichte stellen gewiss im Leben einer mensch-lichen Gemeinschaft kein alltägliches Ereignis dar. Wenn aus dieser Betrachtung die allgemeine Aufmerksamkeit in diesen Tagen in besonderer Weise auf den traditionsreichen Stadtteil Rübenach gelenkt wird, so ist dies nicht allein ein sichtbarer Beweis echten Gemeinsinns, der sich in einem so weit gespannten Bogen über Zeiten und Generationen hinweg bis auf den heutigen Tag lebendig erhalten hat. Das Jubiläum öffnet zugleich den Blick für das verdienstvolle Wirken der Bürger von Rübenach, die im Bewusstsein ihrer Verantwortung für Gemeinde und Staat ein gesundes Gemeinwesen schufen.

Die Feier eines so stolzen Jubiläums sollte sich aber nicht in einem historischen Rückblick erschöpfen. Vielmehr sollte sie uns allen und im besonderen Maße der Jugend ins Bewusstsein rufen, dass Frieden und eine glückliche Zukunft nur dann gesichert sind, wenn jeder einzelne sich in Heimatliebe und Gottvertrauen für das Ganze verantwortlich fühlt.

Mit dem Wunsche, dass dieser echte Bürgergeist in Rübenach zum Wohle von Gemeinde, Land und Volk lebendig bleiben möge, entbiete ich dem Stadtteil Rübenach und seinen Bürgern meine herzlichsten Glückwünsche zum 1200-jährigen Ortsjubiläum und verbinde damit alle guten Wünsche für eine glückhafte Zukunft.

Koblenz, im August 1975

Bischof Bernhard Stein

bischof_steinDie Pfarrgemeinde „St. Mauritius“ in Koblenz-Rübenach kann in diesem Jahr ein bedeutsames Jubiläum feiern. Wie die erste urkundliche Erwähnung des Ortes besagt, schenkte Karl der Große im Jahre 775 Rübenach mit Kapelle dem Kloster Hersfeld. Dies bedeutet eine 1200 Jahre lange kirchliche Tradition. Der heilige Mauritius, Führer einer thebäischen Legionsabteilung, ist der Patron der Rübenacher Pfarrkirche und Gemeinde. Seit vielen Jahrhunderten mahnt seine Persönlichkeit gleichsam die Gläubigen an das Herrenwort: „Gebt dem Kaiser was dem Kaiser gehört und Gott, was Gott gehört!“ (Mt 22,21). Vor die Frage gestellt, ob er den ungerechten Forderungen der herrschenden Macht oder seinem Gewissen gehorchen soll, hat St. Mauritius sich für sein Gewissen entschieden, Darin ist er uns Heutigen ein Vorbild.

Mit Interesse habe ich gehört, dass eine Pilgergruppe aus Rübenach in diesem Jahr nach St. Maurice im Rhonetal zum Grab des Kirchenpatrons wallfahren will. Mögen die Pilger und alle Angehörigen der Pfarrei aus dem Vorbild des heiligen Mauritius neue Kraft und Halt in den Glaubensanfechtungen unserer Zeit schöpfen.

Von Herzen erbitte ich alle Angehörigen der Pfarrei ein frohes Jubiläumsfest und den reichen Segen Gottes.

Trier, 26. Mai 1975

Oberbürgermeister Willi Hörter

hoerterRübenach liegt wie Koblenz, zu dem es seit der Eingemeindung 1970 zählt, auf historischem Boden. Die Besiedelung des Raumes ist bis in die prähistorische Zeit durch Funde belegt. Der 1200. Geburtstag der einst selbständigen Gemeinde bezieht sich demnach mehr oder weniger auf ein Zufallsdatum: 775 wird Rübenah erstmals nachweislich erwähnt.

Die alte, dennoch in ihrer Struktur jung gebliebene Gemeinde ist heute mit 4161 Einwohnern der zweitgrößte Stadtteil von Koblenz. Mit acht Prozent in der Landwirtschaft erwerbstätigen Frauen und Männern steht Rübenach nach Bubenheim mit zwölf Prozent ebenfalls an zweiter Stelle.

Tradition und Heimatliebe haben in Rübenach besonders tiefe Wurzeln. Mit der Eingemeindung wurden diese in unserer Zeit besonders geschätzten Werte in die Gesamtstadt zum Wohle aller mit eingebracht. So ist es nicht verwunderlich, dass am bevorstehenden Jubiläum des geschichtsträchtigen jungen Stadtteils von Koblenz die gesamte Bevölkerung Anteil nimmt.

Rübenach gehört zu den bevorzugten Wohngegenden unserer Stadt und hat auch in dieser Hinsicht Zukunft. Vor allem, weil sich in Rübenach auch die Neubürger wohlfühlen, weil sich dort der wünschenswerte Integrationsprozess reibungslos vollzieht.

Ich wünsche harmonische Jubiläumsfeierlichkeiten, den Teilnehmern Freude, aber auch Rückbesinnung auf Geschichte und Tradition.

Koblenz, im August 1975

Pastor Hermann Schon

schonAls ich vor zwölf Jahren zum Pfarrer von Rübenach ernannt wurde, interessiert mich ganz besonders das Alter und damit die Geschichte dieser Gemeinde. In der Büchern des Pfarrarchivs fand ich dann jene Erwähnung von der „Hersfelder Dotation“ = Schenkung der königlichen Kapelle von Rübenach an die neuerrichtete Reichsabtei Hersfeld unter dem damaligen Erzbischof Lullus von Mainz und dem späteren Kaiser Karl dem Großen in Jahre 775, also vor nunmehr 1200 Jahren.

Aus diesere Feststellung wuchs allmählich die Überlegung zu einer Jubiläumsfeier im Jahre 1975, die beim Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat auf fruchtbaren Boden fiel. – Sinn und Zweck einer solchen Gedächtnisfeier sollten nicht nur paar denkwürdige Daten und die Erinnerung an bekannte Größen von Kirche und Staat sein, sondern vielmehr die Tatsache, dass schon vor 775 in unserer Heimat Christen waren. Übrigens machte man einen sehr wichtigen Fund bei Ausgrabungen des Rübenacher Frankenfriedhofs: ein Gefäß mit einer Christusdarstellung aus dem 7. Jahrhundert! An dieser Stelle scheint es ferner angebracht, in dankbarer Verehrung auch einiger unserer ersten Glaubensboten an Mosel, Rhein und Nahe zu gedenken:

Kastor, Priester in Karden (4. Jht.), Lubentius, Priester in Kobern (4. Jht.), Goar, Priester und Einsiedler am Mittelrhein – jetzt St. Goar (6. Jht.), Disibod, Einsiedler an der Nahe (6. Jht.) dann später Hildegard und viele andere, nicht seien vergessen die heiligen Märtyrer aus jenem Alter und Stand.

Bei diesem Rückblick geht es wahrhaft um ein heiliges Erbe, auf das wir in staunender Dankbarkeit zu Gott aufblicken, als Kirche und Gemeinde Jesu Christi heute, um in Treue das Evangelium unseres Erlösers und die Gnade des Glaubens festzuhalten, weiterzutragen und weiterzuleben.

Wir hatten 1966 die Hundertjahrfeier unserer „St. Mauritius“-Pfarrkirche gefeiert und zu diesem Anlass eine sehr schöne Festschrift herausgegeben, die sicherlich noch lange Zeit ihren besonderen behält. – Heute liegt nun wieder ein in mühe- und liebevoller Kleinarbeit neu entstandenes Werk vor uns. Schon beim oberflächlichen Durchblättern muss man zu der Bewertung gelangen, dass es sich bei diesem „Jubiläumsbuch“ um ein archivalisches Kleinod – ein echtes Heimatbuch – handelt. Die Initiatoren, Verfasser und Gestalter haben das Lob und die Anerkennung der ganzen Gemeinde verdient.

Ich möchte daher allen an dem Entstehen des Büchleins Beteiligten für ihre sich nur in ideeller Hinsicht lohnende Arbeit recht herzlich danken.

Diese Jubiläumsbuch will nicht nur Heimatbewusstsein und Heimatverbundenheit fördern – auch nicht Schlussstein, sondern vielmehr Meilenstein in eine glückliche und friedvolle Zukunft sein.

Euer Pastor Hermann Schon
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